Dieser Beitrag kann Partnerlinks enthalten. Mehr dazu im Partnerprogramm.
16 Jahre lang hat Apple Touchscreens am Mac abgelehnt, diese Woche kam das erste MacBook Pro, das auf den Finger reagiert. Dazu ein neuer iMac, ein neues Einstiegs-MacBook-Pro und ein iPad mini mit OLED, alles innerhalb von drei Tagen. Daneben: ein Memo zu den Displayrissen beim iPhone Duo und eine Rechnung, die zeigt, wie teuer Speicher für Apple geworden ist.
Die vergangene Ausgabe gehörte dem iPhone Duo und seinem Verkaufsstart. Diese Woche lag der Schwerpunkt wieder auf dem Mac, und das gleich mit dem größten Bedienwechsel seit Jahren.
Apple hat die Runde ohne Keynote abgewickelt, nur mit Pressemitteilungen und Vorführungen für Medien. Parallel kamen iOS 27.2 mit allen Schwestersystemen, der HomePod mini 2 im Handel und ein Fahrplan für Apple Intelligence in China.
🔥 Story der Woche: Der Mac bekommt Touch
Am Mittwoch, 28. Oktober, hat Apple das MacBook Pro mit PROLED XDR Display vorgestellt, in 14 und 16 Zoll. Es ist der erste Mac mit Touchscreen, dazu kommen ein Tandem-OLED-Display mit bis zu 2000 Nits auch bei SDR-Inhalten und eine Dynamic Island statt der Notch. Das 14-Zoll-Modell wiegt laut Apple 1,38 Kilogramm und damit rund 230 Gramm weniger als bisher, das 16-Zoll-Modell rund 320 Gramm weniger.
Bei den Chips bleibt es beim Stand vom März: M5 Pro und M5 Max. In Deutschland startet die Reihe bei 3.299 Euro für 14 Zoll und 3.899 Euro für 16 Zoll. Die Modelle mit Mini-LED bleiben parallel im Sortiment, das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro weiter ab 2.899 Euro. Alle Beiträge zum Gerät bündelt die Seite zum MacBook Pro.
Was Touch am Mac kann und was nicht
macOS übersetzt jede Berührung automatisch in einen Klick, viele Apps lassen sich dadurch sofort per Finger bedienen. Darüber hinaus reagiert macOS nur an wenigen Stellen auf den Finger: Nach ersten Eindrücken vom Medientermin werden die Fenstertasten oben links unter dem Finger etwas größer, ein Doppeltipp zieht ein Fenster auf volle Größe, eine Wischbewegung schiebt es in eine Kachelposition. Den Apple Pencil unterstützt das Display laut den ersten Hands-on-Berichten nicht.
Eigene Touch-Funktionen bekommen zuerst Logic Pro, Final Cut Pro und Pixelmator Pro aus Apple Creator Studio, per Update im November. Drittanbieter wie Microsoft Office und DaVinci Resolve sollen später im Jahr folgen.
Wer Touch nicht will, schaltet ihn laut einem Erfahrungsbericht von MacStories in den Bedienungshilfen komplett ab. Ein Apple-Mitarbeiter sagte Reportern laut Bloomberg, Apple stehe bei der Anpassung von macOS an Touch erst am Anfang. Für Entwickler gibt es Online-Labs am 18. und 19. November und demnächst die Beta von Xcode 27.3.
Eine Einschränkung betrifft den deutschsprachigen Raum: Spotlight wandert nur in die Dynamic Island, wenn Siri AI verfügbar und aktiviert ist. Siri AI läuft auf dem Mac aber weiterhin nicht auf Deutsch.
Warum Apple nach 16 Jahren umdenkt
Seit Steve Jobs 2010 vor dem müden Arm am senkrechten Bildschirm warnte, hat Apple Touch am Mac mit denselben Argumenten abgelehnt. In einem Gespräch mit Wired erklärt John Ternus die Kehrtwende als Ergänzung, nicht als neues Grundprinzip:
Der Mac ist in erster Linie ein Gerät für indirekte Eingabe, aufgebaut um Trackpad und Tastatur. Aber ich denke, es gibt Momente, in denen es bequem und praktisch ist, Touch zu haben.
