Apple verliert eine weitere Schlüsselfigur an OpenAI: Paul Meade, der die Hardware-Entwicklung der Vision Pro und der geplanten Apple-Brille verantwortete, wechselt zum KI-Unternehmen. Sein Abgang fällt mitten in eine Umstrukturierung an der Spitze von Apples Hardware-Sparte.
Es ist nicht der erste prominente Wechsel von Apple zu OpenAI – aber einer der gewichtigsten. Wie Bloomberg berichtet, verlässt Paul Meade, ein Vizepräsident und langjähriger Hardware-Verantwortlicher, das Unternehmen noch in der kommenden Woche. Sein Weggang steht in direktem Zusammenhang mit den personellen Verschiebungen, die der Wechsel an der Konzernspitze von Tim Cook zu John Ternus ausgelöst hat. Für Apple bedeutet der Abgang einen empfindlichen Verlust an Erfahrung in einem strategisch wichtigen Produktbereich.
Wer Apple verlässt
Paul Meade galt als Apples ranghöchster Verantwortlicher für das Vision-Pro-Headset und die Bemühungen rund um die kommende Smart-Brille. Er verlässt den Konzern bis spätestens nächste Woche und beginnt anschließend in der Hardware-Einheit von OpenAI. Dort soll er an der angekündigten Familie KI-gestützter Geräte mitarbeiten, die das Unternehmen entwickelt. Über die genauen Hintergründe des Wechsels äußerten sich die mit der Personalie vertrauten Personen nicht namentlich, da es sich um noch nicht öffentlich gemachte Vorgänge handelt.
Ein zentraler Kopf hinter Vision Pro und Brille
Meades Spuren bei Apple reichen weit zurück. Er kam 2010 zum Unternehmen, arbeitete zunächst als wichtiger iPad-Manager und übernahm 2012 die Leitung des iPhone-Programmmanagements. 2017 wechselte er in die Vision Products Group (VPG) und verantwortete ab 2019 die gesamte Hardware-Entwicklung dieses Bereichs. Über sieben Jahre hinweg leitete er das Hardware-Engineering-Team der Vision Pro.
Die Führung der VPG übernahm Meade, als der bisherige Vision-Pro-Chef Mike Rockwell zur KI-Aufwertung von Siri wechselte. Zuletzt verantwortete Meade die Entwicklung der KI-Brille, mit der Apple gegen die Ray-Ban-Modelle von Meta antreten will und deren Marktstart für Ende 2027 erwartet wird. Auch das Team, das an einer künftigen Augmented-Reality-Brille arbeitet, fiel in seinen Zuständigkeitsbereich.
Wer seine Aufgaben übernimmt
Mit Meades Weggang gehen viele seiner Verantwortlichkeiten als Leiter der Vision Products Group auf Fletcher Rothkopf über. Rothkopf war bislang sein langjähriger Stellvertreter und leitet die Produktdesign-Funktion für die Vision Pro und die Smart-Brille. Damit bleibt die Führung des Bereichs zumindest in vertrauten Händen.
Folge eines Umbaus an der Spitze
Meades Entscheidung ist eine direkte Folge der Führungsveränderungen bei Apple. Mit dem Wechsel von Cook zu Ternus rückte Chip-Chef Johny Srouji zum Chief Hardware Officer auf und übernahm damit Ternus‘ bisherige Rolle. Srouji stieß in den vergangenen Wochen eine umstrittene Neuordnung der Hardware-Engineering-Einheit an. In deren Zuge erhielten mehrere Vizepräsidenten, die zuvor Ternus unterstellt waren, neue Rollen – einige Führungskräfte empfanden dies Berichten zufolge als Degradierung.
Konkret berichten Meade und mehrere weitere Hardware-Verantwortliche seither nicht mehr direkt an Srouji, sondern an Tom Marieb, den neuen Vizepräsidenten für Hardware-Engineering. Marieb wiederum ist Srouji unterstellt, wodurch viele dieser Führungskräfte faktisch eine Ebene nach unten gerückt sind.
OpenAIs anhaltender Griff nach Apple-Talenten
Der Wechsel reiht sich in eine längere Serie ein. Bereits im vergangenen Jahr verbündete sich OpenAI mit dem ehemaligen Apple-Designchef Jony Ive und mehreren Designern aus dessen Studio LoveFrom, um mit der Tochtergesellschaft io KI-zentrierte Hardware zu entwickeln. Seither hat OpenAI immer wieder aktuelle und ehemalige Apple-Designer sowie -Ingenieure abgeworben, darunter Evans Hankey, die Apples Design nach Ives Abgang drei Jahre lang leitete, sowie Tang Tan. Mit Meade verliert Apple nun eine weitere zentrale Hardware-Figur an genau jenes Unternehmen, das sich anschickt, eine eigene Geräteklasse aufzubauen. Wie stark dieser Aderlass Apples Pläne für Vision Pro und Brille trifft, dürfte sich erst in den kommenden Monaten zeigen. (Bild: Shutterstock / Ringo Chiu)
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