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iPhone 20: Alle Gerüchte zum Jubiläumsmodell

Milan Jovicic by Milan Jovicic
26. September 2026 - 19:24 CEST
in Apple Allgemein, iPhone News, Gerüchte und Tipps
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Symbolbild zum iPhone 20: zwei gekippte Geräteumrisse unterschiedlicher Größe mit randlosen Bildschirmflächen in Blau und Cyan

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2027 feiert das iPhone sein 20-jähriges Jubiläum, und Apple bereitet dafür den radikalsten Designwechsel seit dem iPhone X vor. Intern läuft das Projekt als „Glasswing“ – benannt nach einem Schmetterling mit durchsichtigen Flügeln. Glasgehäuse, vierseitig gekrümmtes Display, Tasten ohne Mechanik.

Apple setzt große Designwechsel erst um, wenn die Technologie trägt. Zum 10-jährigen Jubiläum kam 2017 das iPhone X mit Face ID und randlosem Display und prägte die Richtung der folgenden Jahre. Zehn Jahre später deutet alles darauf hin, dass der nächste große Schritt ansteht – und dass er im wichtigsten Modell der Reihe landet.

Bloomberg-Reporter Mark Gurman hat den internen Codenamen Glasswing bestätigt und damit klargestellt, dass das Hardware-Konzept gezielt auf Apples 2025 vorgestelltes Software-Designsystem Liquid Glass abgestimmt ist. Analyst Jeff Pu ergänzt: Statt eines separaten Jubiläums-iPhones wird das Pro-Modell selbst zum Träger der neuen Designsprache. Voll wird das Jahr ohnehin – sechs neue iPhone-Modelle sollen 2027 erscheinen.

Das Wichtigste in Kürze

DetailErwartung
CodenameGlasswing (intern bei Apple), Modelle V73 und V74
ModellnameiPhone 20 / iPhone XX / iPhone Pro – iPhone 19 wird wahrscheinlich übersprungen
ReleaseSeptember 2027
ChipA21 (TSMC 2 nm, zweite Generation), Codename Naxos
DisplayLiquid-Glass-OLED mit dezenter, vierseitiger Krümmung; COE und LTPO+ laut jüngstem Bericht verschoben
DisplaygrößeRund 6,41 Zoll beim Pro, rund 6,96 Zoll beim Pro-Max-Nachfolger (vermarktet als 7 Zoll) – beide Panels in Erprobung, nicht final
AuflösungRund 2.686 × 1.236 und 2.912 × 1.340 Pixel, Pixeldichte wie beim iPhone 18 Pro bei rund 460 ppi
GehäuseÜberwiegend Glas, Rahmen möglicherweise ohne Metallband – nicht final
BauhöheUmstritten: ein Leak nennt iPhone-Air-Niveau (5,6 mm), das iPhone 18 Pro misst 8,75 mm
FrontkameraFace ID im Prototyp unter dem Display, Kamera in einer Aussparung; parallel eine kleinere Dynamic-Island-Lösung im Test
ModemApple-Modem (dritte Generation), in der gesamten iPhone-Reihe
BedienungHaptische Solid-State-Tasten ohne mechanische Komponenten
KameraNeuer HDR-Sensor mit bis zu 20 Blendenstufen Dynamikumfang
KühlungVergrößerte Dampfkammer

Codename Glasswing: Der transparente Falter

Der interne Codename verrät die zentrale Designidee. Glasswing verweist auf den Glasflügelfalter, eine in Mittelamerika beheimatete Schmetterlingsart mit transparenten Flügeln. Genau dieses Bild nutzt Apple intern für das 2027er-iPhone – ein Gerät, dessen Glaskanten nahtlos in das Display laufen und dabei optisch fast unsichtbar wirken.

Mark Gurman hat den Codenamen in einer Sonntagsausgabe seines Newsletters bestätigt und damit eine Lücke geschlossen: Bisher fehlte die klare Verbindung zwischen dem Hardware-Konzept und Apples Liquid-Glass-Designsystem. Die Software-Oberfläche soll nicht nur auf dem neuen Display funktionieren, sondern visuell mit ihm verschmelzen.

