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App-Store-Gebühren: Kartellbeschwerde gegen Apple in China

Milan Jovicic by Milan Jovicic
24. Juni 2026 - 00:56 CEST
in Apple News
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Apple China

Bild: Shutterstock / Koshiro K

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48 chinesische Entwickler ziehen vor die Marktaufsicht: Apples App-Store-Gebühren seien überhöht und die Vertriebsregeln zu starr. Die im März gesenkten Provisionen gehen ihnen längst nicht weit genug – und der Vorwurf trifft Apple ausgerechnet dort, wo das Geschäft besonders sensibel ist.

Eine Gruppe von 48 Entwicklern hat bei der chinesischen Marktaufsicht, der State Administration for Market Regulation, eine Kartellbeschwerde gegen Apple eingereicht. In einem offenen Brief werfen sie dem Konzern vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und unfaire, überhöhte Gebühren auf lokale Anbieter abzuwälzen. Der Streit um die Höhe der App-Store-Provision begleitet Apple inzwischen weltweit – in den USA liegt der Fall mittlerweile beim Supreme Court, in der EU prägt der Digital Markets Act die Debatte. Mit der Beschwerde aus China kommt nun ein weiterer großer Markt hinzu.

Was die Entwickler vorwerfen

Die Beschwerdeführer haben die chinesische Wettbewerbsbehörde aufgefordert, gegen Apple zu ermitteln und das Unternehmen zu sanktionieren. Den Vorwurf, Apple nutze seine marktbeherrschende Stellung aus, um „unfaire und überhöhte“ Kosten durchzusetzen, machte einer der Entwickler, Tian Junwei, am Montag mit einem offenen Brief auf seinem WeChat-Blog öffentlich.

Im Kern geht es um zwei Forderungen: niedrigere Gebühren und mehr Flexibilität beim Vertrieb. Aus Sicht der Entwickler reicht es nicht, dass Apple die Provisionssätze leicht gesenkt hat, solange in China weder alternative App-Marktplätze noch flexiblere Zahlungsoptionen erlaubt sind. Eine Anfrage zur Stellungnahme ließ Apple unbeantwortet.

Apples bisherige Zugeständnisse in China

Apple hatte im März angekündigt, die Standardprovision auf kostenpflichtige Apps und In-App-Käufe in China von 30 auf 25 Prozent zu senken. Für berechtigte Entwickler kann der Satz auf bis zu 12 Prozent fallen. Den Beschwerdeführern genügt das jedoch nicht: Der Schritt ändert nichts daran, dass der App Store in China der einzige zugelassene Vertriebsweg bleibt und Käufe über Apples Bezahlsystem laufen müssen.

Wie viel Apple in anderen Märkten lockert

Brisanz erhält die Beschwerde durch den Zeitpunkt. Erst wenige Tage zuvor hatte Apple für Brasilien ein neues Regelwerk vorgestellt, das jenem stark ähnelt, das Ende des vergangenen Jahres für Japan eingeführt wurde – und das Entwicklern deutlich mehr Spielraum lässt, als sie ihn in China haben. Auch in der EU musste Apple seine App-Store-Bedingungen an den Digital Markets Act anpassen, auch wenn niedrigere Gebühren dort laut einer Apple-Studie kaum zu sinkenden Endpreisen führten.

Der Vergleich der Modelle zeigt, warum sich die chinesischen Entwickler benachteiligt fühlen:

MarktStandardprovisionWeitere Bedingungen
China25 % (zuvor 30 %), bis 12 % für berechtigte Entwicklerkeine alternativen Marktplätze, keine flexiblen Zahlungsoptionen
Brasilien21 % (10 % für berechtigte Entwickler)zusätzlich 5 % Zahlungsabwicklung (entfällt bei alternativen Zahlungswegen); 15 % bei externen Zahlungslinks; 5 % Core Technology Commission über alternative Marktplätze
EUStore Services Fee von 5 % oder 13 % (10 % für berechtigte)2 % Initial Acquisition Fee bei externer Zahlung; 5 % Core Technology Commission

Während Apple in Brasilien, Japan und der EU alternative Marktplätze und externe Zahlungswege zulässt – wenn auch gegen eigene Gebühren -, bleibt der chinesische App Store ein geschlossenes System mit lediglich gesenkten Sätzen.

Warum der Druck auf Apple in China wächst

Das wiederkehrende Muster ist deutlich: Apple öffnet sein App-Store-Modell vor allem dort, wo Gerichte oder Gesetzgeber es erzwingen, und hält ansonsten an der gewohnten Kontrolle fest. Mit der Beschwerde in China versuchen die Entwickler, genau diesen Hebel auch in einem Markt anzusetzen, der für Apple wirtschaftlich enorm wichtig ist. Ob die Marktaufsicht das Verfahren aufgreift, ist offen – allein die Beschwerde erhöht jedoch den regulatorischen Druck in einer für Apple ohnehin angespannten Region. (Bild: Shutterstock / Koshiro K)

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Milan Jovicic

Milan Jovicic

Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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