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Kaum eine Woche im Handel, und schon rechnet ein Marktforscher Apples erstem faltbaren iPhone für das kommende Jahr fast ein Drittel des Marktes zu. Samsung bliebe zwar vorn, aber nur noch knapp. Gleichzeitig benennt dieselbe Prognose offen, woran der Aufstieg scheitern könnte.
TrendForce hat am 28. Oktober eine neue Einschätzung zum iPhone Duo veröffentlicht. Kern ist eine Grafik mit den Marktanteilen der Foldable-Hersteller bis 2027: Apple soll dann 29,8 Prozent aller ausgelieferten faltbaren Smartphones stellen. Für das laufende Jahr bleibt das Haus bei seinen Zahlen vom September, als es Apple rund 5 Millionen Geräte und 24,8 Prozent Anteil zutraute – bei einem Gesamtmarkt, der 2026 nur um 0,5 Prozent wächst. Alle Daten zum Gerät selbst stehen im Gesamtbild zum iPhone Duo.
Das Wichtigste in Kürze
- TrendForce sieht Apple 2027 bei 29,8 Prozent der weltweiten Foldable-Auslieferungen, nach 24,8 Prozent im Jahr 2026.
- Samsung fällt von 35,1 auf 31,9 Prozent, Huawei von 24,8 auf 21,3 Prozent.
- Der Abstand zwischen Samsung und Apple schrumpft damit von gut 10 auf rund 2 Prozentpunkte.
- Counterpoint hatte für 2027 zuvor 40 Prozent für Apple genannt – die beiden Häuser liegen also weit auseinander.
- Als Bremsen nennt TrendForce beschädigte Innendisplays, unvollständig angepasste Apps und den Stromverbrauch des großen Displays.
Apple rückt bis auf zwei Punkte an Samsung heran
Die Anteile stammen aus der Grafik, die TrendForce der Mitteilung beigefügt hat. Sie beziehen sich auf Auslieferungen, nicht auf Verkäufe an Endkunden. Den Anteil der übrigen Marken habe ich aus der Differenz zu 100 Prozent gerechnet.
| Hersteller | Anteil 2026 (Schätzung) | Anteil 2027 (Prognose) |
|---|---|---|
| Samsung | 35,1 % | 31,9 % |
| Apple | 24,8 % | 29,8 % |
| Huawei | 24,8 % | 21,3 % |
| Übrige Marken (gerechnet) | 15,3 % | 17,0 % |
Im ersten Jahr teilt sich Apple Platz zwei noch mit Huawei, im zweiten zieht es klar vorbei. Samsungs Vorsprung schmilzt von 10,3 auf 2,1 Prozentpunkte. Eine Stückzahl für 2027 nennt TrendForce in der Mitteilung nicht, ebenso wenig die Größe des Gesamtmarkts.
Zwei Häuser, zwei Rechnungen für 2027
Die neue Zahl steht in deutlichem Kontrast zu einer früheren Prognose. Counterpoint Research hatte Anfang September für 2027 einen Apple-Anteil von 40 Prozent genannt, bei einem Marktwachstum von 37 Prozent. Für das laufende Jahr liegen beide Häuser dagegen nah beieinander: Counterpoint kam auf 25 Prozent und bis zu 6 Millionen Geräte, TrendForce auf 24,8 Prozent und rund 5 Millionen.
Der Unterschied für 2027 beträgt also gut zehn Prozentpunkte. Counterpoint nannte für dasselbe Jahr allerdings keinen Wert für Samsung, ein direkter Vergleich der Rangfolge ist mit diesen Zahlen nicht möglich. TrendForce stützt sich als Marktforscher mit Schwerpunkt auf Display- und Bauteillieferketten auf belastbare Einblicke in die Fertigung, bleibt aber bei einer Schätzung: Apple weist iPhone-Stückzahlen seit Jahren nicht mehr einzeln aus.
Was den Aufstieg bremsen könnte
Ungewöhnlich ausführlich widmet sich TrendForce den Schwachstellen. Laut der Mitteilung zeigte Apples Website weniger als eine Woche nach Start der Vorbestellung für einige Bestellungen Liefertermine bis in den Januar 2027. Die ersten Rückmeldungen beschreibt das Haus als gespalten: Gelobt werden die Ansicht mit zwei Apps nebeneinander und das aufgeklappte Display, während schwarze Ränder in manchen Apps, die Anordnung der Tasten und die Fingerabdruck-Erkennung eine Eingewöhnung erfordern.
Schwerer wiegen die Berichte über beschädigte Innendisplays. Apple hatte bereits eingeräumt, dass ein Problem mit dem Innendisplay eine kleine Zahl von Geräten betrifft, und Betroffenen einen Austausch angeboten. TrendForce nennt als eine Hypothese aus Teardown-Analysen, dass die mittlere Stütze im Scharnier beim Zuklappen nicht weit genug zurückweicht und das Display dadurch punktuell belastet wird. Abhilfe sieht das Haus vor allem in der Abstimmung von Scharnierweg, Stützhöhe und Fertigungstoleranzen.
Hinzu kommt der Energiebedarf. Ein großes OLED-Display verbraucht je nach Helligkeit und Inhalt viel Strom, auch eine niedrigere Bildwiederholrate gleicht das nur teilweise aus. Als Apples größten Vorteil nennt TrendForce dagegen die Verbindung von eigenen Chips, Betriebssystem und Entwickler-Ökosystem.
Die Prognose hängt am Scharnier, nicht an der Nachfrage
Ich halte die 29,8 Prozent für die vorsichtigere und damit belastbarere der beiden Zahlen für 2027. Die Nachfrage ist offensichtlich da, wenn erste Liefertermine schon ins neue Jahr rutschen. Entscheidend wird, ob Apple das Displayproblem schnell in den Griff bekommt und ob die App-Anpassungen nachziehen – genau dort setzt auch TrendForce den Vorbehalt.
Hast du ein iPhone Duo im Blick, verlierst du mit ein paar Wochen Geduld derzeit wenig: Manche Liefertermine reichen laut TrendForce ohnehin bis in den Januar, und jede Woche bringt mehr Klarheit darüber, wie stabil das Innendisplay ist. Mit dem iPhone Duo entscheidet sich 2027 auch, ob faltbare Smartphones aus der Nische herauskommen.
Glaubst du, dass Apple Samsung bei den Foldables schon 2027 einholt – oder bremst das Displayproblem den Schwung? Schreib uns in den Kommentaren, wie viele Prozent du Apple für das nächste Jahr zutraust.