Aufschlussreich ist die Chronologie. Apple stellte Liquid Glass auf der WWDC 2025 vor – zu einem Zeitpunkt, an dem Glasswing laut interner Planung bereits länger in Entwicklung war. Die Designsprache entstand also nicht zufällig zeitgleich, sondern wurde gezielt auf das Hardware-Konzept ausgelegt. Was nach außen wie zwei getrennte Welten wirkt, ist intern offenbar ein einziger mehrjähriger Plan.

Strategie: Das Pro-Modell wird zum Jubiläumsmodell

Lange gingen viele Beobachter davon aus, Apple werde das radikale Design einem eigens geschaffenen Sondermodell vorbehalten – ähnlich wie 2017 beim Sprung vom iPhone 8 zum iPhone X. Eine Research-Note von Jeff Pu zeichnet ein anderes Bild: Der Innovationsfokus für die zweite Jahreshälfte 2027 liegt ausschließlich auf den Pro-Modellen. Das vierseitig gekrümmte Display und die Under-Display-Frontkamera definieren damit die Pro-Linie selbst.

Das deckt sich mit Gurmans ursprünglichem Bericht, der bereits von einem kühnen neuen Pro-Modell mit deutlich mehr Glas sprach. Die Logik ist nachvollziehbar: Apples Lineup wurde ohnehin mehrfach umgebaut – das iPhone Air ersetzte 2025 das iPhone Plus, und mit dem iPhone Duo steht seit September 2026 erstmals ein faltbares Spitzenmodell im Sortiment. Ein zusätzliches Sondermodell würde die Reihe unübersichtlich machen.

Ein neuerer Bericht untermauert die Linie mit Details: Das Jubiläums-iPhone soll in zwei Varianten erscheinen, die in etwa den Größen des heutigen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max entsprechen und diese direkt beerben. Intern laufen sie unter den Codenamen V73 und V74. Wer 2027 das modernste iPhone seiner Generation will, greift also zur Pro-Reihe.

Design: Liquid Glass und vierseitige Krümmung

Ein Display, das an allen vier Kanten abfällt

Das auffälligste Merkmal ist das neue Display. Mehrere übereinstimmende Berichte nennen ein OLED-Panel, das sich an allen vier Kanten dezent nach unten krümmt. Das Gerät wirkt von vorn fast wie ein einziger Glasblock ohne sichtbaren Rahmen – ein Eindruck, der schon unter Jony Ives Führung als Nordstern des iPhone-Designs galt.

Dass Liquid Glass nicht nur Software-, sondern Hardware-Konzept ist, hat Gurman explizit bestätigt: Die Benutzeroberfläche soll wirken, als wäre sie eine Erweiterung des physischen Gehäuses. Berichte aus der koreanischen Lieferkette deuten zusätzlich auf ein Four-Edge-Bending-Display hin.

Die Krümmung fällt deutlich subtiler aus als bei früheren Samsung- oder Huawei-Geräten. Statt einer aggressiven Edge-Curve kombiniert Apple offenbar minimale physische Krümmung mit optischer Refraktion und Glasformgebung. Dahinter steckt eine technische Überlegung: Echte vierseitige Krümmung bringt Probleme mit Pixeldichte, Touch-Empfindlichkeit und Langzeitstabilität, und ein Bericht warnt bereits vor möglichen Bildverzerrungen an den Rändern.

Prototyp und Panelgröße

Aus der Lieferkette kommt ein konkreter Hinweis auf den Entwicklungsstand: Ein Prototyp mit rundum gebogenem Display wird bereits erprobt, bei dem das Panel an allen vier Kanten in den Rahmen übergeht. Samsung Display soll dafür ein Spezial-Panel mit Mikro-Krümmung fertigen. Einem Modellnamen lässt sich der Prototyp allerdings nicht zuordnen.

Auch die Panelgrößen sind inzwischen genauer beziffert. Laut einem Beitrag auf Weibo von Digital Chat Station erprobt Apple zwei neue Displays mit 6,41 und 6,96 Zoll Diagonale; die größere Fläche würde in der Vermarktung auf glatte sieben Zoll gerundet. Das kleinere Panel wird dem Pro-Modell zugeordnet, das größere dem Pro-Max-Nachfolger, der damit das größte Display eines nicht faltbaren iPhone bekäme. Der Leaker hatte beide Diagonalen schon im Juli und August genannt – das ist Konsistenz derselben Quelle, keine unabhängige Bestätigung.

