2027 feiert das iPhone sein 20-jähriges Jubiläum, und Apple bereitet dafür den radikalsten Designwechsel seit dem iPhone X vor. Intern läuft das Projekt als „Glasswing“ – benannt nach einem Schmetterling mit durchsichtigen Flügeln. Glasgehäuse, vierseitig gekrümmtes Display, Tasten ohne Mechanik.
Apple setzt große Designwechsel erst um, wenn die Technologie trägt. Zum 10-jährigen Jubiläum kam 2017 das iPhone X mit Face ID und randlosem Display und prägte die Richtung der folgenden Jahre. Zehn Jahre später deutet alles darauf hin, dass der nächste große Schritt ansteht – und dass er im wichtigsten Modell der Reihe landet.
Bloomberg-Reporter Mark Gurman hat den internen Codenamen Glasswing bestätigt und damit klargestellt, dass das Hardware-Konzept gezielt auf Apples 2025 vorgestelltes Software-Designsystem Liquid Glass abgestimmt ist. Analyst Jeff Pu ergänzt: Statt eines separaten Jubiläums-iPhones wird das Pro-Modell selbst zum Träger der neuen Designsprache. Voll wird das Jahr ohnehin – sechs neue iPhone-Modelle sollen 2027 erscheinen. Dieser Artikel sammelt alle aktuellen Gerüchte und wird laufend aktualisiert.
Das Wichtigste in Kürze
| Detail | Erwartung |
|---|---|
| Codename | Glasswing (intern bei Apple), Modelle V73 und V74 |
| Modellname | iPhone 20 / iPhone XX / iPhone Pro – iPhone 19 wird wahrscheinlich übersprungen |
| Release | September 2027 |
| Chip | A21 (TSMC 2 nm, zweite Generation), Codename Naxos |
| Display | Liquid-Glass-OLED mit dezenter, vierseitiger Krümmung |
| Displaygröße | Rund 6,4 Zoll beim Pro, rund 7 Zoll (6,96 Zoll) beim Pro-Max-Nachfolger – beide Panels in Erprobung, nicht final |
| Gehäuse | Überwiegend Glas, Rahmen möglicherweise ohne Metallband – nicht final |
| Bauhöhe | Umstritten: ein Leak nennt iPhone-Air-Niveau, andere Angaben sprechen dagegen |
| Frontkamera | Erstmals unter dem Display |
| Modem | Apple-Modem (dritte Generation), in der gesamten iPhone-Reihe |
| Bedienung | Haptische Solid-State-Tasten ohne mechanische Komponenten |
| Kamera | Neuer HDR-Sensor mit bis zu 20 Blendenstufen Dynamikumfang |
| Kühlung | Vergrößerte Dampfkammer |
Codename Glasswing: Der transparente Falter
Der interne Codename verrät die zentrale Designidee. Glasswing verweist auf den Glasflügelfalter, eine in Mittelamerika beheimatete Schmetterlingsart mit transparenten Flügeln. Genau dieses Bild nutzt Apple intern für das 2027er-iPhone – ein Gerät, dessen Glaskanten nahtlos in das Display laufen und dabei optisch fast unsichtbar wirken.
Mark Gurman hat den Codenamen in einer Sonntagsausgabe seines Newsletters bestätigt und damit eine Lücke geschlossen: Bisher fehlte die klare Verbindung zwischen dem Hardware-Konzept und Apples Liquid-Glass-Designsystem. Die Software-Oberfläche soll nicht nur auf dem neuen Display funktionieren, sondern visuell mit ihm verschmelzen.
Aufschlussreich ist die Chronologie. Apple stellte Liquid Glass auf der WWDC 2025 vor – zu einem Zeitpunkt, an dem Glasswing laut interner Planung bereits länger in Entwicklung war. Die Designsprache entstand also nicht zufällig zeitgleich, sondern wurde gezielt auf das Hardware-Konzept ausgelegt. Was nach außen wie zwei getrennte Welten wirkt, ist intern offenbar ein einziger mehrjähriger Plan.
