Am 9. September zeigt Apple weniger, als der Kalender vermuten lässt. Kein Standard-iPhone, keine neue Uhr für Sparsame, kein Mac und kein iPad – die Liste der Geräte, die an diesem Abend nicht auf die Bühne kommen, ist länger als die der erwarteten Neuheiten. Der Grund liegt in einer Umstellung, die Apple bereits im Frühjahr eingeleitet hat.
Die Keynote unter dem Motto „Surprise and Shine“ beginnt um 19:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit und wird über die Apple-Events-Seite, die Apple-TV-App und Apples YouTube-Kanal übertragen. Wer die Übertragung plant, findet die Wege dorthin in unserer Anleitung zum Livestream. Was auf der Bühne erwartet wird, steht in der Vorschau auf das September-Event.
Mindestens ebenso aufschlussreich ist die Gegenliste. Eine ganze Reihe von Geräten, deren Namen seit Monaten durch die Berichterstattung laufen, steht an diesem Abend nicht auf dem Programm – manche, weil Apple sie längst per Mitteilung eingeführt hat, andere, weil ihr Termin Wochen oder Monate dahinter liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Erstmals seit 2014 stellt Apple im September kein Standard-iPhone vor; iPhone 18, iPhone 18e und iPhone Air 2 werden gemeinsam für das Frühjahr 2027 erwartet
- Bei der Apple Watch soll das günstige SE-Modell in diesem Jahr keinen Nachfolger bekommen
- Macs laufen am Event vorbei: Mac mini und Mac Studio wurden bereits im August per Mitteilung eingeführt, der iMac wird später erwartet
- Die Smart-Home-Geräte rund um Bildschirm, Lautsprecher und Kamera sind nach den Berichten auf Oktober bis 2027 verteilt
- Ein gezeigtes Produkt ist nicht automatisch ein lieferbares Produkt – beim faltbaren iPhone widersprechen sich die Berichte zum Marktstart
Kein Standard-iPhone: der auffälligste Ausfall
Der größte Name auf der Liste ist zugleich der meistverkaufte: Das iPhone 18 kommt im September nicht. Nach dem Bericht von Bloomberg-Reporter Mark Gurman verlegt Apple die volumenstarken Modelle in ein eigenes Frühjahrsfenster und bündelt dort iPhone 18, iPhone 18e und das neu gestaltete iPhone Air 2. Erwartet wird dieser Termin für März oder April 2027.
Damit endet ein Muster, das seit 2014 jedes Jahr gehalten hat. Der Herbst gehört künftig den teuren Geräten, das Frühjahr den günstigen. Zwischen der Vorstellung der Pro-Modelle am 9. September und dem erwarteten Frühjahrstermin liegen rund sechs bis sieben Monate – eine Wartezeit, die es in dieser Form bei der iPhone-Reihe noch nicht gab.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer auf das Standardmodell oder auf die e-Variante wartet, hat mit dieser Keynote nichts gewonnen. Die Details zu beiden Geräten stehen in den Übersichten zum iPhone 18e und zum iPhone 18 Pro.
Bei der Apple Watch fehlt die günstige Variante
Apple Watch Series 12 und Apple Watch Ultra 4 gelten als gesetzt. Das dritte Modell der Reihe fehlt: Ein Nachfolger für die Apple Watch SE wird für dieses Jahr nicht erwartet, und auch die Ultra-Baureihe soll ihr Gehäuse behalten statt eine neue Form zu bekommen. Die Berichtslage dazu ist seit dem Sommer stabil und in unserem Artikel zur Uhren-Planung für 2026 zusammengetragen.
Das günstige Einstiegsmodell bleibt damit ein Jahr länger im Programm, als es der bisherige Rhythmus nahelegt.
Macs und iPads stehen nicht auf dem Programm
Der Mac war beim September-Termin ohnehin selten zu sehen, in diesem Jahr ist die Trennung besonders deutlich: Mac mini und Mac Studio wurden bereits am 25. August per Pressemitteilung eingeführt, also zwei Wochen vor der Keynote. Der Weg über eine Mitteilung ist bei diesen Geräten die Regel und kein Zeichen für eine kurzfristige Änderung.
Beim iMac deutet die Berichtslage auf einen Start bis zum Jahresende, beim iPad mini mit OLED-Display auf den Oktober. Beide Termine liegen hinter dem Event, nicht darauf. Aus der MacBook-Planung sind zudem zwei Modelle gestrichen worden – auch das ist kein Bühnenthema für diesen Abend.
