iOS 27 fasst iCloud an mehreren Stellen gleichzeitig an: Fotos landen schneller in der Cloud, geteilte Alben öffnen sich für Android und Windows, und ein Teil der neuen KI-Funktionen hängt am gebuchten Speicherplan. Für Nutzer in der EU kommt eine Besonderheit dazu, die es in keinem internationalen Feature-Vergleich gibt.
Die iCloud-Neuerungen von iOS 27 verteilen sich über viele Apps und stehen deshalb selten im Mittelpunkt der Beta-Berichte. Sichtbar sind sie trotzdem längst: Seit dem Start der Testphase im Juli lassen sich die Änderungen in Fotos, Home, Passwörter und Journal nachvollziehen, und mit Beta 4 hat Apple das Update im Juli weiter geschärft. Zwei Dinge fallen dabei auf: Ein Teil der Funktionen setzt einen bestimmten iCloud+-Plan voraus, und ein anderer Teil erreicht EU-Geräte zum Start gar nicht.
Fotos landen schneller und plattformübergreifend
Die spürbarste Änderung betrifft den Upload. Das iPhone beginnt in iOS 27 früher damit, neue Aufnahmen in die iCloud-Fotomediathek zu schieben, sodass Bilder auf iPad und Mac merklich schneller auftauchen.
Dazu kommt ein Schalter, der den Upload für 24 Stunden unabhängig vom Akkustand erzwingt und sich danach automatisch wieder deaktiviert. Bisher pausierte die Synchronisation bei niedrigem Ladestand – wer nach einem Termin schnell an die Aufnahmen musste, hatte keine Möglichkeit, das zu übergehen.
Die geteilten Alben öffnen sich außerdem für andere Plattformen: Nutzer auf Android und Windows können künftig eigene Fotos in ein geteiltes Album hochladen. Damit die Bilder in beide Richtungen brauchbar bleiben, speichern geteilte Alben Fotos und Videos in voller Auflösung. Das war bisher der zentrale Kritikpunkt an dieser Funktion, weil Inhalte in geteilten Alben stark komprimiert wurden.
Die übrigen Änderungen der App laufen unabhängig davon – ein vollständiges Bild liefert die Übersicht zur Fotos-App in iOS 27.
Zusammenarbeit bekommt Vorschauen und Zugriffsanfragen
Geteilte iCloud-Links zeigen in iOS 27 eine deutlich aussagekräftigere Vorschau, sodass vor dem Öffnen erkennbar ist, worum es sich handelt. Wer keinen Zugriff auf ein geteiltes Dokument hat, kann diesen direkt anfragen, statt den Absender separat kontaktieren zu müssen.
Apple nennt zusätzlich schnelleren Zugriff auf geteilte Inhalte über iCloud.com sowie einen leichter erreichbaren Teilen-Link beim Erstellen neuer Freigaben.
Passwörter und Journal ziehen nach
Die Passwörter-App kann in iOS 27 unsichere Passwörter automatisch austauschen. Die Funktion greift auf den iCloud-Schlüsselbund und Safari zu, meldet sich bei den betroffenen Diensten an und ersetzt das Passwort dort direkt – angekündigt hatte Apple das bereits zur WWDC. Voraussetzung ist ein iPhone, das Apple Intelligence unterstützt.
In der Journal-App ist ab iOS 27 pro Eintrag sichtbar, ob er bereits mit iCloud synchronisiert wurde. Eine Kleinigkeit, die bei einem Gerätewechsel den Unterschied zwischen vollständigem und lückenhaftem Tagebuch ausmacht.
Was der Speicherplan zusätzlich freischaltet
Zwei Funktionsgruppen hängen in iOS 27 direkt am gebuchten iCloud+-Tarif. Die KI-Auswertung von HomeKit-Secure-Video-Kameras – Textzusammenfassungen als Mitteilung, durchsuchbare Ereignisse in der Zeitleiste und die Verknüpfung derselben Person über mehrere Kameras hinweg – setzt mindestens den 2-TB-Plan voraus. Zusätzlich braucht es eine Home-Zentrale in Form von HomePod, HomePod mini oder Apple TV 4K sowie ein Apple-Intelligence-fähiges iPhone ab dem iPhone 15 Pro. Die 4K-Aufzeichnung, die HomeKit Secure Video in iOS 27 ebenfalls neu beherrscht, kommt ohne KI und ohne 2-TB-Plan aus.