Strategie: Das Pro-Modell wird zum Jubiläumsmodell
Lange gingen viele Beobachter davon aus, Apple werde das radikale Design einem eigens geschaffenen Sondermodell vorbehalten – ähnlich wie 2017 beim Sprung vom iPhone 8 zum iPhone X. Eine Research-Note von Jeff Pu zeichnet ein anderes Bild: Der Innovationsfokus für die zweite Jahreshälfte 2027 liegt ausschließlich auf den Pro-Modellen. Das vierseitig gekrümmte Display und die Under-Display-Frontkamera definieren damit die Pro-Linie selbst.
Das deckt sich mit Gurmans ursprünglichem Bericht, der bereits von einem kühnen neuen Pro-Modell mit deutlich mehr Glas sprach. Die Logik ist nachvollziehbar: Apples Lineup wurde ohnehin mehrfach umgebaut – das iPhone Air ersetzte 2025 das iPhone Plus, im Herbst 2026 kommt mit dem iPhone Ultra erstmals ein faltbares Spitzenmodell. Ein zusätzliches Sondermodell würde die Reihe unübersichtlich machen.
Ein neuerer Bericht untermauert die Linie mit Details: Das Jubiläums-iPhone soll in zwei Varianten erscheinen, die in etwa den Größen des heutigen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max entsprechen und diese direkt beerben. Intern laufen sie unter den Codenamen V73 und V74. Wer 2027 das modernste iPhone seiner Generation will, greift also zur Pro-Reihe.
Design: Liquid Glass und vierseitige Krümmung
Ein Display, das an allen vier Kanten abfällt
Das auffälligste Merkmal ist das neue Display. Mehrere übereinstimmende Berichte nennen ein OLED-Panel, das sich an allen vier Kanten dezent nach unten krümmt. Das Gerät wirkt von vorn fast wie ein einziger Glasblock ohne sichtbaren Rahmen – ein Eindruck, der schon unter Jony Ives Führung als Nordstern des iPhone-Designs galt.
Dass Liquid Glass nicht nur Software-, sondern Hardware-Konzept ist, hat Gurman explizit bestätigt: Die Benutzeroberfläche soll wirken, als wäre sie eine Erweiterung des physischen Gehäuses. Berichte aus der koreanischen Lieferkette deuten zusätzlich auf ein Four-Edge-Bending-Display hin.
Die Krümmung fällt deutlich subtiler aus als bei früheren Samsung- oder Huawei-Geräten. Statt einer aggressiven Edge-Curve kombiniert Apple offenbar minimale physische Krümmung mit optischer Refraktion und Glasformgebung. Dahinter steckt eine technische Überlegung: Echte vierseitige Krümmung bringt Probleme mit Pixeldichte, Touch-Empfindlichkeit und Langzeitstabilität, und ein Bericht warnt bereits vor möglichen Bildverzerrungen an den Rändern.
Prototyp und Panelgröße
Aus der Lieferkette kommt ein konkreter Hinweis auf den Entwicklungsstand: Ein Prototyp mit rundum gebogenem Display wird bereits erprobt, bei dem das Panel an allen vier Kanten in den Rahmen übergeht. Samsung Display soll dafür ein Spezial-Panel mit Mikro-Krümmung fertigen, dünner und heller als bisherige OLEDs. Der Prototyp lässt sich allerdings keinem Modellnamen zuordnen – ob das Display dem Jubiläumsmodell vorbehalten bleibt oder auf die gesamte Pro-Linie 2027 ausrollt, ist offen.
Ein weiterer Hinweis betrifft die Panelgrößen. Apple erprobt inzwischen zwei neue Displays: eines mit rund 6,4 Zoll Diagonale und eines mit rund 6,96 Zoll, das in der Vermarktung auf glatte sieben Zoll gerundet würde. Die kleinere Fläche wird dem Pro-Modell zugeordnet, die größere dem Pro-Max-Nachfolger. Damit wären es die größten je getesteten iPhone-Displays.
Die Zuwächse fallen für sich genommen gering aus – das iPhone 17 Pro misst 6,3 Zoll, das iPhone 17 Pro Max bereits 6,9 Zoll. Bemerkenswert ist eher, dass die Diagonalen der gesamten Jubiläumsreihe wachsen sollen, während das Seitenverhältnis unverändert bleibt. Zum randlosen Designziel passt das: Fallen die Ränder weg, lässt sich bei nahezu gleicher Gehäusegröße mehr Bildschirmfläche unterbringen. Die Details dazu stehen in der Meldung zu den größeren Displays der gesamten Reihe.
