Noch hat Apple kein faltbares iPhone gezeigt – und soll trotzdem auf Anhieb ein Viertel des Marktes übernehmen. Eine neue Marktprognose sieht Apple direkt auf Platz zwei, knapp vor Huawei. Bei genauerem Hinsehen sagt die Zahl über den deutschen Markt allerdings kaum etwas aus.
Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research rechnet damit, dass der weltweite Absatz faltbarer Smartphones 2026 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegt – getragen vor allem von Apples Markteintritt. Apple selbst soll dabei aus dem Stand auf 25 Prozent Anteil kommen. Das Gerät hinter dieser Prognose ist bislang in keinem Detail offiziell bestätigt, gilt aber für September als gesetzt. Es wäre der erste faltbare Formfaktor in Apples iPhone-Reihe überhaupt.
Wie sich der Markt neu aufteilen soll
Samsung bleibt der Prognose zufolge vorn, verliert aber deutlich: von 40 Prozent im Vorjahr auf 32 Prozent. Apple landet direkt dahinter, Huawei rutscht auf den dritten Platz.
| Hersteller | Anteil 2025 | Prognose 2026 |
|---|---|---|
| Samsung | 40 % | 32 % |
| Apple | – | 25 % |
| Huawei | 30 % | 24 % |
| Motorola | 12 % | 8 % |
| HONOR | 7 % | 3 % |
| Übrige | 11 % | 8 % |
Auffällig ist, dass alle etablierten Anbieter Anteile abgeben. Der Markt wächst zwar, aber Apples Viertel wird vollständig aus den Beständen der Konkurrenz gespeist – prozentual trifft es HONOR mit einer Halbierung am härtesten.
Warum die Zahl über den deutschen Markt wenig aussagt
Der globale Anteil verdeckt eine massive regionale Schieflage. Über 81 Prozent aller faltbaren Smartphones werden im asiatisch-pazifischen Raum abgesetzt, und Huaweis Vorsprung speist sich fast vollständig aus dem chinesischen Heimatmarkt: Dort kam der Konzern 2025 auf rund 72 Prozent der Foldable-Verkäufe, während Samsung bei etwa vier Prozent lag.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz dreht sich dieses Bild um. Huawei verkauft hier seit dem Wegfall der Google-Dienste kaum noch Smartphones und spielt im Foldable-Segment praktisch keine Rolle. Das Wachstum in Westeuropa geht in den Erhebungen auf Samsung und Motorola zurück. Der Wettbewerb, den ein iPhone Ultra hierzulande tatsächlich vorfindet, besteht damit im Wesentlichen aus zwei Anbietern – die 24 Prozent, die Huawei in der weltweiten Tabelle hält, sind für den deutschen Handel eine rein statistische Größe.
Was die Prognose über die Marktgröße verrät
Interessanter als der Anteil ist die Bezugsgröße dahinter. Zuletzt hieß es, Apple habe rund zehn Millionen Einheiten für dieses Jahr geordert. Träfen beide Angaben zu, läge der gesamte Foldable-Markt 2026 bei etwa 40 Millionen Geräten.
Andere Erhebungen liegen deutlich darunter: Im zweiten Quartal 2026 wurden weltweit rund 3,4 Millionen faltbare Smartphones ausgeliefert, ein Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf ein Gesamtjahr hochgerechnet ergibt das eine Größenordnung, die weit von 40 Millionen entfernt ist. Entweder enthält die Bestellmenge also einen erheblichen Puffer, oder die Prognose unterstellt, dass Apples Einstieg den Markt in wenigen Monaten um ein Vielfaches aufbläht. Beides wäre bemerkenswert – belegt ist derzeit keines von beidem.
Einigkeit herrscht unter den Analysehäusern ohnehin nicht. Eine konkurrierende Prognose sieht Apple bereits 2027 als Marktführer im Foldable-Segment, während Samsung schon im dritten Quartal 2026 die weltweite Führung zurückerobern soll.
Samsung ändert die Form und bestreitet den Anlass
Einen Tag vor der Prognose hat Samsung seine neue Foldable-Generation vorgestellt, angeführt vom Galaxy Z Fold8 in einem kürzeren, breiteren Format. Genau dieser Zuschnitt entspricht dem, was seit Monaten für Apples faltbares iPhone kolportiert wird.
Samsungs Produktchef für den Mobilbereich weist einen Zusammenhang zurück und begründet die Form mit der größeren Bildschirmfläche für Videos. Counterpoint argumentiert allerdings in dieselbe Richtung wie die Gerüchte: Ein breiteres Buch-Format werde dann relevant, wenn KI-Funktionen über reine Chat-Eingaben hinausgehen und Aufgaben wie das Zusammenfassen von Dokumenten, das Bearbeiten von Inhalten oder das Verschieben von Informationen zwischen Apps übernehmen. Dafür brauche es Platz und ein flexibleres Layout.
Der Foldable-Markt bekommt seinen Prüfstein
Faltbare Smartphones sind nach sieben Jahren am Markt eine Nische geblieben – ein Quartalsvolumen von 3,4 Millionen Geräten weltweit liegt weit unter dem, was einzelne Flaggschiff-Baureihen im selben Zeitraum absetzen. Die Zulieferer richten sich trotzdem bereits auf Apple aus, was der Markt für faltbare Displays seit Monaten zeigt. Ob sich an der Nische etwas ändert, hängt weniger an Apples Anteil als an der Frage, ob der Formfaktor außerhalb Chinas überhaupt Käufer findet. Die Prognose beantwortet sie nicht – sie setzt sie voraus. (Bild: Shutterstock / guteksk7)
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