Apple hat in iOS 27 nur einer Handvoll Apps besondere Aufmerksamkeit geschenkt – und die Fotos-App gehört dazu. Neben spürbaren Tempo-Verbesserungen und zahlreichen Komfort-Funktionen ziehen erstmals KI-Bearbeitungswerkzeuge auf Basis von Apple Intelligence ein. Damit verschiebt sich, was direkt am iPhone aus einem Bild herauszuholen ist.
Apple hat iOS 27 Anfang Juni gemeinsam mit dem übrigen Software-Aufgebot der WWDC 2026 vorgestellt, und die Fotos-App zählt dabei zu den Anwendungen mit den umfangreichsten Änderungen. Sie kombiniert nun generative KI-Werkzeuge mit klassischen Verwaltungs-Funktionen wie Sternebewertungen, neuen Ablagen und flexibleren geteilten Alben. Ein Teil der Neuerungen steht auf nahezu jedem aktuellen iPhone bereit, der KI-Bereich bleibt dagegen neueren Modellen vorbehalten.
Neue KI-Werkzeuge für die Bildbearbeitung
Im Zentrum der Neuerungen steht ein Satz an KI-Bearbeitungswerkzeugen. Erreichbar sind sie über das Symbol mit den drei Schiebereglern und anschließend über das mit „Tools“ beschriftete Apple-Intelligence-Symbol. Die Funktionen bauen auf Apple Intelligence der nächsten Generation auf und greifen für die Bildbearbeitung auf generative Modelle zurück. Was zuvor als Gerücht um drei neue KI-Funktionen für die Fotos-App kursierte, ist damit offiziell bestätigt.
„Bereinigen“ entfernt Objekte überzeugender
Das bereits bekannte Werkzeug „Bereinigen“ setzt in iOS 27 auf neue KI-Modelle und entfernt Objekte deutlich zuverlässiger. Während die ursprüngliche Version vor allem bei kleinen Elementen mit wenig komplexem Hintergrund gute Ergebnisse lieferte, rekonstruiert die neue Variante auch anspruchsvollere Hintergründe per generativer KI. Dabei stehen drei Modi zur Wahl: „Schnell“ arbeitet schneller und reicht für einfache Korrekturen, „Hohe Qualität“ liefert bei detailreichen Szenen die besseren Resultate, und „Automatisch“ überlässt der Fotos-App die Entscheidung, welche Variante passt.
„Erweitern“ erweitert den Bildausschnitt
Mit „Erweitern“ lässt sich der Bildausschnitt nachträglich verändern: Die Ränder eines Fotos werden über den ursprünglichen Inhalt hinaus erweitert, sodass sich das Motiv herauszoomen oder die Bildkomposition anpassen lässt. Die fehlenden Bereiche füllt generative KI auf, die Ränder lassen sich per Pinch-Geste justieren. Apple nutzt dasselbe Verfahren auch, um Hintergrundbilder für den Sperrbildschirm zu erweitern, die nicht exakt auf das Display passen.
„Neu ausrichten“ verändert die Perspektive
„Neu ausrichten“ geht noch einen Schritt weiter und passt die Perspektive eines Fotos an – etwa den Blickwinkel auf eine Person oder ein Objekt. Das Werkzeug greift auf die räumlichen Informationen zurück, die das iPhone beim Aufnehmen eines Bildes erfasst, und kombiniert sie mit KI, um den Kamerawinkel nachträglich zu verändern. Die räumlichen Daten dienen der Anpassung des Bildmotivs, fehlende Pixel ergänzt anschließend die KI. Die Bedienung erfolgt per Tippen und Ziehen für die Perspektive sowie mit zwei Fingern für Schwenken, Zoomen oder Drehen.
Image Playground für realistische Montagen
Streng genommen nicht Teil der Fotos-App, aber eng verzahnt: Über die App Image Playground lassen sich fotorealistische Bearbeitungen vornehmen. Wer etwa das Foto einer befreundeten Person um einen Hut oder ein Accessoire ergänzen möchte, kann das hier realistisch wirken lassen. Es lassen sich gezielt einzelne Bereiche eines Bildes auswählen und per natürlicher Sprache bearbeiten, zudem gibt es eine Option zum Kombinieren mehrerer Bilder. Die Nutzung ist grundsätzlich kostenlos, allerdings mit täglichen Limits – zusätzliche Kapazitäten lassen sich über iCloud+-Tarife freischalten.
