Apple arbeitet seit Jahren an einem Smart-Home-Hub mit Display – und 2026 soll es endlich so weit sein. Das intern als HomePad gehandelte Gerät verbindet einen HomePod-Lautsprecher mit einem iPad-ähnlichen Touchscreen und tritt damit gegen Amazons Echo Show und Googles Nest Hub an. Der entscheidende Unterschied: eine tiefe Verzahnung mit HomeKit, Matter und Apple Intelligence.
Beim Thema Smart Home hat Apple lange zugeschaut, während Amazon und Google mit Displays, Kameras und Hub-Geräten den Ton angaben. Das hauseigene Home-Ökosystem beschränkte sich bislang auf HomePod, HomePod mini und Apple TV als Steuerzentralen. Mit dem HomePad ändert sich das. Das Gerät wird intern unter dem Codenamen J490 entwickelt und soll laut mehreren Quellen seit Monaten fertig in den Lagern liegen – gebremst wurde der Start allein vom Warten auf das runderneuerte, KI-gestützte Siri-Erlebnis. Genau dieser Baustein ist Teil einer breiteren Smart-Home-Offensive, deren Fahrplan sich bis ins Jahr 2028 erstreckt und neben dem HomePad auch ein neues Apple TV, frische HomePods und einen späteren Roboterarm umfasst.
Das Wichtigste in Kürze
| Detail | Erwartung |
|---|---|
| Produkt | Smart-Home-Hub mit 7-Zoll-Display |
| Codename | J490 |
| Chip | A18 (Apple-Intelligence-fähig) |
| Display | 7 Zoll, quadratisch, Touchscreen |
| Kamera | Ultraweitwinkel mit Face ID für Mehrbenutzer-Erkennung |
| Bauformen | Tischmodell mit Lautsprecher-Basis und Wandmontage |
| Software | eigene homeOS-Variante auf tvOS-Basis |
| Marktstart | Herbst 2026, eher im Rahmen eines Oktober-Events |
| Preis | geschätzt rund 350 US-Dollar |
Zwei Bauformen: Tisch und Wand
Apple entwickelt das HomePad in zwei Ausführungen. Das Tischmodell sitzt auf einer Lautsprecher-Basis, die optisch an den HomePod mini erinnert – gedacht für Küche, Schlafzimmer oder Schreibtisch, überall dort, wo schnelle Informationen und Musiksteuerung gefragt sind. Das Wandmodell setzt auf eine MagSafe-ähnliche Magnethalterung und wird zum zentralen Smart-Home-Panel an der Wand; Leaker Kosutami berichtete von einem Prototyp mit Schnellbefestigung und Türklingel-Integration. Das Display misst rund sieben Zoll im quadratischen Format – etwa so groß wie zwei nebeneinanderliegende iPhones – und reagiert über Näherungssensoren auf herannahende Personen, indem es die angezeigten Inhalte anpasst.
Chip und Software
Laut geleaktem Apple-Code arbeitet im HomePad der A18-Chip – derselbe Prozessor wie im iPhone 16. Damit wäre das Gerät leistungsstark genug für Apple-Intelligence-Funktionen, allen voran Siri AI mit natürlicher Gesprächsführung. Als Software soll eine eigene Variante zum Einsatz kommen, die auf tvOS aufsetzt und um iOS-ähnliche Funktionen ergänzt wird – häufig als homeOS umschrieben. Hinweise auf das ChatKit-Framework im Code deuten darauf hin, dass das HomePad iMessage und Textnachrichten unterstützen könnte, was auf Apple TV und HomePod bislang fehlt. Die Oberfläche dürfte Elemente von Apple Watch und dem iPhone-StandBy-Modus kombinieren: aufgeräumt, widget-basiert und mit kontextbezogenen Anzeigen, die sich je nach Person und Tageszeit ändern.
Kamera und Face ID
Die eingebaute Frontkamera geht über simple Videoanrufe hinaus. Für FaceTime sind Center Stage und 1080p-Video vorgesehen. Spannender ist die Face ID mit Mehrbenutzer-Erkennung: Das HomePad soll erkennen, wer davorsteht, und automatisch zwischen Profilen wechseln – mit personalisierter Musik, eigenem Kalender und individuellen Erinnerungen. Darüber hinaus könnte die Gesichtserkennung Automationen auslösen und etwa beim Heimkommen passende HomeKit-Szenen starten, von der Beleuchtung über Musik bis zum Sicherheitssystem. Dass Apple intern eine App zur Messung der Erkennungsgenauigkeit entwickelt hat, unterstreicht den Stellenwert dieser Funktion.
