Displayschutzfolien für Apples erstes Klappgerät sind aufgetaucht – und sie sind auf einer Seite eckig, auf der anderen rund. Dazu zeigen sie eine Kameraaussparung, die nicht dort sitzt, wo bisherige Berichte sie vermutet hatten. Der Leaker musste allerdings selbst nachschieben, was das Zubehör über den Bildschirm aussagt und was nicht.
Fünf Wochen vor dem erwarteten Termin verlagert sich die Gerüchtelage zum iPhone Ultra von der Fertigung zum Zubehör. Nach den Schutzhüllen für das Kameramodul zeigt nun der Leaker Ice Universe Bilder und ein Video von Displayschutzfolien für die Außenseite des Geräts. Solche Teile entstehen bei Drittherstellern vor dem Marktstart auf Basis von Maßangaben aus der Zulieferkette und liefern deshalb Hinweise auf Umrisse und Proportionen – eine Bestätigung sind sie nicht. In das bisher bekannte Gesamtbild zum iPhone Ultra fügen sich die Angaben weitgehend ein.
Das Wichtigste in Kürze
- Die geleakten Folien haben auf der Scharnierseite eckige, auf der Gegenseite abgerundete Ecken
- Ice Universe stellte nachträglich klar, dass die Folie das gesamte Glaspanel abdeckt und nicht die Anzeigefläche – der Bildschirm selbst solle ein symmetrisches Rechteck mit gleichmäßigen Rändern bleiben
- Die Aussparung für die Frontkamera sitzt rechts statt mittig; frühere Berichte hatten eine mittige Position nahegelegt
- Als Grund gilt Touch ID: Ohne das TrueDepth-System für Face ID reicht ein einzelnes Loch im Display
- Die Folien stützen zudem das erwartete kürzere und breitere Format des Außenbildschirms
Was die Folien zeigen
Auffällig an dem Zubehör ist die ungleiche Form. Auf der Seite, die am Scharnier liegen würde, laufen die Ecken kantig aus, auf der gegenüberliegenden Seite sind sie abgerundet. Eine Erklärung dafür liefert der Leak nicht – die Asymmetrie fügt sich aber in die bisherigen Beschreibungen eines Klappgeräts im Buchformat ein, bei dem die beiden Hälften im zugeklappten Zustand an der Scharnierkante aneinanderliegen.
Dazu kommt eine einzelne runde Aussparung für die Frontkamera, und zwar auf der rechten Seite des Panels. Bisherige Berichte hatten eher eine mittige Position nahegelegt – das Zubehör spricht dagegen. Als weiteren Punkt bestätigen die Folien das erwartete Format: kürzer und breiter als bei einem herkömmlichen iPhone.
Die Bilder und das Video zum Folien-Leak stammen von Ice Universe, einem auf Displays spezialisierten Leaker, der bei Panel-Details in der Vergangenheit häufig richtig lag. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht, und Apple äußert sich zu unangekündigten Produkten nicht.
Warum der Leaker seine eigene Meldung korrigierte
Der interessanteste Teil steckt in einem zweiten Beitrag. Nach der ersten Veröffentlichung schob Ice Universe eine Klarstellung nach: Die Folie decke das komplette Glaspanel ab, nicht exakt die Anzeigefläche darunter. Der Bildschirm selbst solle weiterhin ein symmetrisch abgerundetes Rechteck mit gleichmäßigen Rändern an allen vier Seiten sein.
Damit fällt die naheliegende Schlussfolgerung weg. Die Asymmetrie betrifft nach dieser Lesart nur das Deckglas und damit die äußere Gehäusekante, nicht die Fläche, auf der Inhalte dargestellt werden.
Der Vorgang zeigt zugleich die Grenze dieser Zubehör-Leaks. Eine Schutzfolie bildet das Deckglas ab, nicht die aktive Fläche darunter – und wer beides gleichsetzt, kommt zu einer Aussage über das Produkt, die das Teil gar nicht hergibt.