Die Zuwächse fallen gering aus. Das iPhone 18 Pro misst als Standard-Rechteck 6,27 Zoll, das Pro Max 6,86 Zoll; Apple vermarktet beide als 6,3 und 6,9 Zoll. Die Diagonale wüchse damit um 2,2 und 1,5 Prozent – bei nahezu gleicher Gehäusegröße, weil die Ränder wegfallen. Dazu passt, dass alle Modelle der Jubiläumsreihe größere Displays bekommen sollen.

Zwei Panel-Techniken verschoben

Nicht alles, was für das Display vorgesehen war, soll es ins Jubiläumsmodell schaffen. Laut einem Bericht der koreanischen Fachzeitung ETNews vom 23. September hat Apple zwei neue Display-Techniken verschoben, die es gemeinsam mit Samsung Display und LG Display vorbereitet hatte: COE und LTPO+. Die vierseitig gekrümmte Form soll davon nicht betroffen sein. Die Zeitung stützt sich auf ungenannte Branchenquellen und nennt weder Dokumente noch einen neuen Termin.

COE ersetzt den Polarisationsfilm durch einen Farbfilter auf der Schutzschicht des Panels. Das Display wird dünner und lässt mehr Licht durch, was bei gleicher Helligkeit Energie spart. Genau darauf beruhte das Panel ohne Polarisationsfilter, das Digital Chat Station im April für das Jubiläumsmodell gemeldet hatte. LTPO+ ersetzt einen Teil der Transistoren durch Oxid-Transistoren und soll Fertigungsschritte wie Verbrauch senken.

Als Gründe nennt der Bericht steigende Kosten durch höhere Speicherpreise und eine Technik, die Apples Anforderungen noch nicht erfüllt. Das Marktforschungsunternehmen UBI Research rechnet mit einem Display ohne Polarisator in den Pro-Modellen erst ab der zweiten Jahreshälfte 2029.

Auflösung: mehr Fläche, gleiche Schärfe

Neu sind die Auflösungen. Für das kleinere Modell nennt der Leaker rund 2.686 × 1.236 Pixel, für das größere rund 2.912 × 1.340. Gegen die Diagonalen gerechnet landen beide bei rund 460 Pixeln pro Zoll – dem Wert, den Apple in den technischen Daten des iPhone 18 Pro für beide Modelle nennt. Die 5,0 und 3,1 Prozent mehr Bildpunkte gehen damit vollständig in die Fläche, nicht in die Schärfe, und auch das Seitenverhältnis bleibt bei rund 2,17 zu 1.

ModellDiagonale (Rechteck)AuflösungPixeldichte
iPhone 18 Pro6,27 Zoll2.622 × 1.206460 ppi
Jubiläumsmodell, kleiner (Leak)6,41 Zollca. 2.686 × 1.236rund 461 ppi (berechnet)
iPhone 18 Pro Max6,86 Zoll2.868 × 1.320460 ppi
Jubiläumsmodell, größer (Leak)6,96 Zollca. 2.912 × 1.340rund 461 ppi (berechnet)

Gehäuse: Glas statt Aluminium?

Was tatsächlich neu wäre

Aus der Zuliefererkette heißt es, die zuständige Fertigungsanlage sei bereits umgebaut und warte auf den Beginn der Bearbeitung; als bevorzugter Ansatz gelte ein Gehäuse aus Glas. Von einer getroffenen Entscheidung spricht die Quelle ausdrücklich nicht.

Inzwischen ist auch bekannt, um welche Anlagen es sich handeln soll: Die Glasfertigung des iPhone Air wurde für stärker gerundete Bauteile umgerüstet. Das iPhone Air ist mit 5,6 Millimetern das dünnste nicht faltbare iPhone und hat eine Glasfertigung mit sehr geringen Materialstärken und engen Toleranzen erforderlich gemacht. Apple müsste damit keine neue Produktion aufbauen, sondern eine bestehende anpassen – nach Angaben derselben Quelle sinken dadurch die Fertigungskosten.

iPhones tragen seit dem iPhone 8 eine Rückseite aus Glas, schlicht weil kabelloses Laden durch Metall nicht funktioniert. Neu wäre also nicht die Rückseite, sondern der Rahmen – statt eines Aluminium- oder Titanbands soll das Glas selbst um die Kanten gezogen werden und Vorder- wie Rückseite verbinden. Ob darunter weiterhin eine tragende Metallstruktur sitzt, ist offen; die Beschreibungen sprechen von einem überwiegend gläsernen Gerät, nicht von einem vollständig gläsernen.

