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Fünf Jahre lang hat Apple am Gehäuse des MacBook Pro kaum etwas verändert. Jetzt kommt der große Umbau auf einen Schlag: ein Tandem-OLED-Display, das sich erstmals per Finger bedienen lässt, eine Dynamic Island statt der Notch und ein spürbar leichteres Gehäuse. Bei den Chips bleibt es dagegen beim Bekannten.
Apple hat am Abend das neue MacBook Pro mit PROLED XDR Display vorgestellt, in 14 und 16 Zoll. Die Pressemitteilung im Apple Newsroom erschien zum Start der Veranstaltung „Pro and tell” in Los Angeles. Damit ist das Gerät offiziell, das monatelang als MacBook Ultra durch die Gerüchteküche lief – der Name ist vom Tisch, das Gerät bleibt ein MacBook Pro.
Es ist bereits das zweite neue MacBook Pro dieser Woche. Am Dienstag hatte Apple das 14-Zoll-Modell mit M6 als neuen Einstieg in die Reihe vorgestellt. Die OLED-Modelle setzen darüber an und laufen mit M5 Pro und M5 Max, also den Chips, die Apple bereits im März eingeführt hat. Vorbestellungen sind ab heute möglich, ausgeliefert wird ab Freitag, dem 6. November.
Das Wichtigste in Kürze
- Das MacBook Pro bekommt erstmals ein Tandem-OLED-Display mit bis zu 2000 Nits und ein Kontrastverhältnis von 10.000.000:1
- Der Bildschirm lässt sich als erster Mac-Bildschirm per Touch bedienen, die Notch weicht einer Dynamic Island
- Das 14-Zoll-Modell wird rund 220 Gramm leichter, das 16-Zoll-Modell rund 320 Gramm
- Als Chips dienen weiter M5 Pro und M5 Max, neu ist SSD-Speicher bis 16 TB
- Vorbestellung ab heute, Auslieferung ab 6. November; in Deutschland startet die Reihe bei 3.299 Euro
PROLED XDR: Was das neue Display anders macht
Kern des Updates ist das Display. Apple setzt auf Tandem-OLED, also zwei übereinanderliegende leuchtende Schichten, wie sie das iPad Pro bereits nutzt. Die Spitzenhelligkeit liegt bei bis zu 2000 Nits, und zwar ausdrücklich auch bei SDR-Inhalten. Das Kontrastverhältnis beziffert Apple auf 10.000.000:1.
Neu ist auch der Farbraum. Neben P3 deckt das Display jetzt Adobe RGB ab, das in Fotografie und Druckvorstufe Standard ist. Für HDR-Videoschnitt nennt Apple mehr als 80 Prozent Abdeckung von Rec. 2020. Beide Farbräume liegen in einer gemeinsamen Voreinstellung, ein Umschalten entfällt. ProMotion regelt die Bildwiederholrate zwischen 10 und 120 Hz.
Wie groß der Sprung ist, zeigt der Vergleich mit dem Liquid Retina XDR Display der bisherigen Mini-LED-Modelle:
| Liquid Retina XDR (Mini-LED) | PROLED XDR (Tandem-OLED) | |
|---|---|---|
| Kontrastverhältnis | 1.000.000:1 | 10.000.000:1 |
| Spitzenhelligkeit HDR | 1600 Nits | 2000 Nits |
| Helligkeit SDR | 1000 Nits (im Freien) | 2000 Nits |
| Farbraum | P3 | P3 und Adobe RGB |
| Bildschirmdiagonale | 14,2 / 16,2 Zoll | 14,2 / 16,3 Zoll |
Die Nanotextur-Option gibt es weiterhin. Sie ist jetzt direkt in das Deckglas geätzt. Dazu kommen Referenzmodi, darunter neue DICOM-Modi für medizinische Bilder, die Apple ausdrücklich nur für nicht-diagnostische Zwecke freigibt.
Apples Hardwarechef Johny Srouji stellt das Display entsprechend in den Mittelpunkt:
PROLED XDR ist das beste Laptop-Display der Welt. Es verbindet modernste Tandem-OLED-Technologie mit fortschrittlichen Algorithmen in unserer Display-Engine, um die Bildtreue zu liefern, von der Profis geträumt haben.
Touch am Mac und die Dynamic Island
Zum ersten Mal reagiert ein Mac-Bildschirm auf Berührung. Der Touchsensor ist laut Apple in das Panel selbst eingebaut und nicht darübergelegt, was die Latenz senken soll. Scrollen per Wischen, Zoomen mit zwei Fingern, Fenster per Doppeltipp auf volle Größe ziehen – die Gesten orientieren sich an iPhone und iPad, ergänzen aber Tastatur und Trackpad, statt sie zu ersetzen. Ein neu konstruiertes Scharnier soll den Bildschirm beim Antippen stabiler halten.