Das HomePad als Zentrale fürs Smart Home
Das HomePad wird als zentrale Schaltstelle für das gesamte Apple-Home-Ökosystem positioniert. Über das Display lassen sich HomeKit- und Matter-Geräte direkt steuern, Thread-Unterstützung ermöglicht die direkte Kommunikation mit kompatiblen Geräten ohne zusätzlichen Hub, und Siri übernimmt als Kern die Sprachsteuerung für Licht, Thermostat, Schlösser und Kameras – spürbar leistungsfähiger als bisher. Dabei soll das HomePad eng mit der geplanten Apple Security Camera zusammenspielen und Teil eines größeren Smart-Home-Pushes sein, zu dem auch die neuen HomePods gehören. Dass die Software-Grundlage dafür steht, zeigte die WWDC: Dort erweiterte Apple die Home-App unter anderem um smartere Benachrichtigungen für Sicherheitskamera-Alarme.
Was das HomePad kann – und was nicht
Neben der Smart-Home-Steuerung soll das HomePad Musik und Podcasts abspielen, FaceTime-Videoanrufe führen, Wetter, Kalender und Erinnerungen anzeigen, Fotos als digitaler Bilderrahmen darstellen sowie Notizen und Timer verwalten und iMessage-Nachrichten senden und empfangen. Was bewusst fehlt: ein vollwertiger App Store. Apple setzt auf kuratierte Funktionen statt auf eine offene Plattform und konzentriert das Gerät damit klar auf Smart Home, Kommunikation und schnelle Informationen.
Wann das HomePad erscheinen soll
Ursprünglich war das HomePad für Anfang 2025 geplant, rutschte dann auf das Frühjahr 2026 und schließlich auf den Herbst 2026 – jedes Mal wegen der Verzögerungen rund um das KI-gestützte Siri-Erlebnis. Die Hardware gilt seit Monaten als fertig; Leaker Kosutami deutete bereits Anfang März einen Herbst-Start an und sprach kurz darauf von einer Freigabe des Geräts. Mit der Vorstellung von Siri AI auf der WWDC ist der letzte Unsicherheitsfaktor ausgeräumt: iOS 27 und Siri AI wurden gezeigt, der breite Rollout folgt im Herbst. Als Bühne gilt inzwischen weniger die ohnehin volle September-Keynote rund um das iPhone 18 Pro, sondern eher ein primär auf den Mac ausgerichtetes Oktober-Event – möglicherweise an der Seite des MacBook Ultra.
Was das HomePad kosten soll
Erste Schätzungen gehen von rund 350 US-Dollar aus, was etwa 399 Euro entspräche. Das wäre deutlich günstiger als ein iPad und positioniert das HomePad als eigenständiges Smart-Home-Gerät statt als Tablet-Ersatz. Gegenüber den vergleichbaren Smart-Displays von Amazon und Google, die meist deutlich günstiger angesetzt sind, läge Apple zwar höher – bietet dafür aber die tiefe Integration ins eigene Ökosystem.
Ausblick: der Roboter-Hub für 2027 oder 2028
Neben dem HomePad arbeitet Apple Berichten zufolge an einer ambitionierteren Variante: einem Display auf einem beweglichen Roboterarm, der dem Nutzer im Raum folgen kann. Dieses an eine animierte Schreibtischlampe erinnernde Gerät wird intern als J595 gehandelt und möglicherweise mit einer aufgewerteten, stärker auf KI ausgelegten Version des Tablet-Geräts kombiniert. Die jüngsten Berichte verorten den Start allerdings erst 2027 oder sogar 2028 – das Konzept gilt als Wagnis und soll sich noch in einer frühen Testphase befinden. Der bewegliche Arm reiht sich damit in die verschiedenen Halterungen ein, mit denen sich das Home-Display kombinieren lässt, bildet aber den spektakulärsten und am weitesten entfernten Teil der Strategie.
Für wen ist das HomePad gedacht?
Das HomePad richtet sich an alle, die ihr Zuhause zentral steuern wollen, ohne ständig zum iPhone oder iPad greifen zu müssen. Es ersetzt keines der beiden Geräte, sondern ergänzt das Ökosystem um eine feste Station in der Wohnung. Besonders interessant wird es für Haushalte mit mehreren Apple-Nutzern: Über die Face-ID-Profile bekommt jedes Familienmitglied personalisierte Inhalte. Wenn du dein Smart Home konsequent im Apple-Kosmos halten willst, könnte das HomePad zusammen mit den neuen HomePods und der Security Camera zum Herzstück eines vollständig vernetzten Zuhauses werden.
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