Ein neues Apple TV, ein überarbeiteter HomePod mini und die lange erwartete Smart-Home-Zentrale sollen laut einem aktuellen Bericht startbereit sein. Die ersten beiden Geräte werden bereits für den Herbst erwartet. Das dritte bringt eine Funktion mit, die es bei Apple in dieser Form noch nie gab.
Bloomberg berichtet, dass gleich drei Smart-Home-Produkte bei Apple kurz vor der Markteinführung stehen. Apple TV und HomePod mini sollen demnach im Herbst erscheinen, die Smart-Home-Zentrale zwischen Oktober und Anfang kommenden Jahres. Beim Apple TV hatte sich die Verzögerung schon länger abgezeichnet, denn der Marktstart hing zuletzt an der Fertigstellung der neuen Assistenz. Genau dieser Zusammenhang gilt nun offenbar als aufgelöst: Alle drei Geräte sind dem Bericht zufolge auf Siri AI ausgelegt, das im September mit den neuen Betriebssystemen erscheinen soll.
Apple TV und HomePod mini: vertraute Hülle, neue Rechenleistung
Äußerlich sollen beide Geräte ihren aktuellen Versionen entsprechen. Der Unterschied liegt im Inneren, wo schnellere Chips die Anforderungen von Siri AI abdecken sollen. Der Abstand zu den Vorgängern ist beträchtlich: Das aktuelle Apple TV 4K arbeitet mit dem A15 Bionic aus der iPhone-13-Reihe und wurde im Oktober 2022 vorgestellt, der HomePod mini nutzt den S5 aus der Apple Watch Series 5 und stammt sogar aus dem Oktober 2020. Damit lägen zwischen den Generationen vier beziehungsweise sechs Jahre.
Frühere Berichte nannten für das Apple TV den A17 Pro – den ältesten Chip, der Apple Intelligence unterstützt – sowie Apples N1 für Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread. Beim HomePod mini war zuletzt von einem S9 oder neuer die Rede, dazu von besserem Klang, einem aktuelleren Ultrabreitband-Chip und einer roten Farbvariante. Eine überarbeitete Siri Remote könnte das Apple TV begleiten. Wie weit sich die Erwartungen an beide Lautsprecher-Generationen inzwischen ausdifferenziert haben, zeigt die Sammlung der bisherigen Hinweise.
Preislich haben beide Geräte den Sprung bereits hinter sich, noch bevor die Nachfolger da sind: In den USA kostet das Apple TV seit Juni 199 statt 129 Dollar, der HomePod mini 129 statt 99 Dollar.
Die Smart-Home-Zentrale kommt in zwei Bauformen
Interessanter ist das dritte Gerät. Von der Smart-Home-Zentrale existieren laut Bericht zwei Varianten in der Entwicklung: Eine setzt das Display auf einen halbkugelförmigen Sockel, die andere ist für die Wandmontage über ein neues Magnetsystem ausgelegt.
Technisch soll ein quadratisches Sieben-Zoll-Display zum Einsatz kommen. Die Software beschreibt der Bericht als vollständig neues Betriebssystem, das auf tvOS aufsetzt und dessen Oberfläche Elemente aus tvOS und watchOS mischt – mit Apps, Symbolen und Widgets. Ein eigenständiges System für die Smart-Home-Geräte war schon länger Teil der Planungen. Unterstützt werden sollen FaceTime, Überwachung der Haussicherheit, HomeKit-Anbindung und anpassbare Zifferblätter nach dem Vorbild der Apple Watch.
Gesichtserkennung soll die Oberfläche steuern
Als herausragendes Merkmal gilt die Gesichtserkennung. Das Gerät soll erkennen, wer auf das Display schaut, den Abstand bestimmen und die Oberfläche in Echtzeit darauf anpassen. Größe und Art der angezeigten Informationen würden sich also ändern, je nachdem, wer davorsteht – inklusive persönlichem Kalender, Notizen und weiteren individuellen Inhalten.
Das wäre der erste Apple-Bildschirm, der sein Gegenüber aktiv identifiziert und die Darstellung daran ausrichtet. Face ID auf iPhone und iPad entsperrt lediglich ein Gerät, das einer Person zugeordnet ist. Ein Wohnzimmergerät, das mehrere Haushaltsmitglieder auseinanderhält, folgt einer anderen Logik – und wirft Fragen auf, etwa wo die biometrischen Daten verarbeitet werden.
Zwei weitere Geräte stehen dahinter
Nach den ersten drei Produkten sollen zwei weitere folgen. Genannt werden eine höherwertige, robotische Variante der Smart-Home-Zentrale mit Neun-Zoll-Display sowie eine fortgeschrittene Überwachungskamera für den Innenbereich. Eine eigene Kamera im Smart-Home-Sortiment war schon in früheren Berichten ein Thema. Einen Zeitrahmen nennt der Bericht für beide nicht.
Die offene Frage für Europa
Alle drei startbereiten Geräte sind auf Siri AI ausgelegt – und genau dort liegt für europäische Käufer die Unsicherheit. Apple hat den Verzicht in der EU ausdrücklich auf iOS 27 und iPadOS 27 bezogen; für macOS 27 und visionOS 27 kündigte das Unternehmen Siri AI auch in der EU an. Der Ausschluss folgt damit nicht der Gerätekategorie, sondern der Frage, welche Plattformen unter die Vorgaben des Digital Markets Act fallen. Woran die Einführung auf iPhone und iPad konkret hängt, ist ausführlich dokumentiert.
Ob ein auf tvOS aufbauendes System davon berührt wäre, entscheidet sich nicht am Gerät. Der DMA benennt keine Produkte, sondern zentrale Plattformdienste: Bei Apple sind das seit September 2023 App Store, iOS und Safari, seit April 2024 zusätzlich iPadOS. tvOS steht nicht auf dieser Liste. Die Interoperabilitätspflicht aus Artikel 6(7), an der die Siri-AI-Einführung hängt, bezieht sich ausdrücklich auf Funktionen, die von iOS und iPadOS gesteuert werden. Ein weiteres Betriebssystem käme nur über ein eigenes Verfahren der Kommission hinzu.
Vollständig außerhalb des Regelwerks steht Apple deshalb nicht. Das Gericht der Europäischen Union bestätigte Anfang Juli, dass die App Stores für iPhone, iPad, Apple Watch, Mac und Apple TV zusammen einen einzigen zentralen Plattformdienst bilden – erfasst ist damit der Store, nicht das Betriebssystem der Geräte. Parallel drängen europäische Sender auf DMA-Vorgaben für den Streamingdienst Apple TV. Beide Fragen laufen getrennt und sagen nichts darüber aus, ob tvOS jemals als eigener Plattformdienst benannt wird.
Nach heutigem Stand spricht damit wenig dafür, dass die drei neuen Geräte in Deutschland und Österreich derselben Beschränkung unterliegen wie iPhone und iPad. Die Schweiz gehört ohnehin weder zur EU noch zum EWR und fällt nicht unter den DMA. Gespräche zwischen Apple und der EU-Kommission laufen weiter, ein Termin für eine Lösung steht bislang nicht fest. (Bild: Shutterstock / CHENGDUO)
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