Das Smart Home bleibt vertagt
Die Gerätegruppe, die seit Monaten als startbereit gilt, ist am stärksten über die Zeit verteilt. Die Smart-Home-Zentrale mit Bildschirm wird nach den vorliegenden Berichten zwischen Oktober und Anfang 2027 erwartet. Die Sicherheitskamera mit KI-Auswertung steht in der Gruppe dahinter und wird für 2027 gehandelt.
Beim Apple TV 4K und beim kleinen HomePod ist die Lage anders gelagert: Beide gelten für den Herbst als gesetzt, doch beim Apple TV verzögert die Sprachassistenz den Marktstart. Ob Apple diese Geräte auf der Bühne zeigt oder wie den Mac per Mitteilung nachreicht, ist offen – die Vorstellung per Mitteilung wäre bei beiden nicht ungewöhnlich.
Auch die AirPods mit Kamera gehören nicht in dieses Jahr: Ihr Marktstart bleibt bei 2027. Und bei der Vision Pro deutet der Stellenabbau im zuständigen Team nicht auf ein Nachfolgegerät in diesem Herbst hin.
Was fehlt und wann es erwartet wird
| Produkt | Erwarteter Zeitpunkt |
|---|---|
| iPhone 18, iPhone 18e, iPhone Air 2 | Frühjahr 2027, März oder April |
| Apple Watch SE (Nachfolger) | Kein Modell für 2026 erwartet |
| iMac | Bis Jahresende 2026 |
| iPad mini mit OLED | Oktober 2026 |
| Smart-Home-Zentrale mit Bildschirm | Oktober 2026 bis Anfang 2027 |
| Sicherheitskamera | 2027 |
| AirPods mit Kamera | 2027 |
| Vision Pro (Nachfolger) | Kein Termin absehbar |
Gezeigt heißt nicht gekauft
Eine zweite Lücke betrifft nicht das Programm, sondern den Ladentisch. Beim faltbaren iPhone widersprechen sich die Berichte: Eine als exklusiv gekennzeichnete Meldung aus Australien beschrieb einen zunächst auf die USA beschränkten Verkaufsstart, weitere Märkte sollten über zwei bis drei Monate folgen. Diese Darstellung wurde später bestritten, belegt ist keine der beiden Seiten. Sie stützt sich auf australische Netzbetreiber und einen Händler, eine Bestätigung des Unternehmens gibt es nicht.
Der Vorgang hat einen Präzedenzfall: Bei der Vision Pro vergingen zwischen dem Verkaufsstart in den USA und der Verfügbarkeit in Deutschland fünf Monate. Österreich und die Schweiz standen damals noch weiter hinten. Sollte sich das Muster wiederholen, wäre die Vorstellung am 9. September für dich hierzulande zunächst nur eine Ankündigung. Der vollständige Stand dazu steht in der Übersicht zum iPhone Ultra.
Warum die Keynote schmaler ausfällt als früher
Die Liste wirkt lang, beschreibt aber keine Schwäche, sondern eine Umstellung. Apple hat den Produktkalender entzerrt: Was früher in eine überfrachtete Septemberstunde gepresst wurde, verteilt sich jetzt auf Pressemitteilungen im August, eine Keynote im September, Nachzügler im Oktober und ein zweites Fenster im Frühjahr. Für das Unternehmen ist das die bessere Rechnung, weil jedes Gerät seine eigene Aufmerksamkeit bekommt statt in einer Aufzählung unterzugehen.
Für dich als Käufer kehrt sich der Vorteil teilweise um. Die Herbst-Keynote deckt nur noch das obere Preissegment ab, und wer nicht in diesem Segment einkauft, wartet nun bis ins Frühjahr. Wir erwarten, dass Apple dieses Modell beibehält, solange sich das teure Ende der Reihe verkauft – der belegte Ausgangspunkt dafür ist die Trennung selbst, die bereits im April angekündigt und seither in keinem Bericht zurückgenommen wurde.
Apples September wird zum Premium-Termin
Aus dem Abend, an dem einmal die komplette Jahresplanung vorgestellt wurde, ist ein Termin für die teuren Geräte geworden. Wer am 9. September zuschaut, sieht die Spitze des Sortiments und muss für alles darunter einen zweiten Kalendereintrag machen.
Wartest du auf eines der Geräte, die an diesem Abend fehlen – und ist das Frühjahr für dich noch eine akzeptable Wartezeit oder schon der Punkt, an dem du dich anderswo umsiehst? Schreib uns in die Kommentare, worauf du wartest.


