Der Personalabbau rund um Apples Headset hat mehr Bereiche erfasst als bislang berichtet – Gerätesicherheit, Audio-Entwicklung, Testabteilung und visionOS gehören dazu. Damit trifft er eine Software, an der auch Apples Brillen hängen.
Ende August wurde bekannt, dass Apple über 200 Stellen streicht, rund die Hälfte davon im Umfeld der Vision Pro mit Schwerpunkt auf den Teams für Spiele und Immersive Video. Ein Bericht von Bloomberg erweitert dieses Bild nun: Betroffen waren demnach auch Beschäftigte in anderen Konzernbereichen, die für das Headset arbeiteten. Die Angaben stammen von Mark Gurman, dessen Berichte zu Apples internen Umbauten sich über Jahre als belastbar erwiesen haben und der sich hier auf Personen mit Kenntnis der Vorgänge stützt; eine Stellungnahme des Unternehmens zu diesem Teil liegt nicht vor.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Abbau erfasste zusätzlich Gerätesicherheit, Audio-Entwicklung, Siri-Anbindung, Qualitätssicherung und visionOS.
- Weil visionOS auch auf den kommenden Datenbrillen laufen soll, betrifft der Einschnitt Software, die beide Produktlinien nutzen.
- Innerhalb der Vision-Gruppe wird seit Monaten für den Fortbestand der Plattform geworben – beim neuen Konzernchef.
- Das Brillenprojekt N50 bleibt dem Bericht zufolge auf Kurs für das kommende Jahr.
- Ein überarbeiteter Nachfolger des Headsets wird frühestens Ende 2028 erwartet.
Welche Bereiche zusätzlich betroffen sind
Der ursprünglich berichtete Schnitt betraf die Vision Products Group selbst. Nun kommen Beschäftigte hinzu, die außerhalb dieser Gruppe am Headset arbeiteten: in der Gerätesicherheit, in der Audio-Entwicklung, bei der Anbindung von Siri, in der Qualitätssicherung und an visionOS.
Das ist keine bloße Ausweitung derselben Nachricht. Die zuerst genannten Streichungen ließen sich als Rückzug aus Inhalten lesen – weniger eigene Spiele, weniger selbst produziertes Immersive Video. Die jetzt genannten Bereiche betreffen dagegen die Grundlagen des Geräts.
Warum der Schnitt auch die Brillen trifft
Der entscheidende Punkt steckt in visionOS. Das System soll auch auf den Datenbrillen laufen, die Apple unter dem Codenamen N50 entwickelt. Wer an visionOS arbeitet, arbeitet damit an der Software beider Produktlinien – ein Abbau in diesem Bereich lässt sich nicht sauber dem Headset allein zuordnen.
Am Brillenprojekt selbst hält Apple dem Bericht zufolge fest; der Start ist weiter für das kommende Jahr vorgesehen. Zu den Apple Glasses kursieren seit Monaten Angaben zu Modellen, Zeitplan und Ausstattung, die inzwischen ein recht dichtes Bild ergeben.
Ein Widerspruch zu Ternus‘ öffentlichen Worten
Innerhalb der Vision-Gruppe soll seit Monaten beim neuen Konzernchef dafür geworben werden, an der Plattform festzuhalten. Kollegen, die mit ihm über das Headset gesprochen haben, beschreiben ihn dem Bericht zufolge als von Beginn an skeptisch: zu klobig, zu teuer für einen breiten Markt. Sollte sich die Gerätegattung dauerhaft nicht durchsetzen, sei er bereit, sie ganz aufzugeben.
Diese Darstellung steht in einem auffälligen Kontrast zu dem, was Ternus im April öffentlich sagte. Damals betonte er mit Blick auf das Headset, man sei „erst am Anfang“. Wenige Wochen später wurde berichtet, dass er persönlich die Streichung sämtlicher Vision-Pro-Nachfolger aus der Roadmap freigegeben habe. Beide Stände lassen sich nur schwer zusammenbringen – belegt ist die öffentliche Aussage, alles Weitere sind Berichte über interne Haltungen.
| Zeitpunkt | Vorgang |
|---|---|
| April 2026 | Ternus verteidigt das Headset öffentlich |
| Juni 2026 | Berichte über die Streichung aller Headset-Nachfolger aus dem Fahrplan |
| Juni 2026 | Der Hardware-Verantwortliche der Gruppe wechselt zu OpenAI |
| August 2026 | Über 200 Stellen gestrichen, rund die Hälfte im Vision-Umfeld |
| September 2026 | Der Abbau reicht weiter als gemeldet, auch visionOS betroffen |
Was Besitzern eines Headsets bleibt
Für alle, die das Headset besitzen, ist die entscheidende Frage nicht, ob ein Nachfolger kommt, sondern wie lange die Software gepflegt wird. Hier gibt der Bericht Entwarnung und Anlass zur Skepsis zugleich: visionOS verschwindet nicht, weil die Brillen darauf aufbauen – aber die Mannschaft, die es weiterentwickelt, ist kleiner geworden. Ein System, das zwei Produktlinien tragen soll, wird künftig eher in Richtung der Brillen weiterentwickelt als in Richtung des Headsets.
Wir rechnen deshalb damit, dass kommende visionOS-Versionen weniger headsetspezifische Funktionen bringen und der Schwerpunkt auf Grundlagen liegt, die beide Geräte brauchen. Der belegte Ausgangspunkt dafür ist Apples eigene Zusage vom August, Vision Pro und visionOS blieben bestehen – zugesagt ist damit der Fortbestand, nicht das Tempo.



Würdest du dir heute noch ein Headset kaufen, dessen Nachfolger frühestens 2028 kommt – oder wartest du gleich auf die Brillen?