Gehäuse: Glas statt Aluminium?
Was tatsächlich neu wäre
Aus der Zuliefererkette heißt es, die zuständige Fertigungsanlage sei bereits umgebaut und warte auf den Beginn der Bearbeitung; als bevorzugter Ansatz gelte ein Gehäuse aus Glas. Von einer getroffenen Entscheidung spricht die Quelle ausdrücklich nicht.
iPhones tragen seit dem iPhone 8 eine Rückseite aus Glas, schlicht weil kabelloses Laden durch Metall nicht funktioniert. Neu wäre also nicht die Rückseite, sondern der Rahmen – statt eines Aluminium- oder Titanbands soll das Glas selbst um die Kanten gezogen werden und Vorder- wie Rückseite verbinden. Ob darunter weiterhin eine tragende Metallstruktur sitzt, ist offen; die Beschreibungen sprechen von einem überwiegend gläsernen Gerät, nicht von einem vollständig gläsernen.
Das Wärmeproblem und seine Kompensation
Der Materialkurs ist alles andere als geklärt. Im Mai hieß es, Apple forsche an einer verbesserten Titanlegierung für künftige Pro-Modelle – woraufhin ein zweiter Leaker die Erwartungen dämpfte: Aluminium sei auf absehbare Zeit alternativlos, weil die Wärme aus der KI-Verarbeitung abgeführt werden müsse. Beim iPhone 18 Pro bleibt Apple beim Aluminium-Finish, was diese Linie stützt.
Genau hier liegt der offene Punkt. Glas leitet Wärme um Größenordnungen schlechter ab als Aluminium. Wenn die thermische Belastung durch On-Device-KI tatsächlich das ausschlaggebende Argument für Metall war, muss Apple bei einem gläsernen Gehäuse an anderer Stelle kompensieren – über eine interne Metallstruktur, über Dampfkammer-Kühlung oder über einen sparsameren Chip.
Die Kühlseite liefert dafür inzwischen zwei Belege. Apple soll seine Bestellungen für Dampfkammer-Bauteile hochgefahren haben, wobei ein Teil des Volumens für das Jubiläumsmodell reserviert sein soll. Anfang August kam die Angabe hinzu, die Dampfkammer falle beim Jubiläumsmodell vergrößert aus. Damit schließt sich die Argumentationskette: Glas außen, mehr aktive Wärmeverteilung innen.
Auch der Zeitrahmen relativiert die Meldungen. Apples iPhone-Fertigung erreicht die Vollauslastung typischerweise erst wenige Wochen vor dem Verkaufsstart; beim iPhone 17 begann die Testproduktion im Juni, die Massenfertigung im August. Zwischen dem Umbau einer Halle und dem ersten fertigen Gerät liegen bei einem Modell für Herbst 2027 noch weit über ein Jahr und mehrere Entscheidungspunkte.
Bauhöhe: Ein Widerspruch, den niemand auflöst
Anfang August nannte das Weibo-Konto Fixed Focus Digital drei Merkmale des Jubiläumsmodells: die Bauhöhe des iPhone Air, eine Rückkehr zur Glaskonstruktion und eine vergrößerte Dampfkammer. Zwei davon fügen sich in das bisherige Bild. Die Bauhöhe tut es nicht.
Das iPhone Air misst 5,6 Millimeter. Für ein Pro-Modell mit großem Akku, mehreren Kameras und zusätzlich einer vergrößerten Dampfkammer wäre das eine extrem enge Vorgabe – jede dieser Komponenten braucht Bauraum, und die Dampfkammer war gerade erst als Antwort auf das Wärmeproblem des Glasgehäuses ins Spiel gekommen. Beides gleichzeitig ergibt konstruktiv wenig Sinn.
