Während der WWDC-Keynote blendete Apple kurz eine Folie mit Hunderten neuer Funktionen und Verbesserungen ein – verteilt über iOS 27, macOS 27 Golden Gate, watchOS 27, tvOS 27 und visionOS 27. Inzwischen liegt die vollständige, nach Plattformen sortierte Aufstellung von über 250 Änderungen vor und zeigt, wie breit das diesjährige Update angelegt ist.
Im Mittelpunkt der WWDC 2026 standen die großen Themen wie die neue Siri, das überarbeitete Design und die Service-Neuerungen. Abseits der Bühne hat Apple jedoch noch deutlich mehr vorbereitet: eine lange Liste kleinerer Funktionen, Detailverbesserungen und Effizienz-Optimierungen, die sich über alle fünf Systeme zieht. Sämtliche Updates stehen aktuell als Developer Beta bereit – mit dem Start der Entwickler-Vorabversionen für iOS 27, macOS 27 und die übrigen Systeme begann diese Woche die Testphase. Die finalen Versionen erscheinen für alle Nutzer im September. Die folgende Auswahl fasst die markantesten Punkte aus der über 250 Einträge umfassenden Liste zusammen.
iOS 27 und iPadOS 27
Auf dem iPhone fällt eine Reihe praktischer Neuerungen auf. So lässt sich künftig zwischen zwei iPhones mit derselben Rufnummer wechseln, der Übergang zwischen WLAN und Mobilfunk soll nahtloser ablaufen, und Live Activities erscheinen in der Dynamic Island nun auch im Querformat. Hinzu kommen extragroße Widgets, ein flüssigeres Entsperren, eine schnellere Reaktion der Sprachsteuerung sowie die bereits bekannte Dual-Kamera für FaceTime. In Apple Wallet lassen sich zudem eigene Pässe aus eingescannten Barcodes oder QR-Codes erstellen, und die Lautstärke des Weckers lässt sich unabhängig von der Systemlautstärke einstellen.
Auf dem iPad zielt vieles auf produktiveres Arbeiten: Die Touch-Eingabe in Sidecar wird erweitert, Apps lassen sich in der Größe anpassen, eine optional dauerhaft sichtbare Menüleiste hält Einzug, und das Wechseln zwischen Fenstern soll spürbar schneller funktionieren. Ein Quick Start über einen Wiederherstellungskontakt rundet das Paket ab.
macOS 27 Golden Gate
Beim Mac dreht sich viel um Optik und Tempo. Edge-to-edge-Seitenleisten, farbige Symbole in der Seitenleiste, vereinheitlichte Symbolleisten und einheitliche Eckenradien sorgen für ein frischeres Erscheinungsbild, während HDR-Unterstützung in die System-Oberfläche einzieht. Praktisch im Alltag sind relevantere Spotlight-Vorschläge, die vom iPhone übernommene Wisch-nach-unten-Geste zum Aktualisieren von Inhalten sowie das Zeichnen in Notizen und Freeform.
Hinzu kommen technischere Verbesserungen wie die Bildschirmspiegelung des Mac in 5K-Auflösung, zusätzliche hochauflösende Modi mit höheren Bildwiederholraten für externe Displays und ein optimiertes RDMA über Thunderbolt.
watchOS 27
Die Apple Watch profitiert vor allem von Effizienz und Genauigkeit: längere Akkulaufzeit, präzisere Schrittzählung und eine zuverlässigere Wassererkennung gehören zu den Eckpunkten. Funktional kommen Gastschlüssel in Apple Wallet, eine zusammengeführte Find My-App, ein dynamisches App-Raster und neue Einträge im Smart Stack hinzu – darunter ein Widget für das geparkte Auto sowie Transitkarten und Ausweise.
tvOS 27
Auf der Apple TV bleibt die Liste kompakter, bringt aber sinnvolle Verbesserungen: schnellere AirPlay-Verbindungen, Smart Downloads, eine neu gestaltete Podcasts-App und größere Textgrößen. Wer die Neuerungen schon vorab ausprobieren möchte, kann die tvOS-27-Beta auf einem kompatiblen Apple TV einrichten.
visionOS 27
Für die Apple Vision Pro hebt Apple unter anderem die Nutzung eigener Panoramen als Umgebungen, neue Fenster mit Krümmung, ein verbessertes Kontrollzentrum und mehrere Tab-Ansichten in Safari hervor. Auch ein Widget für das Mac Virtual Display ist dabei. Welche dieser Punkte im Detail neu für die Apple Vision Pro sind, ordnet die gesonderte Übersicht ein.
Home, CarPlay und Fotos
Auch jenseits der großen Systeme gibt es Bewegung. Im Smart Home beschleunigt Apple AirPlay-Verbindungen zum HomePod, die Anbindung von Thread-Zubehör und das Pairing von HomeKit-Geräten. In CarPlay kommen unter anderem ein Audio-MiniPlayer, das Scrubben von Audioinhalten und eine genauere Navigation hinzu.
Besonders umfangreich fällt die Liste in der Fotos-App aus. Geteilte Alben unterstützen künftig Fotos und Videos in voller Auflösung, lassen sich mit Ablaufdaten versehen und sind nun auch von Android und Windows aus nutzbar. Dazu kommen Schlagwörter für Aufnahmen, eine „Von mir aufgenommen“-Sammlung, das Speichern eines Videobildes als Foto und erweiterte Suchoptionen über zusätzliche Metadaten.
Viele kleine Schritte statt großer Bühne
Die schiere Menge der Änderungen zeigt, worauf Apple in diesem Jahr setzt: nicht allein auf einzelne Schlagzeilen-Funktionen, sondern auf eine breite Schicht aus Detailverbesserungen, mehr Tempo und höherer Effizienz. Gerade diese unauffälligen Optimierungen entscheiden im Alltag oft stärker über das Nutzungserlebnis als die wenigen großen Neuerungen. Welche iPhones, iPads, Macs und Co. die neuen Systeme unterstützen, steht bereits fest – iOS 27 läuft auf allen Geräten, die schon iOS 26 ausführen konnten. Über die mehrmonatige Beta-Phase hinweg dürften zudem weitere Funktionen hinzukommen, die auf der ursprünglichen Keynote-Folie noch gar nicht zu sehen waren. (Bild: Apple)
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