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Siri AI basiert auf Gemini – ist aber nicht Gemini

Milan Jovicic by Milan Jovicic
11. Juni 2026 - 23:37 CEST
in Apple Allgemein
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Siri AI Apple

Bild: Apple

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Dass die neue Siri und weitere Apple-Intelligence-Funktionen auf Googles Gemini-Modellen aufbauen, ist bekannt. Apple betont jedoch nachdrücklich, dass das nicht dasselbe ist, wie Gemini auf dem iPhone laufen zu lassen. Inzwischen zeichnet sich ein deutlich klareres Bild davon ab, was hinter dieser Unterscheidung steckt.

Mit der zur WWDC vorgestellten neuen Siri verlässt Apple den bisherigen Weg, ausschließlich auf eigene Modelle zu setzen. Stattdessen kommt Technologie von Google zum Einsatz – allerdings in einer Form, die Apple sorgfältig von einem schlichten „Gemini auf dem iPhone” abgrenzt. Einige Details sind weiterhin offen, doch die Architektur dahinter lässt sich mittlerweile gut nachvollziehen: Es geht um maßgeschneiderte Modelle, eine besondere Server-Infrastruktur und die Frage, was das alles für die Privatsphäre bedeutet.

Siri AI ist nicht Gemini Assistant

Für Verwirrung sorgt vor allem, dass Google den Begriff „Gemini” für recht unterschiedliche Dinge verwendet. Gemini ist einerseits der Name einer ganzen Reihe von KI-Modellen. Andererseits heißt Googles Gegenstück zu Siri „Gemini Assistant” – wobei Google den Zusatz „Assistant” oft weglässt und schlicht von Gemini spricht.

Eines ist dabei klar: Auch wenn beide Assistenten auf Gemini-Modellen aufbauen, sind sie vollständig getrennt. Siri AI ist also keine umetikettierte Variante von Gemini Assistant, sondern ein eigenständiges System.

Auf Gemini gebaut – aber für Apple umgebaut

Apple selbst spricht von der dritten Generation seiner Apple Foundation Models, einer Familie aus fünf Basismodellen, die in Zusammenarbeit mit Google maßgeschneidert entwickelt wurden. Dass die neue Siri auf Gemini-Technologie basiert, hatte Google bereits offiziell bestätigt – inklusive der Rolle als bevorzugter Cloud-Anbieter.

Eine Analyse von Macworld-Autor Jason Snell ordnet ein, was Apple gesagt hat und was nicht. Demnach handle es sich bei vier der fünf Modelle um angepasste Gemini-Versionen, die auf Apple Silicon laufen, während das fünfte und leistungsfähigste im Kern Googles Standardmodell auf Google-Servern sei – vermutlich aber mit anderen Trainingsdaten. Siri AI greife dabei nicht auf Googles Websuche oder dessen Knowledge Graph zurück, sondern nutze eigene Quellen. Craig Federighi formuliere zugleich offen, dass die vier auf Apple Silicon laufenden Modelle mit Apples eigenen Daten trainiert, per Reinforcement Learning verfeinert und mithilfe von Ausgaben der Gemini-Spitzenmodelle nachgeschärft worden seien. Das größte Modell dürfte sowohl mit Googles als auch mit Apples Daten trainiert worden sein.

Vereinfacht heißt das: Apple ist von Geminis Basismodellen ausgegangen, hat sie für Apple Silicon und die benötigten Modellgrößen optimiert und neu aufgebaut und anschließend mit eigenen Daten, Gewichtungen und Schutzregeln neu trainiert.

Was das für den Datenschutz bedeutet

Entscheidend für Apples Markenversprechen ist, wo die Verarbeitung stattfindet. Zwei der vier kleineren Modelle laufen direkt auf dem Gerät – die Daten verlassen dein iPhone dabei also nie, was den höchstmöglichen Schutz bedeutet. Zwei weitere laufen auf Apple-Silicon-Chips in Apples eigener Private-Cloud-Compute-Infrastruktur (PCC). Diese ist so ausgelegt, dass weder Apple noch Google Daten zurückhalten oder einsehen können – und das lässt sich von Sicherheitsforschern unabhängig überprüfen, statt es Apple einfach glauben zu müssen.

Das leistungsstärkste Modell wiederum läuft auf Google-Servern. Dabei handelt es sich allerdings um Server, die ausschließlich für Apple reserviert sind, und obwohl hier NVIDIA-GPUs statt Apple Silicon zum Einsatz kommen, sollen nach Apples Angaben dieselben PCC-Prinzipien gelten: zustandslose Verarbeitung, durchsetzbare Garantien, kein privilegierter Laufzeitzugriff, Nicht-Adressierbarkeit einzelner Nutzer und überprüfbare Transparenz. Wie Apple diese Garantien auf fremder Hardware umsetzt – unter anderem mit NVIDIA Confidential Computing, Intel-TDX-Prozessoren und Googles Titan-Chip -, zeigt der Blick in die auf die Google Cloud ausgeweitete PCC-Infrastruktur.

Ein Rest Vertrauen bleibt

PCC auf Google-Servern ist technisch nicht dasselbe wie PCC auf Apples eigener Hardware. Genau hier verläuft die Grenze dessen, was sich heute unabhängig prüfen lässt: Auf dem Gerät und in Apples eigener Cloud können Sicherheitsforscher die Schutzmechanismen nachvollziehen, bei der Variante auf Google-Servern ist die Konstellation hingegen vergleichsweise neu und weniger erprobt. Das spricht nicht gegen Apples Zusicherungen, mahnt aber zu nüchterner Vorsicht – neue Architekturen können Schwachstellen enthalten, die schlicht noch niemand gefunden hat. Dass Apple ausgerechnet sein leistungsstärkstes KI-Modell auf fremder Infrastruktur betreibt, verschiebt zudem die Gewichte im Verhältnis zu Google – und erklärt, warum dem Unternehmen die Abgrenzung zwischen „läuft auf Gemini” und „ist Gemini” so wichtig ist. (Bild: Apple)

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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