Hinzu kommt die Gegenrichtung im Bestand: Für das iPhone 18 Pro deutet ein Leak darauf hin, dass es spürbar dicker wird statt dünner. Ein Sprung von einem dickeren iPhone 18 Pro auf ein Air-dünnes Jubiläumsmodell innerhalb einer Generation wäre ungewöhnlich. Denkbar bleibt, dass sich die Angabe auf die Anmutung des iPhone Air bezieht und nicht auf das Maß. Bis eine zweite Quelle nachlegt, bleibt der Punkt offen.
Eine solche zweite Quelle liegt bislang nicht vor. In derselben Woche meldete sich mit Digital Chat Station zwar ein weiteres Weibo-Konto zum Jubiläumsmodell, allerdings mit Angaben zu den Displaygrößen und nicht zur Bauhöhe. Beide Leaker berichten regelmäßig aus der Zulieferkette und liegen bei Panel- und Fertigungsdetails häufig richtig, ohne dass ihre Angaben deshalb bestätigt wären. Für die Bauhöhe bleibt es damit bei einer einzelnen Quelle.
Frontkamera und Face ID unter dem Display
Damit das Liquid-Glass-Konzept aufgeht, muss auch die Vorderseite frei werden. Apple arbeitet seit Jahren daran, Frontkamera und Face-ID-Sensoren unter das Display zu verlegen. Beim Face-ID-System scheint der Konzern am Ziel: Im Prototyp verschwinden die Sensoren komplett unter dem Panel.
Bei der Selfie-Kamera ist der Stand ein anderer – dort sitzt sie weiterhin in einer Hole-Punch-Aussparung. Hier liegt das eigentliche technische Nadelöhr: Das Licht muss durch die OLED-Schicht hindurch auf den Sensor treffen, ohne dass die Bildqualität sichtbar leidet. Frühere Versuche von Android-Herstellern haben gezeigt, dass die Qualität an dieser Stelle messbar nachgibt.
Damit zeichnen sich drei Szenarien ab. Erstens: Apple bekommt die Selfie-Kamera bis zum Launch unter das Panel, und das Jubiläumsmodell bekommt eine vollständig ungestörte Front. Zweitens: Die Aussparung bleibt und dient als Differenzierungs-Argument für ein radikaleres Modell ein Jahr später. Drittens: Das komplett randlose iPhone verschiebt sich um ein bis zwei Generationen. Display-Analyst Ross Young hat mehrfach betont, dass eine serienreife Lösung für 2027 nicht garantiert ist.
Haptische Solid-State-Tasten
Ein zweites Detail passt strategisch zum Glasdesign: Apple plant erstmals haptische Solid-State-Tasten ohne mechanische Komponenten. Statt klassischer Druckknöpfe kämen drucksensitive Flächen zum Einsatz, die per haptischem Feedback simulieren, gedrückt worden zu sein. Betroffen wären alle vier Bedienelemente – Power-Taste, Lautstärketasten, Action Button und Camera Control.
Der Vorteil ist nicht nur ästhetisch. Jede zusätzliche physische Aussparung würde die Idee eines durchgängigen Glasgehäuses untergraben. Apple hatte das Konzept bereits 2023 für das iPhone 15 Pro im Rahmen des Project Bongo angedacht und beim iPhone 16 Pro erneut anvisiert – beide Pläne wurden in späten Entwicklungsphasen verworfen.
Beim dritten Anlauf könnte Apple am Ziel sein. Die Tasten haben in den jüngsten Praxistests bestanden: mit Handschuhen, mit nassen Händen, bei extremen Temperaturen und auch in einer Hülle. Bemerkenswert ist die Energieversorgung – ein Mikroprozessor mit extrem geringem Verbrauch hält die Tasten funktionsfähig, selbst wenn das iPhone ausgeschaltet oder der Akku leer ist.
Chip: A21 im 2-nm-Verfahren der zweiten Generation
Im Inneren arbeitet voraussichtlich der A21, der intern den Codenamen Naxos trägt. Er basiert auf TSMCs 2-nm-Prozess der zweiten Generation, während das iPhone 18 auf die erste 2-nm-Generation setzt. Die Fertigung übernimmt wie gewohnt TSMC, das parallel bereits an 1,4-nm-Strukturen arbeitet – verfügbar frühestens 2028.