Die Bedingung dafür war laut Ternus, dass Touch das Gerät weder schwerer noch dicker macht. Hardwarechef Johny Srouji führt den Zeitpunkt auf Fortschritte bei Displaytechnik, Chips und Software zurück, Marketingchef Greg Joswiak auf Profis und junge Kreative, die Touch erwarten.
Die übrige Runde: M6 und iPad mini
Apple hat die Geräte über drei Tage verteilt vorgestellt: das iPad mini mit A20 Pro am Montag, den iMac mit M6 und das 14-Zoll-MacBook-Pro mit M6 am Dienstag, das OLED-Modell am Mittwoch. Vorbestellbar sind alle vier seit dem 28. Oktober.
| Gerät | Neu | Einstiegspreis Deutschland | Im Handel |
|---|---|---|---|
| iPad mini (A20 Pro) | 8,5-Zoll-OLED, IP67, 5,4 mm | 749 € | 6. November |
| iMac mit M6 | zwei Kerne mehr, WLAN 7 | 1.799 € | 6. November |
| MacBook Pro 14″ mit M6 | zwei Kerne mehr, WLAN 7 | 2.299 € | 6. November |
| MacBook Pro mit PROLED XDR | OLED, Touch, Dynamic Island | 3.299 € | 6. November |
Beim iMac bleibt der Preis, wo er beim M4-Modell zuletzt lag. Das MacBook Pro mit M6 kostet dagegen 2.299 statt zuletzt 2.199 Euro, bei gleichem Arbeitsspeicher und gleicher SSD. Das iPad mini hat kein ProMotion, und erst das Modell mit 512 GB bekommt die 6-Core-CPU. Den Arbeitsspeicher nennt Apple nicht, Xcode 27.2 führt das iPad mini mit 12 GB. Alle Geräte, Preise und Termine der Runde stehen im Überblick zu Apples Oktober-Neuheiten.
📰 Was sonst wichtig war
iOS 27.2 ist für alle da. Seit Montag verteilt Apple iOS 27.2 samt den Fassungen für alle übrigen Systeme. Apple Music bekommt ein schwarzweißes Icon, das iPhone Duo den Apple Pencil mit USB-C, der HomePod Sound Glow. Über alle Updates hinweg schließt Apple 329 Sicherheitslücken, 163 davon in iOS und iPadOS 27.2. Bilder aus Image Playground und Fotos, die mit bestimmten KI-Werkzeugen der Fotos-App bearbeitet wurden, tragen jetzt ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen.
Siri AI lernt fünf Sprachen, Deutsch ist nicht dabei. Mit den 27.2-Updates läuft Siri AI zusätzlich auf Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch. Bis Jahresende sollen vier weitere folgen, für Deutsch gibt es keinen Termin. In der EU bleibt Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch gesperrt.
Apple Intelligence kommt nach China, ohne Siri AI. Apple hat den Start in China mit iOS 27.3 im Dezember bestätigt, die Beta folgt Anfang November. Als Partner nennt Apple nur Alibaba, dessen Modell Qwen in Siri, den Schreibtools und der Visuellen Intelligenz steckt.
Im Streit mit OpenAI steht der Prozesstermin. Das Gericht in San José hat Apple eine zusätzliche vorgezogene Beweisaufnahme zugestanden, darunter Einblick in die KI-Nutzung des früheren Mitarbeiters Chang Liu. Einen Tag später legte Richter Edward J. Davila den Zeitplan fest: Der Prozess beginnt am 19. Juli 2027 um 18 Uhr deutscher Zeit. Offen ist noch der Antrag der Beklagten, die Klage abzuweisen.