Das Wärmeproblem und seine Kompensation

Der Materialkurs ist alles andere als geklärt. Im Mai hieß es, Apple forsche an einer verbesserten Titanlegierung für künftige Pro-Modelle – woraufhin ein zweiter Leaker die Erwartungen dämpfte: Aluminium sei auf absehbare Zeit alternativlos, weil die Wärme aus der KI-Verarbeitung abgeführt werden müsse. Das iPhone 18 Pro setzt laut Apple erneut auf ein Aluminium-Unibody-Design, was diese Linie stützt.

Genau hier liegt der offene Punkt. Glas leitet Wärme um Größenordnungen schlechter ab als Aluminium. Wenn die thermische Belastung durch On-Device-KI tatsächlich das ausschlaggebende Argument für Metall war, muss Apple bei einem gläsernen Gehäuse an anderer Stelle kompensieren – über eine interne Metallstruktur, über Dampfkammer-Kühlung oder über sparsamere Komponenten. Ein effizienteres Display wäre ein solcher Hebel gewesen, doch der fällt nach dem jüngsten Bericht vorerst weg.

Die Kühlseite liefert dafür inzwischen zwei Belege. Apple soll seine Bestellungen für Dampfkammer-Bauteile hochgefahren haben, wobei ein Teil des Volumens für das Jubiläumsmodell reserviert sein soll. Anfang August kam die Angabe hinzu, die Dampfkammer falle beim Jubiläumsmodell vergrößert aus. Damit schließt sich die Argumentationskette: Glas außen, mehr aktive Wärmeverteilung innen.

Auch der Zeitrahmen relativiert die Meldungen. Apples iPhone-Fertigung erreicht die Vollauslastung typischerweise erst wenige Wochen vor dem Verkaufsstart; beim iPhone 17 begann die Testproduktion im Juni, die Massenfertigung im August. Zwischen dem Umbau einer Halle und dem ersten fertigen Gerät liegen bei einem Modell für Herbst 2027 noch rund ein Jahr und mehrere Entscheidungspunkte.

Bauhöhe: Ein Widerspruch, den niemand auflöst

Anfang August nannte das Weibo-Konto Fixed Focus Digital drei Merkmale des Jubiläumsmodells: die Bauhöhe des iPhone Air, eine Rückkehr zur Glaskonstruktion und eine vergrößerte Dampfkammer. Zwei davon fügen sich in das bisherige Bild. Die Bauhöhe tut es nicht.

Das iPhone Air misst 5,6 Millimeter. Für ein Pro-Modell mit großem Akku, mehreren Kameras und zusätzlich einer vergrößerten Dampfkammer wäre das eine extrem enge Vorgabe – jede dieser Komponenten braucht Bauraum, und die Dampfkammer war gerade erst als Antwort auf das Wärmeproblem des Glasgehäuses ins Spiel gekommen. Beides gleichzeitig ergibt konstruktiv wenig Sinn.

Hinzu kommt die Ausgangslage. Vor dem Marktstart deutete ein Leak darauf hin, dass das iPhone 18 Pro spürbar dicker wird; tatsächlich misst es laut Apple mit 8,75 Millimetern exakt so viel wie das iPhone 17 Pro. Von dort auf 5,6 Millimeter wären es mehr als drei Millimeter weniger – bei einem Gerät, das zusätzlich eine größere Dampfkammer aufnehmen soll. Denkbar bleibt, dass sich die Angabe auf die Anmutung des iPhone Air bezieht und nicht auf das Maß.

Eine zweite Quelle liegt bislang nicht vor. In derselben Woche meldete sich mit Digital Chat Station zwar ein weiteres Weibo-Konto zum Jubiläumsmodell, allerdings mit Angaben zu den Displaygrößen und nicht zur Bauhöhe. Beide Leaker berichten regelmäßig aus der Zulieferkette und liegen bei Panel- und Fertigungsdetails häufig richtig, ohne dass ihre Angaben deshalb bestätigt wären. Für die Bauhöhe bleibt es damit bei einer einzelnen Quelle.

