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Apple Upgrade: iPhone sollte fertig eingerichtet ankommen

Milan Jovicic by Milan Jovicic
9. August 2026 - 19:12 CEST
in Apple Gerüchte
0
Von oben fotografierte Anordnung aus MacBook, iPad, mehreren iPhones und einer Apple Watch, wie sie im Leasing-Programm Apple Upgrade angeboten werden

Bild: Apple

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Apple hat für sein Leasing-Programm eine Funktion erwogen, die den Einrichtungsvorgang komplett überflüssig gemacht hätte: Das neue iPhone wäre bereits mit den eigenen Daten bespielt beim Kunden angekommen. Umgesetzt wurde das nie – und die Gründe dafür liegen näher an der Alltagspraxis als an der Technik.

Seit Ende Juli läuft Apples Leasing-Modell, bei dem Kunden gegen eine monatliche Rate jährlich auf ein neues iPhone wechseln – vorerst allerdings nur in den USA. Zu den frühen Planungen dieses Programms hat Mark Gurman in seinem Newsletter für Bloomberg ein Detail nachgereicht, das es nie in die fertige Fassung geschafft hat. Gurman berichtet regelmäßig aus Apples interner Produktplanung; bei einem verworfenen Konzept aus zurückliegenden Jahren gibt es allerdings naturgemäß keine zweite Quelle, die das bestätigen könnte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple erwog für sein Leasing-Programm eine Rundum-Betreuung, bei der das neue iPhone fertig eingerichtet ankommt
  • Die Daten wären vorab aus dem iCloud-Backup auf das Gerät gespielt worden
  • Umgesetzt wurde die Funktion nicht, das laufende Programm bietet sie nicht an
  • Die technische Grundlage dafür existiert seit 2024 in Apples Ladengeschäften
  • Für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist die Frage ohnehin theoretisch

Was die verworfene Funktion vorsah

Der Gedanke dahinter war schlüssig: Wer ohnehin jedes Jahr das Gerät wechselt, soll diesen Wechsel so wenig wie möglich spüren. Das neue iPhone wäre nach dieser Planung nicht als leeres Gerät geliefert worden, sondern bereits mit dem iCloud-Backup des bisherigen Modells bespielt.

Der Karton wäre damit zum fertigen Gerät geworden – einschalten, anmelden, weiterarbeiten. Der Einrichtungsassistent, der heute je nach Datenmenge eine halbe Stunde und mehr in Anspruch nimmt, wäre entfallen.

Im tatsächlich gestarteten Programm gibt es diese Option nicht. Auch sonst blieb der Umfang hinter manchen Erwartungen zurück: Kurz nach dem Start musste Apple Berichten widersprechen, wonach geleaste Geräte softwareseitig eingeschränkt würden.

Die Technik dafür steht seit 2024

Abwegig war der Plan nicht, denn die Grundlage existiert. Seit 2024 setzt Apple in seinen Ladengeschäften ein System namens Presto ein, das verpackte iPhones drahtlos einschaltet, aktualisiert und wieder ausschaltet – die Verpackung bleibt dabei versiegelt.

Ein Presto-Gerät nimmt mehrere iPhone-Kartons gleichzeitig auf, der Vorgang dauert je Gerät 15 bis 30 Minuten und läuft über MagSafe. Wer ein iPhone im Apple Store kauft, bekommt dadurch ein Gerät mit aktueller Systemversion statt eines, das erst ein Update braucht.

Von dort zum Aufspielen eines Backups ist es konzeptionell kein weiter Schritt. Ein solcher Ablauf käme zudem ohne menschlichen Zugriff auf die Daten aus, weil der Karton geschlossen bleibt.

Zwei Gründe, die gegen den Versand sprechen

Der erste ist banal und trotzdem entscheidend: Ein Backup, das beim Versand aufgespielt wird, ist beim Auspacken bereits mehrere Tage alt. Fotos, Nachrichten und Notizen aus der Zwischenzeit fehlten, und der Kunde müsste am Ende doch synchronisieren – der Vorteil wäre dahin. Nur bei Abholung im Laden ginge die Rechnung auf.

Der zweite betrifft die Wahrnehmung. Dass Apple die iCloud-Daten technisch verarbeitet, ist bei aktiviertem Backup ohnehin der Fall. Ein Paket, das mit den eigenen Fotos und Nachrichten darin durch die Logistikkette reist, fühlt sich für viele trotzdem anders an – zumal iCloud-Backups regelmäßig das Ziel von Phishing-Angriffen sind.

Wir erwarten deshalb nicht, dass die Funktion in dieser Form zurückkehrt. Wahrscheinlicher wäre eine Variante für die Abholung im Laden, wo Presto ohnehin steht, das Backup aktuell bleibt und das Gerät erst im Beisein des Kunden aktiviert wird.

Für den deutschsprachigen Raum bleibt das Theorie

Apple Upgrade ist bislang auf die USA beschränkt, und einen Termin für weitere Märkte hat Apple nicht genannt. Ob eine solche Zusatzfunktion je gekommen wäre, ändert hierzulande also nichts – wer ein neues iPhone einrichtet, geht weiterhin den üblichen Weg über Schnellstart oder ein Backup, und die Übersicht der verfügbaren Backup-Methoden zeigt, welche davon sich wofür eignet.

Interessant bleibt die Episode aus einem anderen Grund: Sie zeigt, wie weit Apple beim Leasing-Modell ursprünglich denken wollte. Ein Abo, bei dem das Gerät fertig vor der Tür steht, wäre kein Verkauf mehr gewesen, sondern ein Dienst. (Bild: Apple)

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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