Apple plant offenbar eine komplett neue MacBook-Klasse oberhalb des MacBook Pro. Das sogenannte MacBook Ultra soll das erste MacBook mit OLED-Display, Touchscreen und dem neuen M6-Chip werden – ein Gerät, das es in dieser Form noch nie gegeben hat. Ursprünglich war der Launch für Ende 2026 geplant, doch die globale Speicherchip-Krise hat den Release laut Gurman nun auf Anfang 2027 verschoben.
Das MacBook Pro wurde zuletzt im März 2026 mit den M5 Pro- und M5 Max-Chips aktualisiert. Äußerlich hat sich seit dem Redesign von 2021 wenig verändert. Doch laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman arbeitet Apple parallel an einem komplett neuen Laptop, der nicht das MacBook Pro ersetzen, sondern darüber stehen soll.
Gurman nennt das Gerät „MacBook Ultra“ – ein Name, der zum bestehenden Ultra-Branding bei Apple Watch Ultra, CarPlay Ultra und den M-Ultra-Chips passen würde. Ob Apple tatsächlich diesen Namen wählt, ist noch nicht bestätigt. Gurman selbst räumt ein, dass Apple „den traditionellen MacBook-Pro-Namen beibehalten könnte“, hält den Ultra-Namen aber für wahrscheinlicher.
Was feststeht: Dieses MacBook wird sich grundlegend von allen bisherigen Macs unterscheiden. Wir haben die bestehenden MacBook-Modelle bereits in unseren Vergleichen MacBook Air vs. MacBook Pro 2026 und MacBook Pro M5: 14 vs. 16 Zoll eingeordnet. Das MacBook Ultra wäre eine völlig neue Kategorie.
Das Wichtigste in Kürze
| Detail | Erwartung |
|---|---|
| Produkt | Neues Top-Tier-MacBook oberhalb des MacBook Pro |
| Name | „MacBook Ultra“ (nicht bestätigt) |
| Display | OLED (Tandem), erstmals Touchscreen |
| Chip | M6 Pro und M6 Max (2-nm-Verfahren) |
| Design | Dünner, leichter, Dynamic Island statt Notch |
| 5G | Möglich, über Apple C2-Modem |
| Release | Anfang 2027 (verschoben wegen Speicherchip-Krise) |
| Preis | Deutlich über dem aktuellen MacBook Pro, geschätzt ab 3.000 € |
Positionierung: Vier MacBook-Linien
Mit dem MacBook Ultra würde Apple erstmals vier MacBook-Stufen anbieten:
| Modell | Startpreis | Zielgruppe |
|---|---|---|
| MacBook Neo | 699 € | Einsteiger, Studenten |
| MacBook Air | ab 1.199 € | Alltag, mobile Nutzer |
| MacBook Pro | ab 1.899 € | Profis, Kreative |
| MacBook Ultra | ab ~3.000+ € | High-End-Profis, Kreative |
Das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max bleibt parallel im Verkauf. Das Ultra ersetzt es nicht, sondern ergänzt es – ähnlich wie die Apple Watch Ultra neben der Series existiert.
Gurman spekuliert, dass Apple das OLED-Modell bewusst als neue High-End-Variante einführen könnte. Eine solche Strategie hätte zwei Vorteile: Sie würde die Nachfrage auf zwei Preissegmente verteilen und damit den knappen Komponenten-Nachschub entzerren. Gleichzeitig könnte Apple höhere Margen erzielen, ohne den Einstiegspreis des MacBook Pro zu erhöhen.
Display: OLED und Touchscreen
Erstes OLED im MacBook
Das MacBook Ultra wird voraussichtlich ein Tandem-OLED-Display nutzen – die gleiche Technologie, die Apple 2024 im iPad Pro eingeführt hat. Zwei übereinandergelegte OLED-Schichten sorgen für extreme Helligkeit, tiefes Schwarz und einen Kontrastwert von 2.000.000:1. Samsung Display soll exklusiver Panellieferant sein.
Die aktuellen MacBook Pros nutzen Mini-LED (Liquid Retina XDR). Der Wechsel zu OLED bringt bessere Farbgenauigkeit, dünnere Bauweise und höhere Energieeffizienz – auf Kosten eines höheren Preises.
Samsung Display hat die Fertigung inzwischen so weit im Griff, dass die Ausbeute stabil über 90 Prozent liegt – einzelne Prozessschritte erreichen sogar 95 Prozent. In der Branche gilt dieser Bereich als „Golden Yield“ und markiert die Schwelle, ab der eine wirtschaftlich tragfähige Massenproduktion möglich wird. Erste Auslieferungen sollen im Juni 2026 starten, eingeplant sind rund zwei Millionen Panels für das laufende Jahr – verteilt auf 14- und 16-Zoll-Varianten. Samsung Display betreibt aktuell eine von zwei Gen-8.6-Linien; die zweite ließe sich bei Bedarf aktivieren und würde die Kapazität verdoppeln. Damit hat Apple einen flexiblen Skalierungspfad, falls die OLED-Nachfrage schneller anzieht als erwartet. Bemerkenswert: Die Verzögerung des Marktstarts ins frühe Jahr 2027 liegt damit nicht an den Displays – die Display-Seite ist produktionsreif.
Erster Touchscreen im Mac
Das MacBook Ultra wäre der erste Mac mit Touchscreen-Unterstützung. Apple hat jahrelang betont, dass Touchscreens nicht auf Laptops gehören – diese Haltung hat sich geändert. Laut Berichten arbeitet Apple an einer verstärkten Scharnierkonstruktion, um das „Wackeln“ beim Tippen auf das Display zu minimieren.
macOS 27 soll systemweite Touch-Unterstützung mitbringen: Wenn man ein Element auf dem Bildschirm berührt, passt sich macOS dynamisch an und zeigt größere, touchoptimierte Steuerelemente. Auch Pinch-to-Zoom und schnelleres Scrollen sollen unterstützt werden.
