Bevor Apple einen iMac mit OLED-Display bauen kann, muss ein Zulieferer ein Problem lösen, das der Technik seit Jahren anhängt. Die Antwort könnte eine zusätzliche Leuchtschicht sein – und sie macht das Panel teurer.
Dass Apple an einem iMac mit OLED-Display arbeitet, ist seit Ende 2025 bekannt; die bisherigen Berichte dazu sind im Überblick zum OLED-iMac zusammengeführt. Offen war bislang, wie ein solches Panel technisch aussehen müsste, um an einem Rechner zu bestehen, der täglich stundenlang dieselbe Menüleiste und dasselbe Dock anzeigt.
Ein Bericht des koreanischen Fachmediums The Elec beschreibt nun, woran LG Display arbeitet. The Elec ist auf die Displayzulieferer spezialisiert und hat bei Panelentwicklungen eine belastbare Trefferquote; es geht hier allerdings um einen Entwicklungsstand, nicht um eine beschlossene Spezifikation.
Das Wichtigste in Kürze
- LG Display soll eine OLED-Struktur mit fünf Leuchtschichten entwickeln, die in einem künftigen iMac landen könnte.
- Die fünfte Schicht ist eine dritte blaue Lage und soll die elektrische Last verteilen.
- Damit sollen Einbrenneffekte seltener und die Helligkeit höher werden.
- Mehr Schichten bedeuten mehr organisches Material und einen aufwendigeren Fertigungsprozess – die Kosten sind das Hauptproblem.
- Fertige Panels werden für 2028 angepeilt, ein Marktstart käme frühestens 2029.
Fünf Schichten statt vier
OLED-Panels bestehen nicht aus einer einzelnen leuchtenden Lage, sondern aus mehreren übereinandergestapelten. Für hochauflösende Monitore fertigt LG Display bereits eine Vier-Schicht-Struktur, angeordnet als Blau, Grün, Blau, Rot.
Die in Entwicklung befindliche Variante fügt eine dritte blaue Lage hinzu und kommt damit auf Blau, Grün, Blau, Rot, Blau. Es geht also nicht um eine neue Farbe, sondern um zusätzliche Leuchtkraft in einem Bereich, der bei OLED besonders beansprucht wird.
Warum die zusätzliche Lage gegen das Einbrennen hilft
Der Nutzen liegt in der Verteilung der elektrischen Last. Bei hoher Pixeldichte wird jeder Bildpunkt kleiner – und mit ihm der Teil der Fläche, der tatsächlich Licht abgibt. Wer aus diesem kleineren Emitter dieselbe Helligkeit herausholen will, muss mehr Strom hindurchschicken.
Genau das verkürzt dem Bericht zufolge die Lebensdauer des Panels und macht Bildretention wahrscheinlicher, also jenes Nachleuchten statischer Elemente, das umgangssprachlich als Einbrennen bezeichnet wird. Verteilt sich die Last auf mehr Schichten, muss jede einzelne weniger leisten.
Für einen Desktop-Rechner ist das kein Randthema. Menüleiste, Dock und Fensterrahmen stehen über Stunden an derselben Stelle – deutlich statischer als das Bild eines Fernsehers oder Smartphones.
Was Apple bei den Zulieferern angefragt hat
Ende 2025 gingen Informationsanfragen an Samsung Display und LG Display. Die darin genannten Eckdaten lassen sich mit dem heutigen Modell vergleichen:
| Merkmal | 24-Zoll-iMac heute | Angefragte OLED-Spezifikation |
|---|---|---|
| Displaytechnik | LCD | OLED |
| Helligkeit | 500 Nits | 600 Nits |
| Pixeldichte | 218 ppi | 218 ppi |
Die Pixeldichte bliebe damit unverändert, die Helligkeit stiege um ein Fünftel. LG Display hat unabhängig davon ein 27-Zoll-Panel mit 5K-Auflösung und 220 ppi in RGB-Stripe-Anordnung gezeigt. Das nutzt allerdings die Vier-Schicht-Struktur und dürfte deshalb nicht für den iMac bestimmt sein – es gilt eher als Gradmesser dafür, ob sich hochdichte RGB-Stripe-Panels überhaupt in Serie fertigen lassen.
Die Kostenfrage bremst
Jede zusätzliche Leuchtschicht bedeutet mehr organisches Material und einen aufwendigeren Bedampfungsprozess. LG Display steht damit vor einer doppelten Aufgabe: Apples Vorgaben zu Helligkeit und Lebensdauer erreichen, ohne dass die Ausbeute in der Fertigung einbricht.
Samsung Display verfolgt aus demselben Grund einen anderen Weg und entwickelt QD-OLED für diesen Einsatzzweck. Dass beide großen OLED-Lieferanten Apples parallel an Lösungen arbeiten, zeigt vor allem, dass das Problem als gelöst noch nicht gilt.
Beide zielen darauf, die ersten iMac-OLED-Panels bis 2028 fertig entwickelt zu haben. Ein Marktstart wäre danach frühestens 2029 realistisch.
Der iMac bleibt bei OLED das Schlusslicht
Innerhalb von Apples Umstellung auf OLED steht der iMac ganz hinten. Das MacBook Pro soll die Technik deutlich früher bekommen, beim MacBook Air ist von 2028 die Rede – und der iMac läge selbst dann noch dahinter. Wie sich die Umstellung über die Produktlinien verteilt, zeigt die Übersicht zu Apples OLED-Plänen.
Der Grund ist plausibel: Ein Desktop-Display läuft länger am Stück, zeigt statischere Inhalte und wird seltener ersetzt als ein Notebook. Die Anforderungen an die Lebensdauer sind damit härter als bei jedem anderen Mac.
Praktisch heißt das für dich: Wartest du auf einen iMac mit OLED, wartest du auf ein Gerät, das nach heutigem Stand frühestens in drei Jahren im Laden steht. Bis dahin bleibt das LCD-Modell die einzige Option – ein Refresh mit neuem Prozessor ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Ob ein iMac für deinen Arbeitsplatz überhaupt die richtige Bauform ist oder ein Mac mini mit eigenem Monitor besser passt, klärt unsere Mac-Kaufberatung.
Bemerkenswert an der Meldung ist weniger der Zeitpunkt als die Richtung: Apple verlangt bei einem Bildschirmtyp, den die Branche für ausgereift hält, offenbar Werte, die mit den heute verfügbaren Strukturen nicht zu erreichen sind. (Bild: Apple)
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