Google hat offiziell bestätigt, dass die neue, personalisierte Siri noch 2026 auf Gemini-Technologie basieren wird. Google-Cloud-Chef Thomas Kurian kündigte die Kooperation auf der Google Cloud Next 2026 in Las Vegas an – und nannte Apple damit erstmals als Cloud-Kunden öffentlich.
Die lange versprochene neue Siri bekommt von offizieller Seite Rückenwind. Nicht aus Cupertino – sondern aus Mountain View. Google-Cloud-Chef Thomas Kurian hat auf der Entwicklerkonferenz Google Cloud Next 2026 bestätigt, was Apple-Beobachter seit Monaten erwarteten: Gemini wird die kommende Generation von Apple Intelligence antreiben. Und Google ist Apples bevorzugter Cloud-Provider dafür.
Kurians Worte sind ungewöhnlich direkt für eine Partnerschaft zwischen zwei Konzernen, die sonst eher Konkurrenten als Kooperationspartner sind. Er beschreibt die Kooperation als „monumentale Partnerschaft“ mit einer der ikonischsten Marken der Welt. Google entwickle gemeinsam mit Apple die nächste Generation von Apple Foundation Models – auf Basis von Gemini-Technologie. Diese Modelle würden künftig Apple-Intelligence-Funktionen antreiben, einschließlich der personalisierten Siri, die noch dieses Jahr kommen soll.
Die Bestätigung liefert keine neuen Details
Inhaltlich ist Kurians Aussage nicht brandneu. Apple selbst hatte bereits im Februar 2026 gegenüber CNBC bestätigt, dass die neue Siri noch 2026 erscheinen wird. Auch die Google-Gemini-Grundlage war in mehreren Leaks durchgesickert. Neu ist aber die Art der Bestätigung: Erstmals spricht Google selbst öffentlich und offiziell über die Zusammenarbeit mit Apple – auf einer eigenen Keynote, vor der gesamten Tech-Branche.
Das ist strategisch interessant. Für Apple ist die Partnerschaft eigentlich ein unangenehmes Eingeständnis – das Unternehmen, das Datenschutz als Markenversprechen nutzt, muss bei KI auf externe Technologie zurückgreifen, weil die eigenen Modelle nicht schnell genug bereit sind. Für Google ist es ein Erfolg: Apple als Kunde zu gewinnen, ist ein Ritterschlag für Google Cloud.
Die Siri-Verzögerung: Keine offizielle Verschiebung
Ein oft übersehener Punkt: Die neue Siri ist technisch nicht „verspätet“. Apple hatte nach der ersten Verschiebung im März 2025 nur vage von „im kommenden Jahr“ gesprochen, ohne konkretes Launch-Datum. Später wurde „irgendwann 2026“ zugesichert. Die ursprünglich geplante Frühjahrs-2026-Version scheiterte laut Berichten an Genauigkeitsproblemen – die aktuelle Roadmap zielt auf einen späteren Launch im Jahr.
Konkret bedeutet das: Apple hat bis zum 31. Dezember 2026 Zeit, um die neue Siri auszuliefern. Wahrscheinlicher Launch-Termin ist nach bisherigen Leaks der Herbst – gemeinsam mit iOS 27, das am 8. Juni auf der WWDC vorgestellt wird.
Am Montag war bereits durchgesickert, dass Mike Rockwell, der die Siri-Überarbeitung leitet, trotz interner Spannungen an Bord bleibt. Bis zum Abschluss der Siri-Überarbeitung ist seine Rolle stabil – was für den anvisierten 2026-Launch ein gutes Signal ist.
Offene Fragen: Private Cloud Compute oder Google-Server?
Ein wichtiges Detail bleibt unklar. Apple hat mit Private Cloud Compute ein eigenes, datenschutzfreundliches Cloud-System entwickelt, das sensible Nutzer-Anfragen auf Apple-kontrollierten Servern verarbeitet. Läuft das neue Gemini-basierte Siri darauf – oder werden Nutzer-Daten an Google-Server geschickt?
