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SK Hynix meldet den nächsten Rekord und macht zugleich klar, dass sich an der Speicherkrise auf Jahre nichts ändert. Mehr als die Hälfte der Produktion für 2027 und 2028 ist bereits an 14 Großkunden vergeben, und bei DRAM ist bis 2029 kaum noch etwas frei. Für iPhone und Mac bleibt der Kostendruck damit bestehen.
SK Hynix gehört neben Samsung zu den großen Speicherlieferanten, bei denen Apple Arbeits- und Flashspeicher bezieht. Am 28. Oktober hat der südkoreanische Hersteller seine Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorgelegt. In der anschließenden Telefonkonferenz mit Analysten ging es weniger um das Rekordergebnis als um die Frage, wie lange Speicher knapp bleibt.
Die Antwort ist nicht neu, aber jetzt deutlich konkreter. Schon im Juli hatte Konzernchef Kwak Noh-jung erklärt, die Nachfrage werde die eigenen Kapazitäten auch über 2030 hinaus übersteigen. Neu sind die Angaben dazu, wie viel der künftigen Produktion bereits fest verplant ist. Für Apple hatte sich die Lage schon im September zugespitzt, als Berichte von deutlich höheren Speicherpreisen für das iPhone ab 2027 sprachen.
Das Wichtigste in Kürze
- SK Hynix hat mit 14 Großkunden Langfristverträge über fünf Jahre geschlossen. Sie decken mehr als die Hälfte der Kapazität für 2027 und 2028 ab.
- Die Preise in diesen Verträgen bewegen sich innerhalb einer vereinbarten Spanne, Anzahlungen sichern die Abnahme.
- DRAM und HBM sind laut Unternehmen bis 2029 praktisch ausverkauft, die Knappheit soll bis 2030 anhalten.
- Für PCs und Mobilgeräte erwartet SK Hynix sinkende Stückzahlen, weil der teure Speicher auf die Gerätepreise durchschlägt.
Rekordquartal mit 80 Prozent Marge
Die Zahlen zeigen, wer von der Knappheit profitiert. Der Umsatz stieg im dritten Quartal auf 104,6 Billionen Won, ein Plus von 32 Prozent zum Vorquartal. Das operative Ergebnis lag bei 83,3 Billionen Won, die operative Marge bei 80 Prozent.
| Kennzahl | Q3 2026 | Veränderung zum Vorquartal | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 104,6 Bio. Won | +32 % | +328 % |
| Operatives Ergebnis | 83,3 Bio. Won | +38 % | +632 % |
| Operative Marge | 80 % | +3 Prozentpunkte | – |
Getrieben wurde das Ergebnis vor allem von HBM, dem Speicher für KI-Beschleuniger in Rechenzentren, und von SSDs für Server. Dazu kamen höhere Preise: Bei NAND-Flash stieg der durchschnittliche Verkaufspreis im Quartal laut Unternehmen um rund ein Viertel.
14 Kunden teilen sich die Hälfte der Produktion
Den eigentlichen Einblick liefert die Telefonkonferenz. SK Hynix hat mit 14 Schlüsselkunden Langfristverträge abgeschlossen, darunter große Cloud-Anbieter. Diese Verträge decken mehr als 50 Prozent der Kapazität für 2027 und 2028 ab, laufen in der Regel fünf Jahre und sollen auch künftig etwa die Hälfte der Produktion binden.
Die Preise sind darin nicht fest, sondern bewegen sich innerhalb einer vereinbarten Spanne. Anzahlungen der Kunden sichern die Abnahme. Mit einzelnen Kunden spricht SK Hynix bereits über längere Laufzeiten.
Rechnet man die Langfristverträge und die laufend verhandelten Mengen zusammen, sind DRAM und HBM nach Angaben des Unternehmens bis einschließlich 2029 praktisch ausverkauft. Finanzchef Kim Woo-hyun sprach von einer Knappheit, die bis 2030 anhalten werde.
Smartphones und PCs tragen die Kosten
Für Verbrauchergeräte wird die Lage nicht leichter. SK Hynix rechnet damit, dass die Stückzahlen bei PCs und Mobilgeräten sinken, weil steigende Speicherpreise die Gerätekosten belasten. Das Wachstum bei KI-Rechenzentren soll den Rückgang für den Hersteller mehr als ausgleichen.
Wer zu den 14 Vertragskunden gehört, nennt SK Hynix nicht. Eine Bestätigung, dass Apple dabei ist, gibt es nicht. Selbst wenn, würde ein solcher Vertrag zwar Mengen sichern, die Preise aber nur innerhalb der vereinbarten Spanne begrenzen.
Apple hatte im Juni bereits weitere Preiserhöhungen angedeutet. In Deutschland sind seither mehrere Geräte teurer geworden, andere blieben im Preis gleich. Das MacBook Pro mit M6 startet 100 Euro über dem Vorgänger, der iMac mit M6 bleibt beim alten Preis, und der Einstieg beim MacBook Neo liegt seit der Preisrunde im Juni bei 799 Euro.
| Gerät | Preis vorher | Preis jetzt | Anlass |
|---|---|---|---|
| MacBook Neo (Einstieg) | 699 € | 799 € | Preiserhöhung am 25.06.2026, dasselbe Modell |
| iPhone 18 Pro (256 GB) | 1.299 € (iPhone 17 Pro) | 1.449 € | Generationswechsel, September 2026 |
| MacBook Pro 14″ (Einstieg) | 2.199 € (M5) | 2.299 € (M6) | Generationswechsel, 27.10.2026 |
| iMac (Einstieg) | unverändert (M4) | unverändert (M6) | Generationswechsel, 27.10.2026 |
Warum die Langfristverträge den Ausschlag geben
Ich halte die Angabe zu den Langfristverträgen für wichtiger als die Jahreszahl 2030. Wenn mehr als die Hälfte der Produktion über fünf Jahre an wenige Großkunden gebunden ist, bleibt für den freien Markt nur noch der Rest – und dort gilt keine vereinbarte Preisspanne. Wer nicht unter den 14 ist, kauft genau in diesem Segment ein.
Für Apple ändert das wenig an der Richtung. Die Preistabelle zeigt, dass Apple die Kosten bisher selektiv weitergibt, statt quer durchs Sortiment zu erhöhen. Ich rechne damit, dass Apple bei den Quartalszahlen am 2. November erneut auf die Speicherkosten eingeht – schon im Juli hatte Apple vor deutlich größeren Lieferengpässen gewarnt.
Kaufst du dein nächstes iPhone oder deinen nächsten Mac jetzt, weil du mit weiter steigenden Preisen rechnest – oder wartest du trotzdem auf die nächste Generation? Schreib uns in den Kommentaren, wie du deinen nächsten Kauf planst.





