Der Mac Studio steht vor einem doppelten Ausblick: Das längst überfällige M5-Update soll noch in diesem Jahr kommen, der nächste echte Sprung aber erst 2028 mit einem M7 Ultra. Dazwischen klafft eine ungewöhnlich lange Lücke – und ein verbesserter Kühlkörper deutet an, wofür Apple seinen Profi-Desktop rüstet.
Wer aktuell einen Mac Studio kaufen will, hat es nicht leicht: lange Lieferzeiten, ausverkaufte Konfigurationen und seit Kurzem auch spürbar höhere Preise. Erschwerend kommt hinzu, dass das High-End-Modell technisch hinterherhinkt, denn der derzeitige Mac Studio aus dem Frühjahr 2025 setzt auf den M4 Max und den noch älteren M3 Ultra als Spitzen-Chip. Ein neuer Bericht skizziert nun, wie es weitergeht – und zeichnet einen Fahrplan, der zwei sehr unterschiedlich weit entfernte Stationen kennt. Die nächste folgt demnach noch 2026, die übernächste erst in zwei Jahren.
Das M5-Update soll noch dieses Jahr kommen
Laut Bloomberg-Reporter Mark Gurman ist die M5-Variante des Mac Studio weiterhin für dieses Jahr eingeplant. Geboten würde dabei vor allem eines: mehr Rechenleistung. Apple soll den kompakten Desktop mit dem M5 Max und dem M5 Ultra ausstatten, ein reines Chip-Upgrade ohne Designwechsel. Das vertraute Aluminiumgehäuse bliebe also erhalten, während die eigentliche Neuerung im Inneren steckt.
Ursprünglich war dieses Update früher erwartet worden – Berichte aus dem Vorjahr hatten es grob in den Zeitraum um die WWDC verortet. Daraus wurde nichts, als die Knappheit bei Speicherchips Apples Planungen durcheinanderbrachte und der Konzern Notebooks Vorrang einräumte. Welche Eckdaten für das kommende Modell im Raum stehen, vom erwarteten Leistungssprung beim M5 Ultra bis zur Speicherausstattung, lässt sich in der Sammlung aller Gerüchte zum Mac Studio M5 im Detail nachvollziehen.
Der nächste große Schritt: M7 Ultra für 2028
Spannender wird es mit Blick weiter nach vorne. In Apples Pipeline soll ein zweites Mac-Studio-Update stecken, das mit einem M7 Ultra bestückt wäre und für 2028 angepeilt ist. Damit lägen zwischen dem M5- und dem M7-Modell rund zwei Jahre – ein vergleichsweise langer Abstand für eine Produktlinie, die zuletzt häufiger aktualisiert wurde.
Der Grund für den Sprung von M5 direkt auf M7 liegt in Apples Chip-Strategie: Berichten zufolge will der Konzern bei der M6-Familie auf die High-End-Ableger verzichten. Es soll zwar einen regulären M6 geben, aber keinen M6 Pro, M6 Max oder M6 Ultra. Damit fehlt schlicht die Grundlage für einen M6 Ultra im Mac Studio. Wo Apple die M6-Spitzenchips dennoch einsetzen will, zeigt das Konzept rund um das neue High-End-MacBook der Ultra-Klasse, das auf M6 Pro und M6 Max setzen soll – ein Hinweis darauf, dass die Verteilung der Chip-Stufen über die Modellreihen hinweg in Bewegung geraten ist.
Ein besserer Kühlkörper für mehr KI-Last
Über die reinen Chip-Wechsel hinaus soll Apple an internen Änderungen am Mac Studio arbeiten. Genannt wird unter anderem ein verbesserter Kühlkörper, der die thermische Leistung steigern soll – ausdrücklich mit Blick darauf, dass die Maschine zunehmend anspruchsvolle KI-Workloads direkt auf dem Gerät stemmen muss. Lokale KI-Berechnungen erzeugen Abwärme, und ein leistungsfähigeres Kühlsystem würde dem Rechnung tragen.
Offen bleibt allerdings, für welches der beiden Modelle diese Kühlungsverbesserung gedacht ist. Der Bericht lässt unklar, ob sie schon im M5-Ultra-Modell ankommt oder erst dem M7 Ultra vorbehalten bleibt. Wie wichtig die lokale KI-Verarbeitung für die Profi-Maschine ist, zeigt sich ohnehin am Arbeitsspeicher: Gerade die großen Speicherausbaustufen, die den Ultra-Varianten vorbehalten bleiben, machen den Mac Studio für das Ausführen großer KI-Modelle interessant.
Ein Redesign bleibt vage
Ob das M7-Ultra-Modell auch äußerlich neu auftritt, ist nicht ausgemacht. Gurman erwähnt die Möglichkeit eines Redesigns, schränkt zugleich aber ein, dass Apple seine Desktop-Designs traditionell über lange Zeiträume beibehält. Für das M5-Ultra-Modell ist jedenfalls kein größerer optischer Umbau zu erwarten. Ein neu gestalteter Mac Studio wäre damit allenfalls eine Option für 2028 – und selbst dann keine Gewissheit.
Was die Zwei-Jahres-Lücke für Käufer heißt
Für alle, die mit einem Profi-Desktop von Apple liebäugeln, ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Kurzfristig steht mit dem M5 Ultra ein Update bevor, das nach langer Wartezeit endlich wieder aktuelle Leistung bringt und vor allem den überfälligen Sprung weg vom betagten M3 Ultra bedeutet. Danach jedoch dürfte erst einmal Ruhe einkehren: Wer auf das M5-Modell setzt, hat mit einem voraussichtlichen Zwei-Jahres-Abstand bis zum M7 Ultra eine ungewöhnlich lange Zeitspanne vor sich, in der kein direkter Nachfolger ansteht. Das macht den anstehenden M5-Mac-Studio aus heutiger Sicht weniger zur Zwischenlösung als vielmehr zur Anschaffung mit längerer Perspektive – sofern der Fahrplan so eintrifft. (Bild: Shutterstock / Michael Derrer Fuchs)
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