Apple plant offenbar eine komplett neue Produktkategorie: AirPods mit Infrarot-Kameras. Was bisher nur Science-Fiction war – Kopfhörer, die die Umgebung sehen können –, könnte Ende 2027 Realität werden. Das neue Modell soll oberhalb der AirPods Pro 3 positioniert sein und möglicherweise den Namen AirPods Ultra tragen.
Die AirPods Pro 3 kamen im September 2025 und brachten besseren Klang, stärkeres ANC und erstmals Herzfrequenzmessung. Trotzdem nutzen sie weiterhin den H2-Chip aus dem Jahr 2022 und reihen sich in ein AirPods-Lineup ein, das von den AirPods 4 bis zu den AirPods Max 2 reicht.
Nun deuten übereinstimmende Berichte von Ming-Chi Kuo, Mark Gurman und mehreren Weibo-Leakern darauf hin, dass Apple ein Premium-Modell mit IR-Kameras und dem neuen H3-Chip auf den Markt bringt – einem aktuellen Bericht zufolge allerdings erst Ende 2027. Es wäre die größte Erweiterung der AirPods-Reihe seit ihrer Einführung 2016.
Das Wichtigste in Kürze
| Detail | Erwartung |
|---|---|
| Produkt | Höherpreisige AirPods Pro 3 mit IR-Kameras, möglicherweise „AirPods Ultra“ |
| Release | Ende 2027 (laut jüngstem Bericht; zuvor Herbst 2026 erwartet) |
| Chip | H3 (neue Generation) |
| Kameras | Infrarot-Sensoren für Visual Intelligence und Gestensteuerung |
| Preis | Geschätzt 299–349 € (neben AirPods Pro 3 für 249 €) |
| Ersetzt | Nichts – die AirPods Pro 3 bleiben parallel im Sortiment |
Name: AirPods Ultra oder AirPods Pro 3 mit Kameras?
Apple hat sich noch nicht festgelegt. Zwei Szenarien sind im Gespräch:
Variante 1: Zwei Versionen der AirPods Pro 3 – mit und ohne Kameras. Ähnlich wie bei den AirPods 4, die mit und ohne ANC erhältlich sind.
Variante 2: Ein eigenständiges Produkt namens AirPods Ultra. Mark Gurman hält diese Option für wahrscheinlich. Apple nutzt das „Ultra“-Label bereits bei der Apple Watch Ultra, bei Chips (M-Ultra) und bei CarPlay Ultra. Ein Preis oberhalb der AirPods Pro 3 würde eine neue Premium-Stufe im AirPods-Lineup schaffen – zwischen den Pro 3 (249 €) und den AirPods Max 2 (579 €).
Entwicklungsstand: Prototypen mit nahezu finalem Design
Apples Entwicklung der AirPods mit Kameras hat eine entscheidende Phase erreicht. Laut einem Bloomberg-Bericht von Mark Gurman befinden sich die Prototypen bereits im sogenannten Design Validation Testing (DVT) – einer fortgeschrittenen Validierungsphase, in der Apple-interne Tester die Geräte mit nahezu finalem Design im Alltag erproben. Der einzige verbleibende Entwicklungsschritt vor der frühen Massenproduktion ist das Production Validation Testing (PVT). Apple hat das Projekt insgesamt seit rund vier Jahren in der Entwicklung.
Ursprünglich war ein Launch in der zweiten Hälfte 2026 geplant. Diese Pläne wurden verschoben, weil die nächste große Siri-Generation – die als Grundlage für die KI-Funktionen der neuen AirPods dient – mehr Zeit benötigt.
Inzwischen rückt der Marktstart noch weiter nach hinten: Einem aktuellen Bloomberg-Bericht zufolge sollen die Kamera-AirPods – intern unter dem Codenamen B798 geführt – erst Ende 2027 erscheinen. Als Grund gelten erneut Apples anhaltende Schwierigkeiten mit der KI-Software, dieselben Verzögerungen, die auch andere Geräte betreffen; zusätzlich musste Apple visuelle KI-Modelle entwickeln, die Objekte in der Umgebung zuverlässig erkennen. Die Hardware gilt damit als weit gediehen, der finale Marktstart bleibt aber an die Software-Reife gekoppelt.
