US-Präsident Donald Trump hat eine Partnerschaft zwischen Apple und Intel verkündet: Der Chiphersteller soll künftig Prozessoren für Apple-Geräte in seinen US-Werken fertigen. Wie weit die Vereinbarung reicht, ist allerdings offen – und Apples Spitzenchips dürften vorerst nicht dazugehören. An der Börse sorgte die Nachricht trotzdem für Bewegung.
Apple entwickelt seine Chips selbst, lässt sie aber seit Jahren fast ausschließlich beim taiwanesischen Auftragsfertiger TSMC produzieren. Genau diese Abhängigkeit will der Konzern seit einiger Zeit verringern – und Intel rückt dabei zunehmend in den Fokus. Schon vor einem Monat hatte ein Analystenbericht ergeben, dass Intel erste Apple-Chips zu fertigen begonnen hat. Nun hat Trump die Zusammenarbeit öffentlich bestätigt – allerdings ohne viele Details zu nennen.
Eine Partnerschaft mit offenen Details
Auf seiner Plattform TruthSocial erklärte Trump am Donnerstag, Apple und Intel hätten sich auf eine Partnerschaft geeinigt, in deren Rahmen Intel Chips für künftige Apple-Geräte herstellen werde – und zwar in seinen Fertigungsstätten in den USA. Wie umfangreich und tiefgreifend die Vereinbarung tatsächlich ist, blieb offen. Eine offizielle Bestätigung durch Apple selbst steht weiterhin aus.
Die Börse reagierte prompt: Die Intel-Aktie legte im vorbörslichen Handel um rund neun Prozent zu, die Apple-Aktie stieg um 0,6 Prozent.
Intel ist bereits Teil der Lieferkette
Neu ist die Zusammenarbeit nicht. Der Analyst Ming-Chi Kuo hatte bereits berichtet, dass Intel die Produktion von Chips für ältere iPhone-, iPad- und Mac-Modelle aufgenommen hat. Wichtig dabei: Es handelt sich weiterhin vollständig um von Apple entwickelte Chips. Intel übernimmt lediglich die Fertigung und steigt damit auf der Herstellungsseite in die Lieferkette ein – nicht als Entwickler.
Warum die Spitzenchips bei TSMC bleiben
Dass Intel kurzfristig die modernsten Prozessoren für Apples teuerste iPhones liefert, gilt als unwahrscheinlich. Die Halbleiterfertigung auf dem neuesten Stand ist extrem komplex, und TSMC liegt hier mit deutlichem Abstand vorn – auch wegen der gewaltigen Stückzahlen, die Apple benötigt. Für die nahe Zukunft dürfte sich eine Zusammenarbeit mit Intel daher auf Einsteigergeräte und ältere Produktgenerationen beschränken.
Für Apple hätte ein zweiter leistungsfähiger Fertiger dennoch Charme: Ein echter Wettbewerb zwischen Anbietern könnte TSMC unter Preisdruck setzen und Apple bessere Konditionen verschaffen. Langfristig könnte sich das Bild verschieben, kurzfristig bleibt TSMC aber gesetzt.
Mehr Fertigung in den USA
Über die reine Lieferkettenlogik hinaus bringt der Schritt Apple auch wirtschaftliche und politische Vorteile, weil er die Produktion „Made in America“ stärkt. Allerdings zeigt die bisherige Erfahrung, dass die US-Werke vor allem ältere Chip-Generationen liefern. Wie real die Chipproduktion in den USA tatsächlich ist, hängt stark davon ab, wie schnell moderne Fertigungsknoten dort verfügbar werden – die jüngsten Apple-Chips entstehen weiterhin in Asien.
Ein zweites Standbein, kein Abschied von TSMC
Die angekündigte Partnerschaft fügt sich in Apples Strategie ein, die Chipfertigung breiter und geografisch vielfältiger aufzustellen. Statt eines Bruchs mit TSMC geht es um ein zweites Standbein, das Risiken in der globalen Produktion abfedert und Apple politisch entgegenkommt. Solange Intel allerdings nur ältere und einfachere Chips fertigt, bleibt der unmittelbare Effekt überschaubar. Wie viel Substanz tatsächlich hinter der Ankündigung steckt, dürfte sich erst zeigen, wenn Apple selbst Details nennt – und wenn klar wird, welche Chips künftig wirklich aus Intels US-Werken kommen. (Bild: Shutterstock / Below the Sky)
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