Einzelbild aus Videos sichern
Eine kleine, aber praktische Ergänzung: In iOS 27 lässt sich ein einzelnes Bild aus einem Video als eigenständiges Foto speichern. Damit entfällt der Umweg über Screenshots oder Drittanbieter-Apps, wenn aus einer Videoaufnahme ein bestimmtes Standbild herausgelöst werden soll.
Schlagwörter und Sternebewertungen
Apple erweitert die Verwaltungs-Funktionen der Fotos-App spürbar. Fotos und Videos lassen sich nun mit Schlagwörtern und Sternebewertungen versehen. Vergeben werden können ein bis fünf Sterne, anschließend lassen sich die Aufnahmen nach Bewertung filtern. Damit erhält die Bibliothek eine Ordnungsebene, wie man sie sonst eher aus professioneller Bildverwaltungs-Software kennt.
Mehr Kontrolle über geteilte Alben
Bei der Album-Organisation hat Apple in iOS 27 ebenfalls nachgelegt, vor allem bei den geteilten Alben. Eine Übersicht der wichtigsten Änderungen:
| Funktion | Was sich ändert |
|---|---|
| Filtern | Geteilte Alben lassen sich nach Fotos oder Videos filtern |
| Speichern | Bilder aus geteilten Alben lassen sich leichter sichern |
| Ablaufdatum | Geteilte Alben können nach 30 Tagen automatisch ablaufen – praktisch zum Teilen ohne dauerhaftes Album |
| Einladen | Eine eigene Option „Geteiltes Album erstellen“ in jedem Album-Menü vereinfacht das Einladen |
| Upload-Link | Ein Link erlaubt anderen das Hochladen von Bildern, neue Berechtigungen verlangen dafür eine ausdrückliche Freigabe |
| Aktivitätsprotokoll | Geteilte Alben führen ein Protokoll der jüngsten Aktivitäten |
| Reaktionen | Auf Bilder lässt sich mit jedem beliebigen Emoji reagieren |
Hinzu kommt eine Öffnung über das Apple-Ökosystem hinaus: Auch Personen mit Android- oder Windows-Geräten können künftig zu iCloud-Alben beitragen.
Diashows aus jedem Album
Diashows waren bislang an den Bereich „Rückblicke“ gebunden – in iOS 27 lässt sich eine Diashow aus jedem beliebigen Album oder jeder Bildsammlung erstellen. Dazu tippst du in ein Album, wählst oben rechts das entsprechende Symbol und anschließend „Diashow starten“. Alternativ lassen sich aus der Bibliothek mehrere Fotos markieren und derselbe Weg gehen. Anpassen lassen sich die Diashows über Übergangsstile, die Anzeigedauer pro Bild und eine Hintergrundmusik. Die fertige Datei kann in sozialen Netzwerken geteilt oder als Video gespeichert werden.
Zwei neue Ablagen für Aufnahmen und Dokumente
Die Fotos-App bekommt zwei neue Ordner im Bereich „Sonstige“. „Von mir aufgenommen“ bündelt alle Bilder, die mit der Kamera-App auf dem aktuellen oder einem früheren iPhone aufgenommen wurden. „“Ausweisdokumente“ wiederum sammelt Aufnahmen von Reisepässen, Führerscheinen und ähnlichen Dokumenten an einem Ort – hilfreich, wenn solche Bilder sonst in der Bibliothek untergehen.
iCloud-Synchronisierung auf Wunsch sofort
Im Fotos-Bereich der Einstellungen findet sich neu die Option „Sofort synchronisieren“, mit der sich der unmittelbare Upload zu iCloud für den jeweiligen Tag priorisieren lässt. Ist die Einstellung aktiv, lädt iCloud-Fotos neue Bilder hoch, sobald sie in die Bibliothek gelangen, statt den Upload zugunsten der Akkulaufzeit zurückzuhalten. Ergänzend lassen sich Fotos und Videos in voller Auflösung zu geteilten iCloud-Alben hinzufügen, und zwar in allen gängigen Foto- und Videoformaten.