Touch ID statt Face ID als technische Erklärung
Die Position der Kameraaussparung hängt an einer Grundsatzentscheidung. Für das iPhone Ultra wird Touch ID erwartet statt Face ID – und ohne das TrueDepth-System entfällt der Platzbedarf für Punktprojektor, Infrarotkamera und Flutlicht. Übrig bleibt die Selfie-Kamera allein, die sich in einem einzelnen runden Ausschnitt unterbringen lässt.
Für die iPhone-Reihe wäre das eine Premiere: Seit dem Wegfall des Home-Buttons tragen alle Modelle entweder eine Notch oder die Dynamic Island, weil dort mehrere Sensoren nebeneinander sitzen. Ein einzelnes Loch im Bildschirm gab es bei Apple noch nie. Der Fingerabdrucksensor selbst soll in die Seitentaste wandern – eine Lösung, die Apple beim iPad Air bereits einsetzt.
Was bisher zum iPhone Ultra kursiert
Die Zubehörteile reihen sich in eine dichte Folge von Leaks ein. Erst vergangene Woche zeigten Schutzhüllen für das Kameramodul, dass das Gerät wohl in Silber und Dunkelblau erscheint. Der aktuelle Stand der Erwartungen:
| Merkmal | Erwartung |
|---|---|
| Außendisplay | rund 5,5 Zoll |
| Innendisplay | rund 7,8 Zoll |
| Chip | A20 Pro |
| Entsperrung | Touch ID in der Seitentaste statt Face ID |
| Rückkamera | Dual-System mit 48 Megapixeln |
| Frontkameras | je 18 Megapixel außen und innen |
| Vorstellung | Mitte September, gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro |
Bei der Akkukapazität gehen die Angaben auseinander. Der Bericht zu den Folien nennt rund 5.000 mAh, während ein früherer Leak zur Akkukapazität zwei getrennte Zellen mit 1.921 und 2.962 mAh auflistete, zusammen also 4.883 mAh. Ob es sich um eine gerundete Angabe oder um einen abweichenden Stand handelt, lässt sich derzeit nicht entscheiden. Dass überhaupt zwei Zellen verbaut werden, stützt ein Fund im Code von iOS 27, in dem Systemmeldungen erstmals von mehreren Akkus in einem iPhone sprechen.
Was der Verzicht auf Face ID im Alltag bedeutet
Zum Preis kursiert bislang nur eine US-Angabe von mindestens 2.000 Dollar. Eine Umrechnung in Euro führt hier nicht weiter, weil Apple die Preise regional unterschiedlich ansetzt und im Juni zuletzt je Markt verschieden angehoben hat – belastbare Zahlen für den deutschsprachigen Raum stehen erst zur Vorstellung fest.
Praktisch relevanter ist die Entsperrmethode. Wer bisher mit Face ID zahlt, Passwörter freigibt oder Bank-Apps öffnet, tut das ohne eine Berührung – bei Touch ID gehört der Finger auf die Seitentaste. Beim schnellen Blick auf den Außenbildschirm fällt der Komfort damit spürbar zurück hinter das, was aktuelle iPhones bieten. Im Tablet-Modus dreht sich das Bild: Ein seitlicher Sensor lässt sich beim Halten mit beiden Händen bequemer erreichen als eine Kamera, die das Gesicht im richtigen Winkel braucht.
Der Grund für den Wechsel ist dabei kein Sparzwang. Ein Klappgerät mit zwei Bildschirmen bräuchte für Face ID auf beiden Seiten je ein vollständiges TrueDepth-System – bei der Bauhöhe eines Foldables eine erhebliche Hürde. Der eingesparte Platz kommt nach dieser Darstellung dem Akku und der Wärmeableitung zugute. Wir erwarten entsprechend, dass Apple den Schritt in der Vorstellung als Anpassung an das Format rahmt und nicht als Rückkehr zu einer älteren Technik.
Der Zubehörmarkt läuft dem Gerät voraus
Bis zur Vorstellung dürften weitere Zubehörteile auftauchen. Für die Gerüchtelage heißt das: Die Maße und Umrisse verdichten sich in den kommenden Wochen weiter, während zu Software, Preis und Verfügbarkeit bis zur Keynote wenig Belastbares dazukommen dürfte. (Bild: Apfelpatient)
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