Ende August hat dieselbe Quelle nachgelegt: Durch die Umstellung der Fertigung hätten sich sowohl die Wärmeableitung als auch die Bauhöhe deutlich verbessert. Damit adressiert der Hinweis genau den konstruktiven Einwand – dünner und thermisch besser zugleich –, löst ihn aber nicht auf. Es fehlt jede Bezugsgröße, und es bleibt dieselbe Quelle, die die Ausgangsbehauptung aufgestellt hat. Hinzu kommt, dass mit COE nach dem jüngsten Bericht auch das dünnere Panel vorerst entfällt.

Frontkamera und Face ID unter dem Display

Damit das Liquid-Glass-Konzept aufgeht, muss auch die Vorderseite frei werden. Apple arbeitet seit Jahren daran, Frontkamera und Face-ID-Sensoren unter das Display zu verlegen. Beim Face-ID-System scheint der Konzern am Ziel: Im Prototyp verschwinden die Sensoren komplett unter dem Panel.

Bei der Selfie-Kamera ist der Stand ein anderer – dort sitzt sie weiterhin in einer Hole-Punch-Aussparung. Hier liegt das eigentliche technische Nadelöhr: Das Licht muss durch die OLED-Schicht hindurch auf den Sensor treffen, ohne dass die Bildqualität sichtbar leidet. Frühere Versuche von Android-Herstellern haben gezeigt, dass die Qualität an dieser Stelle messbar nachgibt.

Ein Beitrag vom 21. September verschiebt das Bild. Laut Digital Chat Station testet Apple für beide Pro-Modelle parallel eine kleinere Aussparung, die an die Dynamic Island des iPhone 18 Pro erinnert. Beim aktuellen Modell sitzt Face ID genau dort: Apple beschreibt die TrueDepth-Technik als Teil der Frontkamera. Apple erprobt damit offenbar mehrere Wege nebeneinander.

Damit zeichnen sich drei Szenarien ab. Erstens: Apple bekommt die Selfie-Kamera bis zum Launch unter das Panel, und das Jubiläumsmodell bekommt eine vollständig ungestörte Front. Zweitens: Eine Aussparung bleibt, entweder als einzelnes Kameraloch oder als verkleinerte Dynamic Island. Drittens: Das komplett randlose iPhone verschiebt sich um ein bis zwei Generationen – Display-Analyst Ross Young hat mehrfach betont, dass eine serienreife Lösung für 2027 nicht garantiert ist.

Haptische Solid-State-Tasten

Ein zweites Detail passt strategisch zum Glasdesign: Apple plant erstmals haptische Solid-State-Tasten ohne mechanische Komponenten. Statt klassischer Druckknöpfe kämen drucksensitive Flächen zum Einsatz, die per haptischem Feedback simulieren, gedrückt worden zu sein. Betroffen wären alle Bedienelemente – Seitentaste, Lautstärketasten, Actiontaste und Kamerasteuerung.

Der Vorteil ist nicht nur ästhetisch. Jede zusätzliche physische Aussparung würde die Idee eines durchgängigen Glasgehäuses untergraben. Apple hatte das Konzept bereits 2023 für das iPhone 15 Pro im Rahmen des Project Bongo angedacht und beim iPhone 16 Pro erneut anvisiert – beide Pläne wurden in späten Entwicklungsphasen verworfen.

Beim dritten Anlauf könnte Apple am Ziel sein. Die Tasten haben in den jüngsten Praxistests bestanden: mit Handschuhen, mit nassen Händen, bei extremen Temperaturen und auch in einer Hülle. Bemerkenswert ist die Energieversorgung – ein Mikroprozessor mit extrem geringem Verbrauch hält die Tasten funktionsfähig, selbst wenn das iPhone ausgeschaltet oder der Akku leer ist.

Chip: A21 im 2-nm-Verfahren der zweiten Generation

Im Inneren arbeitet voraussichtlich der A21, der intern den Codenamen Naxos trägt. Er basiert auf TSMCs 2-nm-Prozess der zweiten Generation, während das iPhone 18 auf die erste 2-nm-Generation setzt. Die Fertigung übernimmt wie gewohnt TSMC, das parallel bereits an 1,4-nm-Strukturen arbeitet – verfügbar frühestens 2028.

Der Chip soll mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch bieten und damit die Grundlage für neue KI-Funktionen, fortgeschrittene Kamera-Algorithmen und längere Laufzeiten schaffen. Mit jeder Generation verschiebt Apple zudem den Anteil der Berechnungen, die lokal statt in der Cloud laufen.