Viele bestehende Apps funktionieren sofort, weil macOS Berührungen automatisch in Klicks übersetzt. Für eigene Touch-Bedienung hat Apple die Gesten-Schnittstellen erweitert. Zugesagt haben unter anderem Adobe Lightroom, DaVinci Resolve, Blender, Cinema 4D und Microsoft Office; diese Apps sollen bis Jahresende folgen. In Apple Creator Studio lassen sich etwa in Logic Pro Software-Instrumente direkt auf dem Display spielen.
Die Notch ersetzt eine Dynamic Island. Sie bündelt Live-Aktivitäten, Anrufe und Musiksteuerung und dient als neuer Ort für Spotlight und Siri AI. Eine Einschränkung steht in Apples Fußnoten: Spotlight wandert nur dann in die Dynamic Island, wenn Siri AI verfügbar und aktiviert ist.
Leichter, dünner, mehr Speicher
Das neue Gehäuse ist dünner und vor allem leichter. Das 14-Zoll-Modell mit M5 Pro wiegt laut Apples technischen Daten 1,38 statt 1,60 Kilogramm, für das 16-Zoll-Modell nennt Apple 0,7 Pfund weniger, umgerechnet rund 320 Gramm. Das 16-Zoll-Modell wird knapp einen Millimeter dünner, das 14-Zoll-Modell einen halben Millimeter. Durch schmalere Ränder wächst die große Diagonale von 16,2 auf 16,3 Zoll.
Bei der Leistung bleibt es beim Stand vom März: M5 Pro und M5 Max mit bis zu 128 GB gemeinsamem Arbeitsspeicher. Neu ist die Speicheroption bis 16 TB, bisher war bei 8 TB Schluss. Die Akkulaufzeit gibt Apple mit bis zu 24 Stunden an, eine halbe Stunde am Schnellladenetzteil soll für 50 Prozent reichen.

Die Anschlüsse entsprechen den bisherigen Pro-Modellen: drei Thunderbolt-5-Ports, HDMI, SDXC-Kartenleser, MagSafe und Kopfhörerbuchse. Mit M5 Pro lassen sich bis zu drei, mit M5 Max bis zu vier externe Displays betreiben. Das Lautsprechersystem bekommt neue Tieftöner mit laut Apple 50 Prozent mehr Bass und erstmals eine eigene Abstimmung für den Betrieb mit geschlossenem Deckel.
Preise und Marktstart
Vorbestellt werden kann ab heute in 30 Ländern und Regionen, die Auslieferung beginnt am 6. November. Im deutschen Apple Store gelten diese Einstiegspreise:
| Modell | Chip | Preis (Deutschland) | Preis (USA) |
|---|---|---|---|
| 14 Zoll | M5 Pro | ab 3.299 Euro | ab 2.899 US-Dollar |
| 16 Zoll | M5 Pro | ab 3.899 Euro | ab 3.399 US-Dollar |
| 14 Zoll | M5 Max | ab 5.199 Euro | ab 4.499 US-Dollar |
| 16 Zoll | M5 Max | ab 5.599 Euro | ab 4.799 US-Dollar |
Die Nanotextur kostet 165 Euro Aufpreis, ein Netzteil liegt wie schon beim Vorgänger nicht im Karton. Die Mini-LED-Modelle bleiben parallel im Sortiment: Das 16-Zoll-MacBook-Pro mit M5 Pro steht dort weiter ab 3.399 Euro, die OLED-Fassung mit demselben Chip ab 3.899 Euro.
Ein Mac für Bildprofis, noch kein Mac für alle
Ich halte das Display für den eigentlichen Grund, dieses MacBook Pro zu kaufen – Touch und Dynamic Island sind die sichtbareren Neuerungen, aber 2000 Nits bei SDR-Inhalten und Adobe RGB ab Werk ändern für Fotografen und Coloristen tatsächlich den Arbeitsalltag. Wer dagegen vor allem Rechenleistung sucht, bekommt hier exakt die Chips aus dem März in einem neuen Gehäuse.
Für den deutschsprachigen Raum ergibt sich aus Apples Fußnoten eine Einschränkung. Siri AI läuft auf dem Mac als Beta in Englisch, Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch – Deutsch fehlt weiterhin. Wer Mac und Siri auf Deutsch eingestellt hat, nutzt die Dynamic Island damit vorerst ohne Siri AI und ohne Spotlight an dieser Stelle. Ich rechne damit, dass genau dieser Teil des neuen Bedienkonzepts hierzulande erst mit der deutschen Sprachfassung wirklich ankommt.
Der Touchscreen ist die Neuerung, über die am meisten diskutiert werden dürfte: Bei welcher Arbeit würdest du am MacBook tatsächlich auf den Bildschirm tippen, statt zum Trackpad zu greifen? Erzähl uns in den Kommentaren, wo der Finger für dich schneller wäre.