Der Chip soll mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch bieten und damit die Grundlage für neue KI-Funktionen, fortgeschrittene Kamera-Algorithmen und längere Laufzeiten schaffen. Mit jeder Generation verschiebt Apple zudem den Anteil der Berechnungen, die lokal statt in der Cloud laufen.
Modem: Apples eigene Lösung im gesamten Lineup
Bislang stammen die Mobilfunkmodems in iPhones von Qualcomm. Apple hat aber konsequent eigene Chips entwickelt: Der C1 debütierte im iPhone 16e, der C1X folgte im iPhone Air, und der C2 mit mmWave-Unterstützung kommt im Herbst 2026 in die iPhone-18-Pro-Modelle – wobei ein Leak zuletzt auf einen Modem-Split nach Region hindeutete.
Bis 2027 dürfte die Eigenentwicklung in der gesamten Reihe etabliert sein. Der niedrigere Energieverbrauch ist dabei mehr als ein Komfortgewinn: In einem Gehäuse, das durch das gekrümmte Glasdesign innen weniger Bauraum bietet und Wärme schlechter abführt, zählt jedes eingesparte Watt doppelt.
Kamera: Neuer HDR-Sensor mit Filmkamera-Niveau
Auf der Kameraseite steht ein Sensor-Upgrade an, das Apple bereits 2026 vorbereitet. Berichten zufolge arbeitet der Konzern an einem HDR-Sensor mit bis zu 20 Blendenstufen Dynamikumfang – ein Wert, der bislang professionellen Filmkameras vorbehalten ist. Details in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen ließen sich damit gleichzeitig erfassen.
Die variable Apertur, die Apple bereits beim iPhone 18 Pro einführen will, dürfte beim Jubiläums-Pro weiter verfeinert werden. Sie regelt Lichtmenge und Tiefenschärfe mechanisch und reagiert automatisch auf unterschiedliche Lichtverhältnisse. Eine parallel diskutierte 200-MP-Telekamera dürfte 2027 dagegen noch nicht kommen – aktuelle Berichte deuten auf 2028 oder später.
Naming-Frage: Springt Apple wieder eine Nummer?
Apple hat bereits demonstriert, wie ein Jubiläumsmodell namentlich inszeniert wird. 2017 sprang der Konzern direkt vom iPhone 8 zum iPhone X – ein iPhone 9 hat es nie gegeben. Die römische Zahl stand symbolisch für das Jubiläum und war einer der stärksten Marketing-Hebel des Launches.
Der interne Codename Glasswing wird sicher nicht der Marketing-Name – Codenamen hat Apple nie in die finale Produktbezeichnung übernommen. Nach dem iPhone 18 würde rein nummerisch das iPhone 19 folgen, eine blasse Bezeichnung für einen Designsprung dieser Größenordnung. Drei Szenarien sind realistisch.
| Szenario | Wofür es spricht | Wogegen es spricht |
|---|---|---|
| iPhone 20 | Direkteste Parallele zum Sprung von 2017, transportiert das Jubiläum sauber, stilkonsistent zu den arabischen Zahlen seit 2019 | Weniger symbolträchtig als eine römische Variante |
| iPhone XX | Emotionalste Lösung, knüpft optisch direkt an das iPhone X an | Seit iPhone XR/XS keine römischen Zahlen mehr, „XX“ liest sich in manchen Märkten zweideutig |
| iPhone Pro / Pro Max | Entspricht der Analystennote, die nur von Pro-Modellen spricht; folgt der Logik des MacBook Pro | Radikalste Variante, gibt die Nummerierung im Pro-Segment ganz auf |
Ein iPhone 19 als klassische Fortführung gilt als unwahrscheinlich. Apples Tradition zeigt, dass Jubiläumsmomente bewusst inszeniert werden – ein simples Hochzählen widerspräche dieser Strategie. Die Entscheidung dürfte erst kurz vor der Vorstellung fallen.
Release: September 2027
Das erste iPhone wurde am 9. Januar 2007 vorgestellt und am 29. Juni 2007 veröffentlicht. Das tatsächliche 20-jährige Jubiläum fällt also auf den 29. Juni 2027 – mitten im Entwicklungszyklus, aber außerhalb des klassischen September-Releases.