Modem: Apples eigene Lösung im gesamten Lineup

Lange stammten die Mobilfunkmodems in iPhones von Qualcomm. Inzwischen hat Apple eigene Chips im Programm: Der C1 debütierte im iPhone 16e, der C1X folgte im iPhone Air, und der C2 steckt seit September 2026 in den iPhone-18-Pro-Modellen. Beim Pro Max gilt das allerdings überall außer in den USA, wo Apple weiter ein Qualcomm-Modem verbaut.

Bis 2027 dürfte die Eigenentwicklung in der gesamten Reihe etabliert sein. Der niedrigere Energieverbrauch ist dabei mehr als ein Komfortgewinn: In einem Gehäuse, das durch das gekrümmte Glasdesign innen weniger Bauraum bietet und Wärme schlechter abführt, zählt jedes eingesparte Watt doppelt.

Kamera: Neuer HDR-Sensor mit Filmkamera-Niveau

Auf der Kameraseite steht ein Sensor-Upgrade an, das Apple bereits 2026 vorbereitet. Berichten zufolge arbeitet der Konzern an einem HDR-Sensor mit bis zu 20 Blendenstufen Dynamikumfang – ein Wert, der bislang professionellen Filmkameras vorbehalten ist. Details in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen ließen sich damit gleichzeitig erfassen.

Die variable Blende, die Apple mit dem iPhone 18 Pro eingeführt hat, dürfte beim Jubiläums-Pro weiter verfeinert werden. Sie arbeitet in vier Stufen von ƒ/1.48 bis ƒ/4.0, regelt Lichtmenge und Tiefenschärfe mechanisch und passt sich automatisch an die Lichtverhältnisse an. Eine parallel diskutierte 200-MP-Telekamera dürfte 2027 dagegen noch nicht kommen – aktuelle Berichte deuten auf 2028 oder später.

Naming-Frage: Springt Apple wieder eine Nummer?

Apple hat bereits demonstriert, wie ein Jubiläumsmodell namentlich inszeniert wird. 2017 sprang der Konzern direkt vom iPhone 8 zum iPhone X – ein iPhone 9 hat es nie gegeben. Die römische Zahl stand symbolisch für das Jubiläum und war einer der stärksten Marketing-Hebel des Launches.

Der interne Codename Glasswing wird sicher nicht der Marketing-Name – Codenamen hat Apple nie in die finale Produktbezeichnung übernommen. Nach dem iPhone 18 würde rein nummerisch das iPhone 19 folgen, eine blasse Bezeichnung für einen Designsprung dieser Größenordnung. Drei Szenarien sind realistisch.

SzenarioWofür es sprichtWogegen es spricht
iPhone 20Direkteste Parallele zum Sprung von 2017, transportiert das Jubiläum sauber, stilkonsistent zu den arabischen Zahlen seit 2019Weniger symbolträchtig als eine römische Variante
iPhone XXEmotionalste Lösung, knüpft optisch direkt an das iPhone X anSeit iPhone XR/XS keine römischen Zahlen mehr, „XX“ liest sich in manchen Märkten zweideutig
iPhone Pro / Pro MaxEntspricht der Analystennote, die nur von Pro-Modellen spricht; folgt der Logik des MacBook ProRadikalste Variante, gibt die Nummerierung im Pro-Segment ganz auf

Ein iPhone 19 als klassische Fortführung gilt als unwahrscheinlich. Apples Tradition zeigt, dass Jubiläumsmomente bewusst inszeniert werden – ein simples Hochzählen widerspräche dieser Strategie. Die Entscheidung dürfte erst kurz vor der Vorstellung fallen.

Release: September 2027

Das erste iPhone wurde am 9. Januar 2007 vorgestellt und am 29. Juni 2007 veröffentlicht. Das tatsächliche 20-jährige Jubiläum fällt also auf den 29. Juni 2027 – mitten im Entwicklungszyklus, aber außerhalb des klassischen September-Releases.

Dass Apple den eingespielten Rhythmus dafür aufgibt, ist nicht zu erwarten. Auch beim 10-jährigen Jubiläum hielt sich der Konzern strikt an den September-Termin und stellte das iPhone X regulär gemeinsam mit dem iPhone 8 vor, ohne vorgezogene Sommerankündigung.

