Eugene Levy bleibt unterwegs – auch wenn ihm das eigentlich zuwider ist. Apple TV hat die mehrfach für den Emmy nominierte Reiseserie „The Reluctant Traveler With Eugene Levy“ um eine vierte Staffel mit acht Folgen verlängert. Diesmal will der Kanadier deutlich öfter „Ja“ sagen – ausgerechnet zu jenen Abenteuern, um die er bislang einen großen Bogen gemacht hat.
Apple baut sein Nonfiction-Programm weiter aus und sichert sich mit der Bestellung eine weitere Runde seines erfolgreichsten Reiseformats. Die vierte Staffel erweitert ein laufendes Apple-TV-Angebot, das im Juni 2026 von Serienstarts bis zu Verlängerungen reicht. Vor und hinter der Kamera bleibt Emmy-Gewinner Eugene Levy, bekannt aus „Schitt’s Creek“, die zentrale Figur: Er moderiert die Serie und ist zugleich als Executive Producer beteiligt. Was die neue Staffel auszeichnet und welche Bilanz das Format nach drei Jahren vorweist, ergibt ein rundes Bild für einen unwahrscheinlichen Reisehelden.
Acht Folgen, ein neues Leitmotiv
Die vierte Staffel umfasst acht Episoden und schickt Eugene Levy erneut um die Welt. Der erzählerische Dreh: Levy versucht, die Messlatte höherzulegen, indem er „Ja“ zu Reiseerlebnissen sagt, die er ein Leben lang sorgsam gemieden hat – und das auch in den bisherigen Staffeln tat. Früher war das Neinsagen sein sicherer Hafen. Nach drei Staffeln auf Achse hat er allerdings festgestellt, dass in ihm mehr Abenteuerlust steckt, als er je vermutet hätte.
In den neuen Folgen treibt er das konsequent weiter: Er lässt sich auf ungewohnte Erfahrungen ein, stellt sich unerwarteten Herausforderungen und wagt genau die Unternehmungen, die er sonst instinktiv und sofort abgelehnt hätte. Das Prinzip der Serie bleibt damit erhalten, der Einsatz wird aber spürbar erhöht.
„Ja sagen“ – als Strategie mit Vorbehalt
Levy selbst ordnet seinen Sinneswandel mit gewohnt trockenem Humor ein. Nach drei Staffeln habe er, wenn auch widerwillig, in etwa akzeptiert, dass „Ja“ zu neuen Erfahrungen nicht zwangsläufig schlecht für ihn sei. Deshalb habe er sich vorgenommen, in dieser Staffel ein bisschen häufiger zuzustimmen. Es sei eine Strategie, der er mit erheblicher Vorsicht begegne.
Genau diese Mischung aus widerstrebender Hauptfigur und echter Reiselust trägt das Format seit dem Start.
Royale Begegnung und prominente Mitreisende
Schon die dritte Staffel lieferte Höhepunkte mit Strahlkraft. Eine Folge mit Prince William entwickelte sich zum globalen Gesprächsthema: Schlagzeilen feierten den Thronfolger in einem seltenen, sehr persönlichen und emotionalen Gespräch mit Levy – als Erbe der Krone und zugleich als Vater, der vieles bewusst anders machen will. Daneben war Grammy-Preisträger Michael Bublé zu Gast, und Levy reiste gemeinsam mit seiner Tochter Sarah. Für die vierte Staffel kündigt Apple weitere besondere Gäste an, ohne sie bereits zu nennen.
Preise, Nominierungen und Kritikerstimmen
Seit dem Debüt hat „The Reluctant Traveler“ breite Anerkennung von Kritik und Publikum gesammelt. Rezensenten lobten die Serie als visuell herausragend gefilmt und als gelungene Verbindung von Reisedokumentation und Comedy, Levy selbst wird als durchweg unterhaltsamer Gastgeber beschrieben.
Auch an Auszeichnungen fehlt es nicht. Bei den Critics Choice Real TV Awards gewann das Format die Kategorien Best Travel/Adventure Show und Best Unstructured Series. Bei den Imagen Awards setzte es sich als Best Variety or Reality Show durch. Hinzu kommen Emmy-Nominierungen in den Kategorien Outstanding Hosted Nonfiction Series or Special sowie Outstanding Writing for a Nonfiction Program und eine Nominierung als Best Ongoing Documentary bei den Critics Choice Documentary Awards – neben zahlreichen weiteren Ehrungen.
Produktion und Verfügbarkeit
Produziert wird die Serie für Apple TV von Twofour. Als Executive Producer fungieren Eugene Levy, David Brindley, Nic Patten, Lily Fitzpatrick, Iain Peckham und Adam Barry. Die kompletten ersten drei Staffeln stehen weltweit auf Apple TV bereit, sodass sich der bisherige Verlauf vor dem Start der neuen Folgen nachholen lässt. Einen konkreten Veröffentlichungstermin für die vierte Staffel hat Apple noch nicht genannt.
Ein weiterer Baustein für Apples Doku- und Reiseprogramm
Mit der Verlängerung stärkt Apple seine Nonfiction-Sparte, die zuletzt auch mit der zweiten Staffel der Kochdoku „Knife Edge: Chasing Michelin Stars“ gewachsen ist. Während das Drama-Segment rund um den meistgesehenen Eigenproduktions-Hit „Pluribus“ gerade einen Gotham Award eingefahren hat, setzt Apple im unskriptierten Bereich weiter auf ein bewährtes Zugpferd. Dass ein Format um einen betont reiseunwilligen Gastgeber inzwischen in die vierte Staffel geht, sagt viel über den Erfolg des Konzepts aus. (Bild: Apple)
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