Die Notch verschwindet: An ihre Stelle tritt eine Dynamic Island, wie sie vom iPhone bekannt ist. Das schafft mehr Displayfläche und ermöglicht kontextbezogene Anzeigen direkt im Bildschirm.
Chip: M6 Pro und M6 Max
Der M6-Chip wird auf Basis des 2-nm-Verfahrens von TSMC gefertigt – eine Stufe moderner als der 3-nm-Prozess des M5. Das bedeutet:
- Höhere Transistordichte für mehr Leistung
- Deutlich bessere Energieeffizienz
- Neues WMCM-Packaging (Wafer-Level Multi-Chip Module)
Das MacBook Ultra soll in Varianten mit M6 Pro und M6 Max erscheinen. Ein Basismodell mit dem regulären M6-Chip ist laut Berichten nicht für das OLED-Modell geplant – das könnte separat als günstigeres MacBook Pro mit M6 erscheinen, jedoch ohne OLED und ohne Touchscreen.
Design: Dünner, leichter, neues Gehäuse
Das MacBook Ultra soll das erste vollständige Redesign des MacBook Pro seit 2021 werden:
- Dünneres Gehäuse – inspiriert vom M4 iPad Pro
- Leichter, ohne Kompromisse bei Anschlüssen oder Akku
- Dynamic Island statt Notch
- 14-Zoll- und 16-Zoll-Modelle bleiben bestehen
- Schmälere Displayränder durch flexible OLED-Panels
Apple hat laut Berichten eine verstärkte Scharniertechnik entwickelt, um den Touchscreen stabil zu halten. Das Gehäuse bleibt ein klassisches Clamshell-Design – kein Convertible, kein Hybrid.
5G-Konnektivität
Das MacBook Ultra könnte der erste Mac mit Mobilfunkanbindung werden. Apple hat im iPhone 16e seinen ersten eigenen Mobilfunkmodem (C1) eingeführt und im iPhone Air den C1X. Für das MacBook Ultra wird der C2-Modem erwartet – der gleiche Chip, der im iPhone 18 Pro zum Einsatz kommen soll.
Damit wäre erstmals Internetzugang über 5G direkt im MacBook möglich – ohne Hotspot, ohne Tethering. Ob 5G tatsächlich im MacBook Ultra landet oder auf spätere Modelle verschoben wird, ist allerdings noch nicht gesichert.
Release: Anfang 2027 statt Ende 2026
Ursprünglich hatte Gurman den Launch für Ende 2026 bis Anfang 2027 in Aussicht gestellt, mit einer wahrscheinlichen Ankündigung im Oktober oder November 2026. Am 19. April 2026 korrigierte er jedoch: Der Launch dürfte eher am Ende dieses Zeitfensters stattfinden, also Anfang 2027.
Grund ist die globale Speicherchip-Krise. Die Engpässe bei Arbeitsspeicher und SSD-Speicher treffen nicht nur Desktop-Macs wie den Mac Studio M5, sondern auch Apples Premium-Notebooks. Selbst Apple mit seinen langfristigen Lieferverträgen kann sich der weltweiten Knappheit nicht entziehen.
Gurman stellt klar: Software ist nicht das Problem. Die Anpassungen für den neuen Touchscreen in macOS 27 werden wie geplant im Herbst 2026 fertig sein. Das Notebook selbst kann aber erst ausgeliefert werden, wenn ausreichend Komponenten verfügbar sind. Mehr dazu in unserem Artikel MacBook Ultra: Launch wegen Speicherkrise verzögert.
Die Samsung-Produktion der OLED-Panels soll im Mai 2026 starten – technisch wäre also alles vorbereitet. Die Verschiebung ist rein eine Frage der Komponentenverfügbarkeit.
Preis: Premium wird teurer
Gurman erinnert daran, dass Apple bei der Einführung von OLED im iPhone X (2017) und im iPad Pro (2024) die Preise jeweils um rund 20 Prozent angehoben hat. Ein ähnlicher Aufschlag beim MacBook Ultra ist wahrscheinlich.
Zum Vergleich: Das aktuelle MacBook Pro 16″ mit M5 Max startet bei 4.199 €. Ein MacBook Ultra könnte bei 3.000 € bis 3.500 € für das 14-Zoll-Modell beginnen und in der Topkonfiguration deutlich über 5.000 € kosten.
Für wen lohnt sich das Warten?
Das MacBook Ultra ist kein Upgrade für alle – es ist ein Produkt für Nutzer, die das Beste wollen und bereit sind, dafür zu bezahlen. Videoschnitt in HDR auf einem OLED-Display, Touch-Interaktion direkt auf dem Screen, 5G unterwegs und ein 2-nm-Chip – das ist die Zielgruppe.
Wer gerade ein MacBook Pro mit M5 Pro oder M5 Max gekauft hat, muss sich keine Sorgen machen: Diese Geräte bleiben im Verkauf und sind für die allermeisten professionellen Workflows mehr als ausreichend.
Wer aber ohnehin auf ein neues High-End-MacBook wartet und das Budget hat, sollte bis Anfang 2027 abwarten. Die Verschiebung um wenige Monate ist kein Beinbruch – und könnte sogar dazu führen, dass Apple zum Launch genug Geräte vorrätig hat, um die Nachfrage zu bedienen. Das MacBook Ultra könnte der größte Sprung in der MacBook-Geschichte werden.
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