Preis: Premium-Schub erwartet

Eine konkrete Preisindikation gibt es noch nicht, die jüngste Runde liefert aber den Ausgangspunkt. Vor dem Marktstart des iPhone 18 Pro kursierten Aufschläge von bis zu 300 Dollar; tatsächlich hob Apple den Einstiegspreis in den USA um 100 Dollar an, in Deutschland um 150 auf 1.449 Euro. Ein Jahr später wäre das Pro-Modell mit dem Jubiläumsdesign der natürliche Anlass, das Premium-Segment preislich neu zu positionieren.

Die Kombination aus Liquid-Glass-Display, Under-Display-Kamera, Solid-State-Tasten, neuem Gehäusematerial und A21-Chip rechtfertigt aus Apples Perspektive einen deutlich höheren Einstiegspreis. Wahrscheinlich bleibt es bei der Trennung in iPhone Pro und iPhone Pro Max, beide aber spürbar teurer als die Vorgänger.

Warum das Gehäusematerial der Knackpunkt bleibt

Von allen Bausteinen des Jubiläumsmodells ist das Glasgehäuse der am wenigsten gesicherte – und zugleich der, an dem die anderen hängen. Vierseitige Krümmung, Solid-State-Tasten und randlose Front ergeben als Paket nur zusammen Sinn; kippt Apple das Glas zugunsten von Aluminium, verliert der Rest seine gestalterische Begründung.

Die bisherigen Signale zeigen in beide Richtungen. Für Glas sprechen die umgerüstete Fertigungsanlage, der Codename, die hochgefahrenen Dampfkammer-Bestellungen und das Kostenargument: Wer eine vorhandene Linie anpasst, statt eine neue zu errichten, spart Geld und Zeit. Dagegen spricht, dass Apple beim iPhone 18 Pro erneut auf Aluminium setzt und die Wärmeabfuhr mit wachsender KI-Last eher wichtiger als unwichtiger wird. Der Leak zur Bauhöhe verschärft diesen Konflikt, statt ihn zu lösen.

Alle Details, die am Gehäusematerial hängen, stehen damit unter demselben Vorbehalt. Bis Apple die Zulieferer auf eine Variante festlegt – erfahrungsgemäß im Frühjahr vor dem Launch –, bleibt jede Detailmeldung dazu eine Momentaufnahme.

Für wen ist das iPhone 20 gedacht?

Das Jubiläums-iPhone wird mehr als ein normales Jahresupdate, weil es mehrere fundamentale Hardware-Neuerungen in einer Generation bündelt. Für Nutzer eines iPhone 15 Pro oder älter dürfte sich das Warten lohnen: Die Sprünge bei Display, Kamera-Sensor, Chip und Design summieren sich zu einem der größten Generationswechsel der iPhone-Geschichte. Wer jetzt vor dem Kauf eines iPhone 18 Pro steht, wartet dagegen ein volles Jahr.

Ein Punkt, den du dabei mitdenken solltest, ist die Robustheit. Ein Gehäuse, dessen tragende Außenfläche vollständig aus Glas besteht, hat keine Metallkante mehr, die einen Sturz auf die Ecke abfängt – genau dort brechen Smartphones am häufigsten. Ein Jubiläumsmodell darf ein Statement sein, und ein durchgehender Glaskörper wäre das zweifellos. Ob du ein solches Gerät danach noch ohne Hülle nutzen willst, ist eine andere Frage.

Bis zur Vorstellung im September 2027 bleibt rund ein Jahr. In dieser Zeit können sich Pläne verschieben, technische Hürden auftauchen und einzelne Entscheidungen kippen – das Gehäusematerial und die Frage nach der Aussparung sind dafür die besten Beispiele. Apples Strategie der vergangenen Jahre zeigt allerdings: Designsprünge werden erst umgesetzt, wenn sie technisch ausgereift sind.

Würdest du ein Jahr auf das Jubiläumsmodell warten, wenn am Ende doch eine kleine Aussparung im Display bleibt – oder ist die randlose Front für dich der eigentliche Grund, das iPhone 18 Pro auszulassen? Schreib uns in die Kommentare, wie du dich entscheidest.

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Tags: iPhoneiPhone 19iPhone 20iPhone 2027
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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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