Unter Apples Betriebssystemen ist macOS der Sonderfall: Statt einer reinen Nummer trägt es zusätzlich einen Markennamen wie Golden Gate. Genau das könnte sich nun ändern. Apple hat begonnen, auf mehreren Support-Seiten die macOS-Namen durch Versionsnummern zu ersetzen – und rückt auch im Marketing die Zahl stärker in den Vordergrund.
Während iOS, iPadOS oder watchOS schlicht über ihre Nummer geführt werden, hat macOS seit Jahren zusätzlich einen kalifornischen Beinamen. Aktuell ist das macOS 27 mit dem Namen Golden Gate – jene Version, die zugleich als erste macOS-Generation ausschließlich auf Apple-Silicon-Macs läuft. Mehrere frische Anzeichen deuten nun darauf hin, dass Apple bei der Benennung in Richtung reiner Zahlen tendiert. Sichtbar wird das an zwei Stellen: in der Support-Dokumentation und in Apples eigener Außendarstellung.
Support-Seiten nennen jetzt Nummern statt Namen
Innerhalb des vergangenen Tages hat Apple eine Reihe von Mac-bezogenen Support-Seiten überarbeitet und dort die macOS-Versionsnamen durch die zugehörigen Nummern ersetzt. In etlichen Fällen ist dieser Austausch sogar die einzige Änderung auf der jeweiligen Seite.
Drei Beispiele machen das Muster deutlich: Auf einer Seite zu Spatial Audio wurde aus der Voraussetzung „macOS Sequoia oder neuer“ nun „macOS 15 oder neuer“. Eine Seite zu WLAN-Passwörtern ersetzte „macOS Ventura“ durch „macOS 13“. Und auf einer weiteren Hilfeseite wich „macOS Monterey“ der Bezeichnung „macOS 12“. Weitere Seiten stellten ebenfalls von Namen auf Nummern um, teils im Zuge umfangreicherer inhaltlicher Aktualisierungen.
„macOS 27 Golden Gate“ auch im Marketing
Auffällig ist, dass Apple den Zahlen-Ansatz auch beim frisch vorgestellten Golden Gate selbst stärker betont. Auf der Vorschau-Website zur neuen Version verwendet das Unternehmen wiederholt die Schreibweise „macOS 27 Golden Gate“ statt nur „macOS Golden Gate“. In einigen Pressemitteilungen von der WWDC der vergangenen Woche fällt der Name sogar ganz weg – dort ist schlicht von „macOS 27“ die Rede.
Im Vorjahr handhabte Apple das noch anders: In vergleichbaren Pressetexten tauchte die aktuelle Version als „macOS Tahoe 26“ oder einfach „macOS Tahoe“ auf. Der Schwenk hin zur betonten Nummer ist also vergleichsweise neu.
Bleibt Golden Gate der letzte Name?
Zwingend ist der Schluss nicht: Die Umstellung einzelner Support-Seiten und die geänderte Schreibweise würden nicht automatisch bedeuten, dass Golden Gate die letzte macOS-Version mit einem Namen bleibt. Dennoch ließe sich der Schritt als Hinweis lesen, dass Apple die Benennung über kurz oder lang vereinheitlichen könnte. Dafür spräche, dass macOS als einzige große Apple-Plattform aus der reinen Zahlenlogik ausschert. Ob Apple den Markennamen tatsächlich aufgibt oder weiterhin parallel zur Nummer führt, dürfte sich erst mit den kommenden Versionen zeigen. (Bild: Apple)
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