Der HomePod mini 2 ist im Handel. Seit Freitag gibt es den HomePod mini 2 für 169 Euro, in der Schweiz für 139 Franken. Klang und Sound Glow funktionieren sofort, der Raumklang mit vier Lautsprechern braucht das neue Apple TV 4K, das erst am 13. November kommt. Am selben Tag startete das iPhone Duo in 28 weiteren Ländern und Regionen.
Das iPhone 18 Pro wächst nur dank China. Laut Counterpoint verkaufte sich die Serie in den ersten drei Wochen 3,1 Prozent besser als das iPhone 17 Pro. China legte um 29 Prozent zu, in den USA und Japan sank der Absatz.
Apple holt sich das nächste Datenteam. Über die Übernahmeliste der EU-Kommission wurde bekannt, dass Apple Mitarbeiter und Patente von Ascend.io übernimmt. Das Start-up baute Software, mit der KI-Agenten Datenpipelines betreuen, und stellt den Betrieb ein.
Bei Apple TV startete ein Krimi, zwei Serien kommen voran. Der Kepler-Krimi Nocturne läuft seit Freitag. Für Pluribus Staffel 2 war der Drehstart für den 31. Oktober in Albuquerque angesetzt, Shrinking Staffel 4 ist laut Darstellerin Jessica Williams abgedreht. Und die Apple Music Halftime Show beim Super Bowl spielt am 14. Februar 2027 Jay-Z.
💡 Gerücht der Woche: Das iPhone Duo soll 2027 fast jedes dritte Foldable stellen
Kein Leak, sondern eine Marktprognose: Das Analysehaus TrendForce sieht Apple 2027 bei 29,8 Prozent aller ausgelieferten faltbaren Smartphones. Samsung bliebe vorn, aber nur noch mit gut zwei Prozentpunkten Abstand.
| Hersteller | Anteil 2026 (Schätzung) | Anteil 2027 (Prognose) |
|---|---|---|
| Samsung | 35,1 % | 31,9 % |
| Apple | 24,8 % | 29,8 % |
| Huawei | 24,8 % | 21,3 % |
TrendForce stützt sich als Marktforscher mit Schwerpunkt auf Display- und Bauteillieferketten auf Einblicke in die Fertigung, eine Stückzahl für 2027 nennt das Haus aber nicht. Counterpoint Research hatte Anfang September für 2027 noch 40 Prozent genannt, die beiden Häuser liegen also gut zehn Punkte auseinander. Als Bremsen nennt TrendForce selbst die beschädigten Innendisplays, nicht angepasste Apps und den Stromverbrauch des großen Displays.
📊 Zahl der Woche: 134 Dollar
So viel Rohertrag bleibt Apple beim iPhone 18 Pro, wenn ein Kunde in den USA für 200 Dollar Aufpreis von 256 auf 512 GB wechselt. Beim iPhone 17 Pro waren es noch 185 Dollar. Die Zahlen stammen aus einem Bericht des Wall Street Journal zu Apples Speichereinkauf, der sich auf Schätzungen von TechInsights stützt.
| iPhone 17 Pro (2025) | iPhone 18 Pro | |
|---|---|---|
| Aufpreis 256 auf 512 GB (USA) | 200 Dollar | 200 Dollar |
| Apples Speicherkosten dafür | 15 Dollar | rund 66 Dollar |
| Rohertrag | 185 Dollar | rund 134 Dollar |
Der Grund ist der Flash-Preis: rund 5 Cent pro Gigabyte im Jahr 2023, inzwischen mehr als 30 Cent. Für Flash-Speicher dürfte Apple 2026 rund 25 Milliarden Dollar ausgeben, nach 6 Milliarden im Vorjahr. Laut Journal hatte Apple die Hersteller über Jahre hart unter Druck gesetzt, jetzt sitzen sie am längeren Hebel.
Entspannung ist nicht in Sicht. SK Hynix meldet DRAM und HBM bis 2029 als praktisch ausverkauft. Im Juni hat Apple höhere Preise bei Macs und iPads mit gestiegenen Kosten für Bauteile begründet.
