Was Apple vor einem Jahr nur angedeutet hatte, wird mit iOS 27 konkret: Im geparkten Auto laufen künftig nicht nur einzelne AirPlay-Videos, sondern vollwertige Video-Apps direkt auf dem CarPlay-Display. Dazu kommen die runderneuerte Siri und ein halbes Dutzend kleinerer, aber spürbarer Verbesserungen.
CarPlay entwickelt sich seit zwei iOS-Generationen vom reinen Display-Spiegel zu einer eigenständigen Plattform – und iOS 27 setzt diesen Kurs fort. Die technische Grundlage für Video im Auto wurde bereits mit den CarPlay-Neuerungen in iOS 26.4 gelegt, wo die Wiedergabe im geparkten Zustand erstmals Gestalt annahm. Auf der WWDC 2026 hat Apple nun in einem Entwicklervideo und einer kurzen Keynote-Folie offengelegt, wie weit die Funktion reicht und welche weiteren Bausteine im Herbst dazukommen. Im Mittelpunkt stehen echte Video-Apps, eine deutlich fähigere Sprachassistentin und mehrere Detailverbesserungen rund um Audio und Navigation.
Video-Apps direkt auf dem Auto-Display
Bereits auf der WWDC 2025 hatte Apple angekündigt, dass sich Videos per AirPlay im Auto ansehen lassen, solange man nicht fährt – konkrete Details blieben damals aber aus. Mit iOS 27 wird daraus ein vollständiges Konzept. Spielt eine iPhone-App ein Video ab, das AirPlay-Streaming unterstützt, lässt sich im AirPlay-Menü von iOS das Fahrzeugdisplay auswählen und der Inhalt auf dem Bildschirm eines kompatiblen Autos wiedergeben.
Neu ist, dass Entwickler unter iOS 27 eigene CarPlay-Apps mit Video-Browsing bauen dürfen. Inhalte lassen sich damit direkt am CarPlay-Display durchsuchen und auswählen, statt sie erst umständlich am iPhone zu starten. Apple verweist auf Situationen, in denen das Auto ohnehin steht – etwa beim Warten am Flughafen oder während ein Elektroauto lädt. Verfügbar ist die Videowiedergabe in neuen Fahrzeugen, die sie unterstützen; die Hersteller müssen die Funktion auf ihrer Seite einbauen, weshalb sie zunächst auf jüngere Modelle beschränkt bleiben dürfte.
Wiedergabe nur im Stand
Aus Sicherheitsgründen ist die Videowiedergabe ausschließlich freigeschaltet, wenn das Fahrzeug geparkt ist. Die Erkennung läuft über die Bewegungssensoren des verbundenen iPhones: Sobald sich das Auto in Bewegung setzt, stoppt die Wiedergabe automatisch. Damit will Apple Ablenkung am Steuer von vornherein ausschließen – ein Grund, warum die Funktion eine enge Abstimmung mit den Fahrzeugsystemen voraussetzt.
Die neue Siri zieht ins Auto ein
Auch die persönlichere und leistungsfähigere Version der Assistentin, die Apple unter dem Namen Siri AI vorgestellt hat, steht künftig in CarPlay bereit. Voraussetzung ist ein iPhone 15 Pro oder neuer. Wie die neue Siri im Auto arbeiten soll, zeigt Apple an einem Alltagsbeispiel: Unterwegs lässt sich per Sprachbefehl klären, welchen Wanderparkplatz ein Freund empfohlen hat, und man erhält die Antwort umgehend – ohne erst Nachrichten oder Notizen durchsuchen zu müssen. Damit zieht das Kontextverständnis, das die runderneuerte Siri in iOS 27 auszeichnet, erstmals auch in die Auto-Oberfläche ein.
Vier weitere Verbesserungen aus der Keynote
In einer nur kurz eingeblendeten Folie der WWDC-Keynote nannte Apple vier zusätzliche Neuerungen für CarPlay:
Audio-Scrubbing in der „Wird wiedergegeben“-Ansicht, mit dem sich innerhalb eines Titels oder einer Folge gezielt vor- und zurückspulen lässt. Eine verbesserte GPS-Genauigkeit samt präziserer Ausrichtung der Navigation. Ein Mini-Player für Audio innerhalb von Apps, der die Wiedergabesteuerung kompakter einbindet. Und eine zuverlässigere Verbindung für drahtloses CarPlay, das in vielen Fahrzeugen bislang gelegentlich abbricht.
Voraussetzungen und Zeitplan
Sämtliche neuen CarPlay-Funktionen setzen ein iPhone mit iOS 27 voraus. Die Entwickler-Beta steht seit dem Tag der Keynote bereit, eine öffentliche Beta soll im Juli folgen. Die fertige Version erscheint für alle Nutzer mit einem kompatiblen iPhone voraussichtlich im September. Die Videofunktion bleibt zusätzlich an Fahrzeuge gebunden, die das Feature herstellerseitig unterstützen – CarPlay nähert sich damit Schritt für Schritt einem eigenständigen Entertainment- und Assistenzsystem an. (Bild: Apple)
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