Apples HomePod-Lineup steht vor dem größten Update seit Jahren: Sowohl der große HomePod als auch der HomePod mini bekommen Nachfolger. Beide sollen laut Mark Gurman hardwareseitig längst fertig sein und wurden nur von derselben Verzögerung zurückgehalten wie Apple TV und HomePad – dem Warten auf das KI-gestützte Siri-Erlebnis. Mit der WWDC ist nun klar, wann dieser letzte Baustein kommt.
Der HomePod mini wurde im Oktober 2020 vorgestellt – vor über fünf Jahren – und hat seitdem außer neuen Farben keine Änderung erfahren. Der große HomePod der zweiten Generation kam im Januar 2023, ebenfalls ohne grundlegende Neuerungen. Beide arbeiten mit betagten Chips und warten auf das runderneuerte, KI-gestützte Siri-Erlebnis. 2026 könnte das Jahr werden, in dem Apple sein Smart-Home-Audio-Lineup endlich auf den aktuellen Stand bringt: Zusammen mit dem HomePad und der Apple Security Camera bilden die neuen HomePods den Kern einer Smart-Home-Offensive, deren Fahrplan sich bis ins Jahr 2028 erstreckt. Alle diese Geräte sind an dasselbe, LLM-basierte Siri-Erlebnis gekoppelt.
Das Wichtigste in Kürze
| Detail | HomePod mini 2 | HomePod 3 |
|---|---|---|
| Chip | S9, S10 oder S11 (Apple-Watch-Klasse) | unbekannt, vermutlich leistungsfähiger |
| Design | unverändert, neue Farben (inkl. Rot) | voraussichtlich unverändert |
| Konnektivität | N1-Chip möglich (Wi-Fi 7, Bluetooth 6) | N1-Chip erwartet |
| UWB | 2. Generation | wahrscheinlich |
| Siri | Siri AI über iOS 27 | Siri AI über iOS 27 |
| Preis | 109 € (unverändert) | voraussichtlich 349 € (unverändert) |
| Marktstart | Herbst 2026 | Herbst 2026 |
HomePod mini 2
Rund 2.000 Tage ohne Update
Anfang April 2026 überschritt der HomePod mini rund 2.000 Tage ohne ein einziges Hardware-Update – kein anderes aktives Apple-Produkt blieb so lange unangetastet. Der verbaute S5-Chip stammt aus der Apple Watch Series 5 von 2019.
Chip: vom S5 auf S9 oder neuer
Der größte interne Sprung betrifft den Chip. Geleakter Apple-Code führt den HomePod mini 2 unter dem Codenamen B525 mit einem T8310-Chip – derselben Architektur wie in den Apple Watch S9, S10 und S11. Gegenüber dem S5 bedeutet das erheblich mehr Tempo: schnellere Audioverarbeitung, bessere Computational Audio und effizienteren Betrieb. Wichtig zu wissen: Apple-Intelligence-fähig macht dieser Chip den HomePod mini 2 nicht. Die lokale KI-Verarbeitung bleibt dem HomePad mit seinem A18-Chip vorbehalten – neue Apple-Intelligence-Funktionen dürften auf dem kleinen Lautsprecher daher über die Cloud statt direkt auf dem Gerät laufen.
Design und Farben
Am Design ändert sich laut übereinstimmenden Berichten nichts – die runde Kugelform bleibt. Neu sind die Farben: Apple soll laut Gurman eine rote Variante getestet haben, weitere Töne sind denkbar.
Konnektivität
Bei der Funkausstattung ist mit spürbaren Verbesserungen zu rechnen. Wahrscheinlich erhält der HomePod mini 2 den N1-Chip für Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread – gesichert ist das aber nicht, da Apple den N1 bei günstigeren Produkten gelegentlich weglässt. Mindestens dürften Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 das bisherige Wi-Fi 4 ablösen. Hinzu kommt ein UWB-Chip der zweiten Generation für bessere Handoff-Funktionen zwischen iPhone und Lautsprecher.
Preis
Der Preis dürfte bei 109 Euro bleiben – Apple positioniert den HomePod mini bewusst als günstigen Einstieg ins Smart-Home-Ökosystem.
HomePod 3
Was bekannt ist – und was nicht
Über den großen HomePod gibt es deutlich weniger konkrete Gerüchte als über den mini, und die jüngsten Roadmap-Berichte drehten sich vor allem um HomePod mini und Apple TV. Dass dennoch ein neuer full-sized HomePod kommt, hat Mark Gurman ausdrücklich bestätigt – auch dieser Lautsprecher hängt an derselben Siri-Aktualisierung wie die übrigen Home-Geräte.
Chip und Klang
Der aktuelle HomePod der zweiten Generation nutzt den S7-Chip aus der Apple Watch Series 7. Details zum Nachfolger-Chip fehlen, ein Upgrade auf mindestens S9-Niveau gilt aber als sehr wahrscheinlich. Das würde bessere Computational Audio ermöglichen – jene Technik, bei der der Chip den Klang in Echtzeit an den Raum anpasst. Auch der N1-Chip mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread wird erwartet; gerade Thread ist für Smart-Home-Nutzer wichtig, weil es die direkte Kommunikation mit Matter-Geräten erlaubt.
