Der lange erwartete Bildschirm fürs Wohnzimmer soll erkennen, wer davorsteht – und dafür ohne die Sensorik auskommen, die Face ID auf dem iPhone braucht. Getestet wird das Gerät laut Bericht bereits in Wohnungen von Mitarbeitern. Ein Termin fehlt weiterhin.
Auf der Keynote im September hat John Ternus das iPhone als „intelligenten persönlichen Hub“ beschrieben. Dieselbe Rolle soll ein neues Gerät für das Zuhause übernehmen: ein Bildschirm mit Lautsprecher, der Gerätesteuerung, Videoanrufe und Medien zusammenführt. Im Code von Apples Systemen war die Bedienoberfläche dieses Geräts bereits im August zu finden.
Neue Details nennt Mark Gurman in seinem Newsletter bei Bloomberg vom 20. September. Danach läuft auf dem Gerät ein eigenes Betriebssystem, das auf Siri AI ausgerichtet ist, und Apple testet es in Wohnungen von Beschäftigten.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Home Hub soll für das Zuhause das werden, was das iPhone für die einzelne Person ist.
- Eine Kamera erkennt laut Bericht das Gesicht und passt die Anzeige an die Person an – ohne Tiefensensor wie bei Face ID.
- Dasselbe Verfahren könnte später per Update auf dem iPhone Duo landen.
- Das System setzt auf Siri AI, dazu kommen Homescreen, Widgets und Zifferblätter.
- Ein Verkaufstermin steht weiterhin aus.
Ein Hub für das Zuhause statt für die Person
Die Aufgabenteilung, die der Bericht beschreibt, ist simpel: Das iPhone bleibt das Gerät der Person, der Hub wird der feste Punkt im Haushalt. Er soll Lampen, Rollläden und Thermostate steuern, Videoanrufe annehmen, Musik und Podcasts abspielen und Informationen aus den Konten und Geräten der Bewohner zusammenziehen.
Das passt zu dem, was aus früheren Berichten über die Hardware bekannt ist: zwei Bauformen und ein Start zwischen Herbst und Anfang 2027, begleitet von einem neuen Apple TV und einem aufgefrischten HomePod mini.
| Merkmal | J490 | J491 |
|---|---|---|
| Aufstellung | Sockel in Form eines halbierten HomePod mini | magnetische Wandhalterung |
| Display | quadratisch, rund 7 Zoll | quadratisch, rund 7 Zoll |
| System | eigenes System auf Basis von tvOS, ausgerichtet auf Siri AI | dasselbe System |
| Oberfläche | Homescreen, Widgets, Zifferblätter | dieselbe Oberfläche |
| Steuerung | Sprache und Touch | Sprache und Touch |
| Termin | offen | offen |
Gesichtserkennung ohne Tiefensensor
Der spannendste Punkt des Berichts steckt in der Sensorik. Die Kamera des Hub soll erkennen, wer vor dem Display steht, und die Anzeige entsprechend umstellen – also etwa die Termine des Erkannten zeigen statt die des Mitbewohners. Anders als Face ID auf dem iPhone kommt das Verfahren dabei ohne Tiefensensor aus, arbeitet also mit dem Kamerabild statt mit einem projizierten Punktmuster.
Genau daraus ergibt sich eine mögliche Folge fürs iPhone: Dasselbe Verfahren ließe sich auf Geräten einsetzen, in denen der Platz für eine Sensoreinheit knapp ist. Der Bericht nennt das iPhone Duo als Kandidaten für ein späteres Update. Beim Duo sitzt die FaceTime Kamera unter dem inneren Display, die Authentifizierung läuft dort über Touch ID in der Seitentaste.
Wie belastbar der Bericht ist
Gurman hat den Hub über Jahre begleitet, von der ersten Verschiebung 2025 bis zu den Bauformen J490 und J491. Die Angaben zu Bauform und Bedienoberfläche decken sich mit dem Code-Fund vom August, was die Beschreibung stützt.
Offen bleibt genau der Teil, an dem das Gerät bisher scheiterte: der Termin. Ein Datum, ein Preis für den deutschsprachigen Raum oder eine Liste der Startmärkte stehen nicht im Bericht. Dass das Gerät in Mitarbeiterwohnungen läuft, ist ein Hinweis auf einen fortgeschrittenen Stand, aber keine Terminzusage.
Was in DACH über den Nutzen entscheidet
Für Käufer hierzulande hängt dieses Gerät an einer einzigen Frage, und die betrifft nicht die Hardware. Ein Hub, dessen System auf Siri AI ausgerichtet ist, taugt nur so viel, wie diese Assistenz hier kann – und die startete mit iOS 27 auf Englisch. Unterstützung für Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch hat Apple für Oktober angekündigt, Deutsch steht nicht auf dieser Liste.
Wir rechnen deshalb damit, dass der Hub im deutschsprachigen Raum später oder zunächst mit deutlich kleinerem Funktionsumfang antritt als in den USA. Ein Gerät, das per Zuruf bedient wird und die halbe Wohnung steuern soll, verkauft sich schwer, solange es die Sprache der Bewohner nicht beherrscht. Sobald Apple Deutsch für Siri AI nennt, wird der Termin für den Hub hier interessant – vorher bleibt er ein Gerät für den US-Markt.
Würdest du dir einen solchen Bildschirm ins Wohnzimmer stellen, wenn er dich per Kamera erkennt – oder ist genau das der Punkt, an dem für dich Schluss ist? Schreib uns in die Kommentare, wie du das siehst.



