Apple verabschiedet eine seiner Gründungsserien. „The Morning Show“ bekommt eine fünfte Staffel – und danach ist Schluss. Der Abschied trifft ausgerechnet den Titel, mit dem der Streamingdienst 2019 an den Start ging.
Apple TV hat am Donnerstag bestätigt, dass „The Morning Show“ 2027 mit einer fünften und letzten Staffel endet. Die Serie mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon gehörte zu den Titeln, mit denen der Streamingdienst am 1. November 2019 überhaupt erst an den Markt ging. Die vierte Staffel läuft derzeit weltweit und spielt im Frühjahr 2024, knapp zwei Jahre nach den Ereignissen der dritten – der fusionierte Sender UBA-NBN kämpft dort mit Deepfakes, Verschwörungserzählungen und der Frage, welchen Nachrichten überhaupt noch zu trauen ist. Zwischen dem laufenden Jahrgang und dem Finale liegt damit gut ein Jahr, das die Programmplanung von Apple TV anderweitig füllen muss.
Wer in der finalen Staffel zu sehen ist
Neben Aniston und Witherspoon kehrt das bekannte Ensemble zurück: Billy Crudup, Mark Duplass, Nestor Carbonell, Karen Pittman, Nicole Beharie und Jon Hamm. Dazu kommt eine ungewöhnlich prominente Reihe von Neuzugängen – Jeff Daniels, Reneé Rapp, Jesse Williams, Sean Hayes und Lizzy Caplan, wobei Apple weitere Namen offenlässt.
Ein Teil dieser Besetzung war bereits im Frühjahr bekannt geworden, damals allerdings ohne den Hinweis, dass es sich um die Schlussstaffel handelt. Hinter der Kamera bleibt die Aufstellung unverändert: Charlotte Stoudt verantwortet als Showrunnerin das Drehbuch, Mimi Leder führt Regie und produziert.

Ein geplantes Ende statt einer Absetzung
Der entscheidende Unterschied zu vielen Streaming-Abschieden steckt im Zeitpunkt der Entscheidung. Nach Anistons Darstellung stand das Ende bereits vor Produktionsbeginn fest, sodass das Team den Abschluss bewusst konstruieren und die Figuren zu Ende erzählen konnte. Witherspoon spricht von neun Jahren, in denen sie die Serie produziert und gespielt hat, und beschreibt sie als Stoff über Pressefreiheit statt über eine Nachrichtenredaktion.
Vorzeigbar ist die Bilanz ohnehin. Die dritte Staffel sammelte 16 Emmy-Nominierungen ein, Crudup gewann für seine Rolle als Cory Ellison seinen zweiten Emmy und zusätzlich einen Critics Choice Award. Das American Film Institute führte die Staffel unter den zehn besten Fernsehproduktionen des Jahres 2023. Aniston wiederum holte für Alex Levy einen SAG Award.
Der Startjahrgang von 2019 verabschiedet sich
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt vor allem im Zusammenhang mit einer anderen Ankündigung. „For All Mankind“ startete am selben 1. November 2019 wie „The Morning Show“, und Apple hat die Weltraumserie im März nach der sechsten Staffel für beendet erklärt. Auch dieses Finale ist für 2027 angesetzt.
Damit laufen die beiden dienstältesten Dramen des Anbieters im selben Jahr aus. Was bleibt, ist eine jüngere Generation: „Severance“, „Silo“, „Ted Lasso“ oder „Slow Horses“, die bereits bis zu einer siebten Staffel bestellt ist und die beiden Gründungsserien in der Laufzeit überholen wird. Der Katalog verliert also nicht an Umfang – aber die Titel, die den Dienst einst definiert haben, werden durchgereicht.
Was der Abschied hierzulande kostet
Für deutsche Abonnenten fällt der Vergleich weiterhin günstig aus. Apple TV kostet in Deutschland 9,99 Euro im Monat, in den USA verlangt Apple inzwischen 12,99 US-Dollar – die Preiserhöhung dort ist hierzulande nicht nachvollzogen worden. Enthalten ist der Dienst außerdem in Apple One ab 19,95 Euro, und über die Familienfreigabe lässt sich ein Abo mit bis zu fünf weiteren Personen teilen.
Ein Werbeabo, wie es Netflix und Disney+ anbieten, gibt es bei Apple bis heute nicht. Wer die letzte Staffel sehen will, zahlt also denselben Preis wie für alles andere im Katalog – ein Modell, das mit steigenden Produktionskosten zunehmend unter Druck geraten dürfte.
Apple TVs Gründungsgeneration läuft aus
Der Abschied von „The Morning Show“ ist mehr als das Ende einer Serie. Apple schließt damit das Kapitel, das den Dienst überhaupt erst sichtbar gemacht hat: zwei Hollywood-Namen, ein Milliardenbudget und ein Stoff, der aus der eigenen Branche kam. Dass beide Gründungsdramen im selben Jahr auslaufen, verschiebt die Last vollständig auf Serien, die erst nach dem Start dazukamen – und auf die Frage, ob Apple die nächste Generation ähnlich lange durchhalten lässt. (Bild: Apple)
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