Design
Hinweise auf ein Redesign gibt es nicht. Der HomePod 3 dürfte dem aktuellen Modell stark ähneln: Mesh-Stoff-Gehäuse, Touch-Oberfläche oben, gleiche Abmessungen. Möglicherweise kommen neue Farben hinzu.
Siri AI mit Apple Intelligence
Der entscheidende Unterschied zum Vorgänger ist Siri AI. Ob der HomePod 3 einen Chip erhält, der Apple Intelligence wie der A18 im HomePad lokal verarbeiten kann, ist offen. Wahrscheinlicher ist, dass auch der große HomePod KI-Anfragen an ein iPhone oder das HomePad weiterreicht – durch das neue, LLM-basierte Siri-Erlebnis aber spürbar intelligenter reagiert als bisher.
Preis
Der aktuelle HomePod kostet 349 Euro; eine Preisänderung ist nicht zu erwarten.
Wann die neuen HomePods erscheinen sollen
Beide HomePods sollen – ebenso wie das neue Apple TV – laut Gurman bereits seit 2025 hardwareseitig fertig sein. Zurückgehalten hat Apple sie, weil Siri AI das zentrale Verkaufsargument bilden soll. Genau dieser Zeitplan konkretisiert sich: Mit der Vorstellung von Siri AI auf der WWDC ist die größte Unsicherheit ausgeräumt – die Funktion erscheint zunächst als Beta und soll im Herbst breit ausgerollt werden.
Einen frischen, besonders HomePod-nahen Beleg liefert der Beta-Code: In der zweiten Entwickler-Beta von tvOS 27 – das denselben Software-Unterbau wie der HomePod nutzt – stieß der Entwickler Filipe Espósito ausgerechnet rund um den Einrichtungsprozess des HomePod auf Verweise auf die neue, Apple-Intelligence-basierte Siri-Generation. Da Siri AI bislang auf keinem HomePod läuft, gilt ein solcher Verweis tief im Einrichtungscode als belastbares Zeichen, dass Apple die Funktion für die Lautsprecher aktiv vorbereitet. Auf der WWDC selbst waren HomePod und Apple TV bei der Präsentation von Siri AI noch unerwähnt geblieben.
Als wahrscheinlichste Fenster gelten weiterhin zwei Termine: der September gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro und iOS 27 – oder, falls Apple die Home-Produkte vom iPhone-Event trennt, der Zeitraum von Oktober bis Dezember. Der jüngste Bericht deutet eher auf die zweite Variante hin: Statt der ohnehin prall gefüllten September-Keynote gilt ein primär auf den Mac ausgerichtetes Oktober-Event als wahrscheinlicherer Rahmen. Dass etwas bevorsteht, zeigen auch die weltweit rückläufigen Lagerbestände der aktuellen HomePods – ein klassisches Signal für ein anstehendes Update.
Dass der KI-Fahrplan inzwischen steht, untermauern mehrere Entwicklungen: interne Umstrukturierungen, schlicht mehr Entwicklungszeit und vor allem der Umstand, dass Siri AI auf Gemini-Modelle über Apples Private Cloud Compute setzt. Für die beiden Lautsprecher bedeutet das: weniger spektakuläre Hardware, dafür eine Generation, die erstmals eng mit Apples KI-Ambitionen verzahnt ist.
Offene Frage: Siri AI in der EU
Für den deutschsprachigen Markt bleibt ein Vorbehalt: Siri AI startet in der EU zunächst nicht auf iPhone und iPad, weil Apple den Digital Markets Act als Hürde anführt. Mac und Apple Vision Pro sind davon ausgenommen und erhalten die Funktion auch hier, während die Apple Watch faktisch am gekoppelten iPhone hängt. Weil die Sperre nicht technisch begründet ist, sondern an der regulatorischen Einstufung von iPhone und iPad als zentrale Plattformen hängt, ist derzeit offen, wie Apple HomePod einordnet. Ob die neue Sprachsteuerung auf den Lautsprechern hierzulande zum Start verfügbar ist, lässt sich damit noch nicht sagen.
Für wen lohnt sich das Warten?
HomePod mini
Wer einen HomePod mini besitzt, nutzt ein Gerät mit einem Chip von 2019. Allein der Sprung auf S9 oder neuer und Siri AI machen den HomePod mini 2 zu einem lohnenden Kauf – vorausgesetzt, der Preis bleibt bei 109 Euro.
HomePod
Wer den großen HomePod von 2023 besitzt, findet weniger Gründe für ein Upgrade. Die Klangqualität ist bereits sehr gut; die Hauptargumente wären Siri AI und die modernere Konnektivität mit Wi-Fi 7 und Thread.
Unsere Einschätzung: keinen der aktuellen HomePods jetzt neu kaufen. Bis zum Herbst zu warten lohnt sich für dich in fast jedem Fall – die Nachfolger sind praktisch bestätigt und könnten Teil von Apples größtem Smart-Home-Update überhaupt werden.
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