Kurian nennt Google Cloud zwar „Apples bevorzugten Cloud-Provider“, lässt aber offen, welche Daten tatsächlich bei Google landen und welche bei Apple bleiben. Für den Datenschutz ist das eine kritische Frage. Apple wird vermutlich versuchen, so viel wie möglich auf eigenen Servern zu halten – auch um das Markenversprechen aufrechtzuerhalten.
Parallel dazu: Apple öffnet Siri für andere KIs
Interessant ist auch eine weitere Entwicklung aus dieser Woche. Laut aktuellen Berichten will Apple Siri in iOS 27 auch für Anthropics Claude und weitere KI-Tools öffnen. Das würde Nutzern erlauben, nicht nur auf Gemini als Basis zu setzen, sondern eine KI-Engine ihrer Wahl zu konfigurieren.
Apple verfolgt damit eine clevere Strategie: Das Unternehmen diversifiziert seine KI-Abhängigkeiten, statt alles auf eine Karte zu setzen. Gemini ist der Standard-Partner, aber Nutzer und Entwickler bekommen Wahlmöglichkeiten. Das schützt Apple vor zu großer Abhängigkeit von Google – und gibt Kunden die Freiheit, ihre bevorzugte KI zu nutzen.
Siri: Was das strategisch bedeutet
Die öffentliche Google-Bestätigung markiert einen Wendepunkt in Apples KI-Strategie. Das Unternehmen, das lange auf Eigenentwicklung setzte, akzeptiert nun offen externe Technologie als Grundlage für eine seiner wichtigsten Zukunftsfunktionen. Das ist pragmatisch – und wohl auch notwendig, um im KI-Wettlauf aufzuholen.
Gleichzeitig bleibt die Frage, wie Apple das Datenschutz-Narrativ in dieser neuen Realität aufrechterhält. Der kommende CEO John Ternus hat bereits signalisiert, dass er KI aggressiver angehen will als Tim Cook. Wie er das mit Apples historischer Datenschutz-Priorität verbindet, wird zu einer der spannendsten Fragen seiner künftigen Amtszeit.
Konkret erfahren Nutzer mehr zur Siri-Zukunft voraussichtlich auf der WWDC-Keynote am 8. Juni – oder spätestens mit dem iOS-27-Launch im Herbst. (Bild: Mojahid_Mottakin / DepositPhotos.com)
- iOS 26.4.2 ist da: Update mit Bugfixes verfügbar
- Ternus ist Apple-TV-Fan und will den Dienst wettbewerbsfähiger machen
- Talent-Bindung wird Ternus‘ größte Herausforderung
- Unbefugte haben Zugriff auf Anthropics Mythos – Sicherheitsrisiko für Apple?
- Was Apples CEO-Wechsel über das Unternehmen verrät
- WhatsApp testet KI-Zusammenfassung für ungelesene Chats
- Ternus: „Apple wird die Welt erneut verändern“
- Tim Cook erklärt, warum er jetzt als CEO abtritt
- iOS 27 und macOS 27 bringen strengere Netzwerk-Sicherheit
- Ternus bringt eine neue KI-Plattform ins Hardware-Team
- So reagiert die Wall Street auf Apples CEO-Wechsel
- Silo Staffel 3 startet am 3. Juli auf Apple TV
- Der Cook-Rücktritts-„Leak“ war ein geplanter Apple-Testballon
- Ternus: Ein entscheidungsfreudiger CEO für Apple
- US-Justizministerium kritisiert Apples Samsung-Antrag im Kartellverfahren
- Srouji gliedert Apples Hardware-Team in fünf Bereiche
- Brasilien mahnt Apple wegen Glücksspiel-Apps für Minderjährige ab
- Apple CEO-Wechsel: Interne Memos von Cook und Ternus geben Einblick
- Tim Cook richtet emotionalen Abschiedsbrief an die Apple-Community
- Johny Srouji wird Apples Chief Hardware Officer
- Apple-Führungswechsel: John Ternus wird neuer CEO, Tim Cook wird Executive Chairman
- WhatsApp Plus: Meta testet kostenpflichtiges Abo mit Premium-Features
- Apple Sports App: Neues Update bringt F1-Wetter und kleinere Widgets