Weitere Detailverbesserungen
Abseits der großen Funktionen gibt es eine Reihe kleinerer Verbesserungen, die den Alltag mit der Fotos-App flüssiger machen:
- Für das Hintergrundbild „Fotomix“ lässt sich ein bestimmtes Haustier auswählen.
- Die Suche liefert in den Top-Ergebnissen ansprechendere Aufnahmen von Personen und Haustieren.
- Der Reiter „Sammlungen“ baut sich schneller auf.
- Neue Aufnahmen aus der Kamera-App erscheinen zügiger in der Fotos-App.
- Eigene Aufnahmen lassen sich in den Fotomix einbeziehen.
- Eine Option „Auswahl anzeigen“ in der Bibliothek blendet alle markierten Fotos ein, um deren Metadaten zu bearbeiten.
Welche iPhones die Funktionen unterstützen
Die KI-Bearbeitungswerkzeuge setzen Geräte voraus, die Apple Intelligence unterstützen – das umfasst das iPhone 15 Pro und neuere Modelle. Die Tempo- und Verwaltungs-Funktionen stehen dagegen auf allen Geräten bereit, die iOS 27 ausführen, also ab dem iPhone 11. Apple hat in diesem Zyklus kein einziges Modell aus der Unterstützung gestrichen: Konntest du iOS 26 nutzen, bekommst du auch iOS 27. Damit entsteht eine klare Zweiteilung – das vollständige System samt Komfort-Funktionen für eine breite Gerätebasis, der KI-Bearbeitungsteil hingegen nur für neuere iPhones.
Die Fotos-App wird zur Bearbeitungszentrale
Mit iOS 27 verschiebt Apple den Schwerpunkt der Fotos-App: Was früher reine Verwaltung war, wird zunehmend zur Bearbeitungs- und Organisationszentrale direkt am iPhone. Die generativen Werkzeuge nähern sich Funktionen an, für die bislang separate Apps nötig waren, während Sternebewertungen, neue Ablagen und flexiblere geteilte Alben die schiere Masse an Aufnahmen besser beherrschbar machen. Für Besitzer eines Apple-Intelligence-fähigen iPhones fällt das Update am üppigsten aus, doch auch ältere Modelle profitieren von den Tempo- und Komfort-Verbesserungen.
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Häufige Fragen: Die Fotos-App in iOS 27
Neu sind ein verbessertes „Bereinigen“ zum Entfernen von Objekten, „Erweitern“ zum nachträglichen Erweitern des Bildausschnitts und „Neu ausrichten“ zum Anpassen der Perspektive. Alle drei basieren auf Apple Intelligence und arbeiten mit generativer KI.
Ja. Die KI-Werkzeuge laufen nur auf Apple-Intelligence-fähigen Geräten, also ab dem iPhone 15 Pro. Die übrigen Neuerungen stehen auf allen Modellen ab iPhone 11 bereit.
Die Werkzeuge in der Fotos-App selbst sind kostenlos. Image Playground lässt sich ebenfalls gratis nutzen, hat aber tägliche Limits – mehr Kapazität gibt es über iCloud+-Tarife.
Ja. In iOS 27 lässt sich ein einzelnes Bild aus einem Video direkt als eigenständiges Foto sichern, ohne Umweg über Screenshots.
Geteilte Alben lassen sich nach Fotos oder Videos filtern, können nach 30 Tagen ablaufen, führen ein Aktivitätsprotokoll und erlauben Emoji-Reaktionen. Zudem können erstmals Android- und Windows-Nutzer zu iCloud-Alben beitragen.
Du tippst in ein beliebiges Album, wählst oben rechts das Symbol und dann „Diashow starten“. Übergänge, Anzeigedauer und Hintergrundmusik lassen sich anpassen, das Ergebnis als Video speichern.
Mit ihr lädt iCloud-Fotos neue Aufnahmen umgehend hoch, statt den Upload zugunsten der Akkulaufzeit zu verzögern – sinnvoll, wenn Bilder schnell auf allen Geräten verfügbar sein sollen.



