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Apple kündigt das nächste große Update für sein Kreativ-Abo an. Final Cut Pro bekommt die Effektbibliothek von MotionVFX, Pixelmator Pro eine generative Füllfunktion, und Logic Pro, Keynote, Pages und Numbers erhalten einen KI-Assistenten. Den gibt es allerdings vorerst nur auf Englisch.
Am 27. Oktober hat Apple das Update für Apple Creator Studio per Pressemitteilung im deutschen Newsroom vorgestellt. Erscheinen soll es im November im App Store, für bestehende Abonnenten kostenlos. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.
Es ist das zweite große Paket für das Abo, das Apple im Januar gestartet hatte. Im Juni gab es bereits ein umfangreiches KI-Update mit automatischen Untertiteln und Masken in Final Cut Pro. Welche Apps zum Paket gehören und wo die Grenzen bei den KI-Funktionen liegen, steht in der Übersicht zu Apps, Abo und KI-Limits von Apple Creator Studio.
Das Wichtigste in Kürze
- Final Cut Pro für Mac integriert die Effekte, Vorlagen und Werkzeuge von MotionVFX, das Apple im März übernommen hatte.
- Pixelmator Pro bekommt „Generate Fill“, mit dem sich markierte Bildbereiche per Beschreibung verändern lassen.
- Logic Pro für Mac sowie Keynote, Pages und Numbers erhalten einen KI-Assistenten auf Basis von Apple-Modellen und OpenAI – zum Start nur auf Englisch (USA).
- Das Update erscheint im November und ist für Abonnenten kostenlos, das Abo kostet weiterhin 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr.
Final Cut Pro und Motion bekommen MotionVFX
Den größten Brocken liefert Final Cut Pro für Mac. Apple baut die Bibliothek von MotionVFX direkt in die App ein: Tausende Vorlagen, Grafiken, Titel und Übergänge sowie Werkzeuge für Rotoscoping, Tracking und Farbkorrektur. Bisher war das ein eigenes Angebot von Drittanbieterseite, bis Apple das Unternehmen im März übernommen hatte.
Dazu kommt der Content Hub in Final Cut Pro, eine von Apple kuratierte Sammlung aus Stockvideos, Fotos und Hintergründen. Bilder aus der Timeline lassen sich direkt in Pixelmator Pro öffnen und bearbeiten, die Änderungen landen automatisch wieder im Projekt. Kleinere Neuerungen betreffen die Glättung von Keyframes, Clips, die sich von der Primärhandlung lösen lassen, und 23 zusätzliche Sprachen für die Transkription.
Motion erhält MotionVFX-Plug-ins für Farbkorrektur, 3D-Kamera-Tracking und Auswahl mit einem Klick sowie einen neuen Filter „Displacement“. Compressor kann künftig Videos verarbeiten, die im Kinomodus mit dem iPhone 18 Pro und dem iPhone Duo aufgenommen wurden.
Generate Fill in Pixelmator Pro
In Pixelmator Pro markiert man einen Bildbereich und beschreibt, was sich dort ändern soll. Die Funktion „Generate Fill“ gleicht Licht, Perspektive und Textur an die Umgebung an und skaliert das Ergebnis mit Super Resolution hoch. Statt einer freien Markierung lassen sich auch die bestehenden Auswahlwerkzeuge wie Schnellauswahl oder Magnetische Auswahl nutzen.
Das Ergebnis lässt sich mit einer vorhandenen Ebene zusammenführen oder als eigene Ebene mit Maske einfügen. Damit bleibt die Änderung nachträglich bearbeitbar.
Logic Pro: neuer Browser und Komponententrennung für Schlagzeug
Logic Pro für Mac und iPad bekommt das Liquid-Glass-Design. Auf dem Mac fasst ein neu gestalteter Browser Loops, Instrumente und Effekt-Patches zusammen, eingebunden ist auch eine Splice-Mediathek. Eine Audioanalyse auf dem Gerät verschlagwortet hinzugefügte Sounds automatisch, sodass sich die eigene Sammlung durchsuchen oder per Loop nach ähnlichem Material abfragen lässt.
Die Komponententrennung kann künftig auch einzelne Schlagzeugteile isolieren, ersetzen oder neu abmischen, ohne dass die ursprünglichen Mehrspuraufnahmen vorliegen müssen. Dazu kommt ein Producer Pack des Salsa-Produzenten Sergio George mit Klavier-, Percussion- und Bläser-Loops.
KI-Assistenten nur auf Englisch
Der neue Assistent in Logic Pro für Mac soll beim Einrichten von Spuren, beim Start eines neuen Songs und beim Überarbeiten eines Projekts helfen. In Keynote, Pages und Numbers versteht ein ähnlicher Assistent den Inhalt des Dokuments: In Keynote hilft er beim Gestalten und Animieren von Folien, in Pages beim Formulieren und Umstellen von Texten, in Numbers beim Rechnen und bei der Wahl passender Diagramme. Beide Assistenten laufen als Beta und kombinieren laut Apple eigene Modelle mit OpenAI.
Laut Apples Fußnoten sind sie zum Start nur auf Englisch (USA) verfügbar. Logic Pro setzt dafür macOS 27 auf einem Mac mit Apple Intelligence voraus, Keynote, Pages und Numbers iOS 27, iPadOS 27 oder macOS 27 auf einem Gerät mit Apple Intelligence. Wer die Apps auf Deutsch nutzt, bekommt die Assistenten mit dem November-Update also nicht.
Für die Unterstützung des Model Context Protocol in Keynote, Pages und Numbers nennt Apple keine Sprachgrenze, nur macOS 27 als Voraussetzung. Darüber können externe KI-Agenten und Werkzeuge Inhalte lesen, bearbeiten und Abläufe automatisieren. Keynote unterstützt zudem ein neues offenes Dateiformat auf JSON-Basis mit der Endung .keyx.
Preise und Abo
Für bestehende Abonnenten ist das Update kostenlos. Neue Abonnenten zahlen 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr, Studierende und Lehrkräfte 2,99 Euro im Monat oder 29 Euro im Jahr. Beim Kauf eines neuen Mac oder eines geeigneten iPad gibt es drei Monate kostenlos, alle anderen Neukunden bekommen einen Probemonat.
Die Einzelversionen bleiben im Mac App Store: Final Cut Pro kostet 349,99 Euro, Logic Pro 229,99 Euro, Pixelmator Pro, Motion und Compressor je 59,99 Euro, MainStage 34,99 Euro. Alle Beiträge zum Abo bündelt die Seite zu Apple Creator Studio.
Starke Bibliothek, enge Sprachauswahl
Ich halte MotionVFX für den wertvollsten Teil des Updates. Was bisher als eigenes Angebot von MotionVFX lief, steckt jetzt im Abo. Damit bekommt Creator Studio ein Argument, das auch ohne KI funktioniert.
Bei den Assistenten bleibt die Sprachgrenze der Haken für Nutzer hierzulande. Ausgerechnet die Funktionen, die Apple als größte Veränderung bewirbt, laufen zum Start nur in amerikanischem Englisch. Bemerkenswert ist zudem der Partner: Mit OpenAI streitet Apple parallel vor Gericht um mutmaßlich abgeflossene Hardware-Geheimnisse, im eigenen Kreativ-Abo arbeitet es mit dem Unternehmen zusammen.
Welche Neuerung würde dich im Creator-Studio-Abo halten oder überzeugen – die MotionVFX-Bibliothek in Final Cut Pro oder ein KI-Assistent, sobald er Deutsch spricht? Schreib uns in den Kommentaren, für welche App du das Abo nutzt.