Dass Apple den eingespielten Rhythmus dafür aufgibt, ist nicht zu erwarten. Auch beim 10-jährigen Jubiläum hielt sich der Konzern strikt an den September-Termin und stellte das iPhone X regulär gemeinsam mit dem iPhone 8 vor, ohne vorgezogene Sommerankündigung.
Preis: Premium-Schub erwartet
Eine konkrete Preisindikation gibt es noch nicht, die strategische Logik liefert aber Hinweise. Für das iPhone 18 Pro im Herbst 2026 kursieren Aufschläge von bis zu 300 Dollar, getrieben von den Speicherkosten. Ein Jahr später wäre das Pro-Modell mit dem Jubiläumsdesign der natürliche Anlass, das Premium-Segment preislich neu zu positionieren.
Die Kombination aus Liquid-Glass-Display, Under-Display-Kamera, Solid-State-Tasten, neuem Gehäusematerial und A21-Chip rechtfertigt aus Apples Perspektive einen deutlich höheren Einstiegspreis. Wahrscheinlich bleibt es bei der Trennung in iPhone Pro und iPhone Pro Max, beide aber spürbar teurer als die Vorgänger.
Warum das Gehäusematerial der Knackpunkt bleibt
Von allen Bausteinen des Jubiläumsmodells ist das Glasgehäuse der am wenigsten gesicherte – und zugleich der, an dem die anderen hängen. Vierseitige Krümmung, Solid-State-Tasten und randlose Front ergeben als Paket nur zusammen Sinn; kippt Apple das Glas zugunsten von Aluminium, verliert der Rest seine gestalterische Begründung.
Die bisherigen Signale zeigen in beide Richtungen. Für Glas sprechen die umgerüstete Fertigungsanlage, der Codename und die hochgefahrenen Dampfkammer-Bestellungen. Dagegen spricht, dass Apple beim iPhone 18 Pro gerade erst beim Aluminium bleibt, und dass die Wärmeabfuhr mit wachsender KI-Last eher wichtiger als unwichtiger wird. Der jüngste Leak zur Bauhöhe verschärft diesen Konflikt, statt ihn zu lösen.
Praktisch heißt das: Alle Angaben in diesem Artikel, die am Gehäusematerial hängen, stehen unter demselben Vorbehalt. Bis Apple die Zulieferer auf eine Variante festlegt – erfahrungsgemäß im Frühjahr vor dem Launch –, bleibt jede Detailmeldung dazu eine Momentaufnahme.
Für wen ist das iPhone 20 gedacht?
Das Jubiläums-iPhone wird mehr als ein normales Jahresupdate, weil es mehrere fundamentale Hardware-Neuerungen in einer Generation bündelt. Für Nutzer eines iPhone 15 Pro oder älter dürfte sich das Warten lohnen: Die Sprünge bei Display, Kamera-Sensor, Chip und Design summieren sich zu einem der größten Generationswechsel der iPhone-Geschichte. Wer dagegen im Herbst 2026 ohnehin auf ein iPhone 18 Pro upgraden würde, verschiebt damit ein volles Jahr.
Ein Punkt, den du dabei mitdenken solltest, ist die Robustheit. Ein Gehäuse, dessen tragende Außenfläche vollständig aus Glas besteht, hat keine Metallkante mehr, die einen Sturz auf die Ecke abfängt – genau dort brechen Smartphones am häufigsten. Ein Jubiläumsmodell darf ein Statement sein, und ein durchgehender Glaskörper wäre das zweifellos. Ob du ein solches Gerät danach noch ohne Hülle nutzen willst, ist eine andere Frage.
Bis zur offiziellen Vorstellung sind es noch über 13 Monate. In dieser Zeit können sich Pläne verschieben, technische Hürden auftauchen und einzelne Entscheidungen kippen – das Gehäusematerial ist dafür das beste Beispiel. Apples Strategie der vergangenen Jahre zeigt allerdings: Designsprünge werden erst umgesetzt, wenn sie technisch ausgereift sind. Im Zweifel nimmt der Konzern lieber eine Verschiebung in Kauf als ein halbgares Produkt. (Bild: Apfelpatient)
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