Apple hebt die Produktionsziele für sein erstes faltbares iPhone deutlich an: Rund zehn Millionen Einheiten soll die Lieferkette dieses Jahr fertigen – ein knappes Drittel mehr als zuletzt geplant. Der Schritt fügt sich in ein riesiges Gesamtorderbild von rund 220 Millionen iPhones für 2026.
Zuletzt drehte sich die Debatte um Apples erstes Foldable vor allem um knappe Startstückzahlen und einen straffen Produktionszeitplan. Ein neuer Bericht von Nikkei Asia dreht den Blickwinkel: Apple soll seine Zulieferer angewiesen haben, sich auf rund zehn Millionen faltbare iPhones für dieses Jahr einzustellen – nach vorherigen Schätzungen von etwa sieben bis acht Millionen Einheiten. Gesichert ist das nicht; die Angaben stammen aus dem Umfeld von Personen, die mit den Plänen vertraut sein sollen. Doch die Zahl deutet auf mehr Zutrauen in die Nachfrage hin, als frühere Berichte vermuten ließen.
Zehn Millionen faltbare iPhones – ein Drittel mehr als geplant
Kern des Berichts ist die angehobene Zielmarke. Statt der bisher kolportierten sieben bis acht Millionen Einheiten soll Apple die Fertigung nun auf rund zehn Millionen faltbare iPhones ausgelegt haben – ein Aufschlag von etwa einem Drittel gegenüber den zuvor erwarteten Bauzahlen. Für ein völlig neues, technisch anspruchsvolles Formfaktor-Debüt ist das eine bemerkenswert selbstbewusste Planung.
Zur Einordnung: Gemessen an den Stückzahlen eines regulären iPhone-Starts bleibt das Foldable ein Nischenprodukt. Im Kontext eines Premium-Geräts jenseits gewohnter Preisklassen ist eine zweistellige Millionenzahl im ersten Jahr jedoch alles andere als zurückhaltend.
Das große Bild: rund 220 Millionen iPhones für 2026
Die zehn Millionen Foldables sind nur ein Baustein. Weitere rund 70 Millionen Einheiten sollen auf das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max entfallen. Zusammen ergeben sich damit etwa 80 Millionen neue Premium-iPhones, die in der zweiten Jahreshälfte 2026 anlaufen. Über das gesamte Jahr gerechnet kommt der Bericht so auf ein Gesamtvolumen von rund 220 Millionen bestellten iPhones. Manchen Zulieferern soll Apple sogar eine Prognose von bis zu 85 Millionen neuen iPhones allein für das zweite Halbjahr genannt haben.
Auffällig ist ein zweiter Punkt aus dem Bericht: Apple soll einige Partner angewiesen haben, bestimmte gemeinsam genutzte Bauteile aus der iPhone-17-Reihe für die kommende iPhone-18-Premium-Serie zu reservieren. Das Unternehmen sichere sich angesichts der anhaltenden Knappheit also aggressiv Komponenten. Passend dazu rückt das Standard-iPhone 18 ins Frühjahr 2027 und verlängert die Marktzeit des iPhone 17 von den üblichen zwölf auf rund achtzehn Monate. Auch das iPhone Air soll erst im darauffolgenden Frühjahr einen Nachfolger erhalten. Zum Vergleich: Das Marktforschungsunternehmen IDC rechnet für 2026 mit iPhone-Auslieferungen nahe 240 Millionen Stück.
Apple im Vorteil gegenüber der Konkurrenz
Die schiere Bestellmenge verschafft Apple in der aktuellen Marktlage einen Vorteil. Die eigene Einkaufsmacht soll den Konzern besser positionieren als Rivalen wie Xiaomi, Oppo und Vivo, die ihre Jahresziele inmitten der branchenweiten Speicherknappheit jeweils unter 100 Millionen Einheiten gesenkt haben. Wo kleinere Hersteller zurückstecken müssen, kann Apple seine Kapazitäten frühzeitig und in großem Umfang sichern.
Damit wird die Speicherkrise, die bereits die Preise für Macs und iPads nach oben getrieben hat, zum indirekten Wettbewerbsvorteil: Wer die nötigen Bauteile in ausreichender Menge reservieren kann, verschafft sich Luft, während die Konkurrenz das Angebot drosselt.
Kleine Startmenge trotz gelöstem Scharnier
Die technischen Hürden scheinen weitgehend genommen. Die Probleme rund um das Scharnier des faltbaren iPhones gelten dem Bericht zufolge inzwischen als gelöst. Das erhöht allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass zum Marktstart zunächst nur eine kleine Menge ausgeliefert wird. Eine größere Produktionswelle dürfte erst gegen Jahresende anlaufen.
Die angehobene Jahreszielmarke von zehn Millionen Einheiten und eine knappe Startverfügbarkeit stehen dabei nicht im Widerspruch: Das eine beschreibt das Gesamtjahr, das andere die ersten Wochen nach dem Verkaufsstart, in denen die Fertigung erst hochläuft.
Preis von rund 2.500 Dollar erwartet
Beim Preis bleibt Apples erstes Foldable klar im Premium-Bereich. IDC rechnet mit einem durchschnittlichen Verkaufspreis von rund 2.500 US-Dollar, wobei Varianten mit mehr Speicher bis zu 3.000 US-Dollar kosten könnten. Das reiht sich in die bisherigen Erwartungen ein, die den Startpreis des iPhone Ultra jenseits der 2.000-Dollar-Marke verorten.
Interessant ist der Zusammenhang mit der übrigen Modellpolitik. Während Apple bei MacBooks und iPads im Vormonat bereits die Preise erhöht hat, blieb die iPhone-17-Reihe bislang verschont. Sollte das so bleiben, dürfte Apple die anstehenden Neuvorstellungen nutzen, um höhere Preise über das gesamte Lineup einzuführen. Technisch soll das iPhone Ultra ein Buchstil-Foldable mit rund 7,8 Zoll großem Innendisplay und einem 5,5-Zoll-Außendisplay werden, dazu Touch ID statt Face ID, ein A20-Chip und Apples eigenes C2-Modem.
Ein selbstbewusstes Debüt in einem angespannten Markt
Vorgestellt werden sollen das iPhone 18 Pro, das iPhone 18 Pro Max und das faltbare iPhone Ultra im September; der Verkaufsstart des Foldables könnte etwas nach den Pro-Modellen liegen, aber noch in diesem Jahr erfolgen. Die angehobene Zielmarke zeigt, dass Apple sein erstes faltbares iPhone nicht als vorsichtiges Experiment behandelt, sondern als ernstzunehmende Säule eines premiumlastigen Produktjahres. Ob die Nachfrage bei einem Preis um 2.500 US-Dollar mit den ambitionierten Bauzahlen Schritt hält, wird sich allerdings erst nach dem Marktstart zeigen. (Bild: Shutterstock / Adam Kovacs)
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