👎 Flop der Woche: Das iPhone Duo bekommt ein Memo statt einer Lösung
Drei Tage nach dem Verkaufsstart hat Apple die Risse im Innendisplay als Problem bestätigt. Die Stellungnahme ist kurz:
Wir wissen von einem Problem, das bei einer kleinen Zahl von iPhone Duo das Innendisplay betrifft.
Betroffene sollen sich an AppleCare wenden, also an den Apple Support. Im Laufe der Woche folgte ein internes Memo an Apple Stores und autorisierte Service-Provider, über das MacRumors berichtet: Techniker sollen gemeldete Geräte prüfen und nach den üblichen Verfahren reparieren oder ersetzen. Einen Rückruf gibt es nicht, ein Serviceprogramm ebenfalls nicht, und eine Ursache nennt Apple bis heute nicht.
Ohne Programm entscheidet die Prüfung am Gerät, ob ein Riss als Garantiefall gilt. Ein neues Innendisplay kostet außerhalb der Garantie 1.149 Euro, mit AppleCare+ 99 Euro. Hierzulande kommt die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren dazu, im ersten Jahr wird vermutet, dass ein Mangel schon bei Übergabe bestand. Alles zum Gerät steht auf der Seite zum iPhone Duo.
🔭 Was nächste Woche kommt
Montag, 2. November: Apple legt die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal vor, die Telefonkonferenz beginnt um 23 Uhr. Es ist der erste Bericht mit John Ternus als CEO, die Erwartungen der Analysten liegen vor. Ab Sonntag gilt auch in den USA wieder Winterzeit, der Abstand zur Westküste beträgt dann neun Stunden.
iOS 27.3: Für die erste Beta, mit der auch der Test von Apple Intelligence in China beginnt, nennt Apple den 4. November. Wann die fertige Version kommt, steht im Ausblick zum Erscheinungstermin von iOS 27.3.
Freitag, 6. November: iPad mini, iMac mit M6 und beide neuen MacBook Pro kommen in den Handel, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Welcher Mac für welchen Einsatz passt, zeigt die Mac-Kaufberatung.
💬 Meine Meinung
Beim iPhone Duo war die Software zum Start nicht fertig. Manche Apps sehen auf dem großen Display noch nicht gut aus, und trotzdem hat das Gerät meine Nutzung vom ersten Tag an verändert. Ich klappe es in rund 95 Prozent der Zeit auf und habe meinen Home-Bildschirm mit Widgets neu aufgebaut, weil mich der Formfaktor dazu bringt.
Der Touchscreen am Mac bringt mich zu nichts. Tastatur und Trackpad bleiben der Normalfall, Touch lässt sich abschalten, die angepassten Profi-Apps kommen erst im November, und Apple sagt selbst, man stehe am Anfang. Für mich ist das ein Angebot: Man kann es nutzen, muss aber nicht.
Ob mehr daraus wird, entscheidet sich an den Apps und nicht an der Hardware, an demselben Punkt also, an dem auch das Duo noch wächst. Dass Apple Touch nur in den teuersten MacBook-Modellen anbietet, wirkt auf mich eher wie ein Test bei denen, die ohnehin das Maximum kaufen, als wie eine neue Bedienung für alle.
📚 Aus unserem Archiv
- MacBook Netzteil: Welche Wattzahl dein Modell braucht
- iPhone Duo mit Apple Watch entsperren: So geht’s
Drei Tage, vier Geräte, und ausgerechnet die Neuerung mit den meisten Schlagzeilen lässt sich in den Einstellungen abschalten.
Würdest du für Touch und OLED zum MacBook Pro mit PROLED XDR ab 3.299 Euro greifen, oder reicht dir das Mini-LED-Modell mit demselben Chip ab 2.899 Euro? Schreib uns in den Kommentaren, ob dir der Finger am Bildschirm die 400 Euro Aufpreis wert wäre.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.