Ein Stopp-Gerücht – und ein Code-Fund, der dagegenspricht
Anfang Juli 2026 geriet der zuletzt recht klare Zeitplan ins Wanken – gleich zweifach und in entgegengesetzte Richtungen. Zunächst meldete der Prototypen-Sammler Kosutami auf X, Apple habe die Entwicklung der kamerabestückten AirPods vorerst ausgesetzt, und korrigierte damit eine frühere Aussage aus dem Juni, wonach das Projekt „abgeschlossen“ sei. Belege lieferte er nicht, und seine Trefferbilanz ist gemischt: Beim metallgekapselten Akku des iPhone 16 Pro lag er richtig, mit einem angeblich unmittelbar bevorstehenden Start der AirPods Pro 3 im August 2024 dagegen daneben. Der gemeldete Entwicklungsstopp ist damit ein Hinweis, aber keine Gewissheit – zumal er den Bloomberg-Berichten widerspricht, die das Projekt zuletzt in einem fortgeschrittenen Teststadium sahen.
Nur Stunden später kam das Gegensignal, ausgerechnet aus Apples eigenem Code: In der zweiten iOS-27-Beta stieß der Entwickler Sam Henri Gold auf einen Eintrag zu einem Gerät mit dem Codenamen B790, das zwei Kamerabilder von beiden Seiten des Kopfes verarbeiten soll – exakt die Anordnung, die zu einem kamerabestückten Ohrhörer passt. Der Code legt fest, wie Visual Intelligence dort arbeiten würde, und nennt als Beispiele Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm oder Alltagsobjekte wie eine Kaffeetasse. Dass eher AirPods als die Datenbrille gemeint sind, legen die internen Kennungen nahe: Die AirPods Pro 3 liefen unter B788, während für die Smart Glasses die Kennung N50 kursiert – B790 ordnet sich stimmig in Apples B-Serie für Audio-Hardware ein. Ausschließen lässt sich die Brille damit aber nicht.
Ein echter Widerspruch muss in beiden Meldungen nicht liegen. Software-Vorbereitung und Hardware-Entwicklung folgen bei Apple nicht zwingend demselben Takt, ein hinterlegter Codename in der Beta kann eine ältere Entwicklungsstufe abbilden, und ebenso könnte eines der beiden Signale schlicht ungenau sein. Der gemeinsame Nenner bleibt die mit iOS 27 ausgebaute Visual Intelligence, die als Kernfunktion solcher Wearables gilt. Gesicherte Klarheit über den Projektstatus dürfte es erst geben, wenn Siri AI mit dem Release von iOS 27 breit ausgeliefert ist und sich zeigt, wie zuverlässig die visuellen KI-Funktionen im Alltag arbeiten.
Kameras: Was können sie – und was nicht?
Die Kameras in den AirPods Ultra sind keine Foto- oder Videokameras. Sie erfassen die Umgebung in niedriger Auflösung und liefern die Daten an Siri und Apple Intelligence – als „Augen“ der KI. Ein typisches Anwendungsbeispiel: Ein Blick in den Kühlschrank, eine Frage an Siri, was sich aus den vorhandenen Zutaten kochen lässt – die Antwort kommt direkt aufs Ohr, ohne dass das iPhone aus der Tasche gezogen werden muss. Vergleichbar wäre das Konzept mit der Visual-Intelligence-Funktion auf dem iPhone, nur eben ohne den Umweg über die Smartphone-Kamera. Weitere geplante Anwendungsfälle: kontextabhängige Erinnerungen, die sich aus dem Gesehenen ergeben, oder eine deutlich präzisere Navigation, bei der die KI konkrete Landmarken nennt, an denen abgebogen werden soll.
Wichtig zur Konkretisierung: Die Kameras sitzen in beiden Earbuds – also rechts und links. Damit kann die Umgebung aus zwei Perspektiven erfasst werden, was die räumliche Wahrnehmung deutlich präziser macht als bei einer Single-Kamera-Lösung.
Erwartete Funktionen:
- Visual Intelligence: Die Kameras liefern Umgebungsdaten an Siri und Apple Intelligence – ohne das iPhone aus der Tasche zu ziehen. Objekterkennung, Texterkennung und kontextbezogene Informationen werden direkt über die AirPods möglich.
- Gestensteuerung in der Luft: Anstatt den Stiel zu drücken, könnten Handbewegungen reichen – Pause, Weiter, Annehmen. Einige Berichte deuten darauf hin, dass Apple die druckempfindlichen Stiele komplett durch Gestenerkennung ersetzen könnte.