Die zweite Gruppe betrifft die Tageslimits einzelner Apple-Intelligence-Funktionen, etwa die Bilderzeugung in Image Playground. Diese Limits fallen mit einem iCloud+-Abo höher aus, ohne dass die Funktionen selbst etwas kosten. Konkrete Zahlen hat Apple weder für die kostenlose Stufe noch für die einzelnen Tarife genannt.
| iCloud+-Plan | Preis pro Monat | HomeKit-Kameras | Home-KI in iOS 27 |
|---|---|---|---|
| 5 GB (kostenlos) | 0,00 € | keine | nein |
| 50 GB | 0,99 € | 1 | nein |
| 200 GB | 2,99 € | 5 | nein |
| 2 TB | 9,99 € | unbegrenzt | ja |
| 6 TB | 29,99 € | unbegrenzt | ja |
| 12 TB | 59,99 € | unbegrenzt | ja |
Jeder kostenpflichtige iCloud+-Tarif lässt sich über die Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen teilen – Details dazu stehen in der Übersicht zu den iCloud-Kosten.
Warum die Siri-Synchronisation in der EU ins Leere läuft
International gehört die geräteübergreifende Synchronisation der Siri-App zu den iCloud-Neuerungen von iOS 27: Unterhaltungen lassen sich anpinnen, später fortsetzen und wechseln zwischen iPhone, iPad und Mac. Genau dieser Punkt trifft EU-Geräte nicht.
Apple hat am 8. Juni 2026 erklärt, Siri AI mit dem Erscheinen von iOS 27 und iPadOS 27 in der Europäischen Union nicht ausliefern zu können, und verweist auf die Anforderungen des Digital Markets Act. Betroffen sind alle 27 Mitgliedstaaten, Deutschland und Österreich eingeschlossen. Einen Zeitplan für die Nachreichung gibt es nicht. Die Sperre reicht über iPhone und iPad hinaus: Siri AI ist mit watchOS 27 auf der Apple Watch angekommen, setzt dort aber ein gekoppeltes iPhone mit Siri AI voraus und bleibt in der EU deshalb ebenfalls außen vor. Zugriff besteht nach Apples Angaben allein auf dem Mac mit macOS 27 und auf der Apple Vision Pro mit visionOS 27, weil diese Plattformen nicht unter dieselbe Gatekeeper-Einstufung fallen. Die technischen und regulatorischen Hintergründe dieser Trennung stehen im Erklärstück zum DMA-Konflikt.
Die Schweiz gehört weder zur EU noch zum EWR und ist von dieser Einschränkung nicht betroffen – dort startet Siri AI auf iPhone und iPad wie im Rest der Welt.
Praktisch heißt das für den iCloud-Teil: Ein Mac in Deutschland kann Siri-Unterhaltungen in iCloud ablegen, das iPhone daneben zum Start nicht. Eine durchgehende Chat-Historie über alle Geräte hinweg entsteht damit erst, wenn Apple und die Kommission sich einigen. Der Fall reiht sich in eine wachsende Liste von Apple-Funktionen ein, die in der EU fehlen.
Für wen sich ein größerer Plan jetzt lohnt
Wenn du iCloud bisher nur für Backup und Fotomediathek nutzt, ändert iOS 27 an deinem Bedarf wenig – die Upload- und Freigabe-Verbesserungen gelten für alle Tarife, auch für die kostenlosen 5 GB.
Interessant wird der Sprung auf 2 TB in genau einem Fall: wenn du mehrere HomeKit-Secure-Video-Kameras betreibst und die Ereignisse nicht mehr selbst durchklicken willst. Der Aufpreis von 200 GB auf 2 TB beträgt sieben Euro im Monat, also 84 Euro im Jahr. Für einen Haushalt mit zwei oder drei Kameras ist das die Rechnung, die sich lohnt – für eine einzelne Türklingelkamera eher nicht.
Wer nur wegen der Apple-Intelligence-Tageslimits aufstockt, sollte abwarten: Solange Apple keine Zahlen nennt, lässt sich der Nutzen nicht beziffern. Und für iPhone-Nutzer in der EU bleibt der prominenteste KI-Baustein ohnehin außen vor.
iCloud in iOS 27: Das Wichtigste auf einen Blick
Der Schwerpunkt liegt dieses Jahr weniger auf neuen Speicherfunktionen als auf Geschwindigkeit und Offenheit: schnellere Uploads, geteilte Alben in voller Auflösung und über Plattformgrenzen hinweg, brauchbare Vorschauen bei Freigaben. Der zweite Strang koppelt KI-Funktionen an den Tarif und macht den 2-TB-Plan erstmals zu mehr als einer reinen Speicherfrage.
iOS 27 erscheint im September zusammen mit den neuen iPhone-Modellen. Bis dahin bleibt offen, welche Tageslimits Apple für die KI-Funktionen ansetzt – und ob sich an der Lage rund um Siri AI in der EU noch etwas bewegt. (Bild: Apple)
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