- Spatial Audio mit Vision Pro: Besseres Head-Tracking und räumliche Wahrnehmung durch die Kombination aus IR-Sensoren und dem H3-Chip. Die AirPods Ultra wären damit ein idealer Begleiter für Apples AR-Headset.
Leaker Kosutami fasste es treffend zusammen: Die nächsten AirPods Pro „können um dich herum sehen“ und sind „mit Apple Intelligence verbunden“.
Design: Längerer Stiel und Privacy-LED
Optisch sollen die AirPods Ultra den heutigen AirPods Pro stark ähneln. Die zentrale Veränderung liegt im Stiel: Er fällt länger aus, weil die Kameras dort untergebracht werden müssen. Eine kleine LED am Gehäuse soll außerdem signalisieren, wann visuelle Daten an die Cloud übertragen werden – ein Privacy-Feature, das die Nutzer transparent über jede aktive Bildverarbeitung informiert. Damit greift Apple ein Konzept auf, das bereits bei der iSight-Kamera am Mac bewährt ist: Eine sichtbare Status-LED schafft Transparenz und Vertrauen genau in dem Moment, in dem das Gerät aktiv „mitsieht“.
Chip: H3 für mehr Leistung
Die AirPods Pro 3 nutzen noch den H2-Chip von 2022 – trotz neuer Features. Die AirPods Ultra sollen den neuen H3-Chip erhalten, der laut Gurman bereits in Entwicklung ist.
Erwartete Verbesserungen:
- Bessere Klangqualität und niedrigere Latenz
- Leistung für Echtzeit-Gestenverarbeitung und IR-Datenauswertung
- Verbesserte Energieeffizienz für akzeptable Akkulaufzeit trotz zusätzlicher Sensoren
- Stärkere Verbindung mit dem iPhone 18 Pro und Vision Pro
Gesundheitsfeatures
Die AirPods Pro 3 haben bereits Herzfrequenzmessung und Hörtests eingeführt. Mit dem H3-Chip und den zusätzlichen Sensoren könnte die AirPods Ultra weitere Gesundheitsfunktionen bieten – etwa erweiterte Fitness-Daten oder verbesserte Umgebungsgeräusch-Analyse. Konkrete Details sind allerdings noch nicht bekannt.
Preis und Positionierung
Die AirPods Ultra würden eine Lücke im AirPods-Lineup schließen:
| Modell | Preis (DE) |
|---|---|
| AirPods 4 | ab 149 € |
| AirPods 4 mit ANC | ab 199 € |
| AirPods Pro 3 | 249 € |
| AirPods Ultra (erwartet) | 299–349 € |
| AirPods Max 2 | 579 € |
Die AirPods Pro 3 bleiben parallel im Verkauf – genau wie die AirPods 4 mit und ohne ANC nebeneinander existieren. Wer keine IR-Kameras braucht, greift weiterhin zu den Pro 3.
Release: Wann kommen die AirPods Ultra?
Lange galt der Herbst 2026 als wahrscheinlichster Zeitraum – gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro, dem iPhone Ultra und der Apple Watch Series 12 sowie Apple Watch Ultra 4; Analyst Ming-Chi Kuo war zwischenzeitlich von einem Start der Massenproduktion 2026 ausgegangen. Der jüngste Bloomberg-Bericht verschiebt den Marktstart nun jedoch auf Ende 2027 – und damit etwa in das Zeitfenster der ebenfalls für Ende 2027 erwarteten Apple Glasses. Solange Apple nichts bestätigt, bleibt der genaue Termin beweglich, die Tendenz weist aber klar nach hinten.
AirPods Ultra: Für wen lohnt sich das Warten?
Die AirPods Ultra sind kein Ersatz für die AirPods Pro 3. Wer einfach gute Kopfhörer mit ANC sucht, ist mit den Pro 3 bestens bedient. Die Ultra richten sich an Nutzer, die Apple Intelligence aktiv nutzen, eine Vision Pro besitzen oder sich für Apples Zukunft in der Gestensteuerung und Spatial Computing interessieren.
Wer gerade neue AirPods kaufen will, kann bedenkenlos zu den Pro 3 greifen – die bleiben im Sortiment und erhalten weiterhin Software-Updates. Wer aber auf die nächste große Innovation bei Apple-Kopfhörern wartet, sollte den Zeitraum um Ende 2027 im Blick behalten.
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