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Apple baut die Kindersicherung mit neuen Funktionen aus

by Milan
8. Juni 2026
in News
Apple Kindersicherung

Bild: Apple

Apple erweitert seine Schutzfunktionen für Kinder deutlich: Im Herbst kommen eine einfachere Einrichtung, ein neues „Ask to Browse“ für Webseiten, flexible Zeitkontingente und eine neu gestaltete Bildschirmzeit. Die Werkzeuge sollen Eltern helfen, die digitale Welt ihrer Kinder altersgerecht und schrittweise zu gestalten – verfügbar mit den Software-Updates für iPhone, iPad und Mac.

Auf der WWDC-Keynote am 8. Juni 2026 hat Apple eine ganze Reihe neuer Kinderschutz-Funktionen vorgestellt, die mit den Updates auf iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 im Herbst erscheinen. Damit baut der Konzern seine ohnehin umfangreiche Kindersicherung auf iPhone und iPad weiter aus und stellt nach eigener Darstellung den Gedanken in den Mittelpunkt, dass jedes Kind unterschiedlich ist. Sumbul Desai, bei Apple als Vice President für Health and Fitness zuständig, beschrieb den Ansatz so, dass einfache und intuitive Werkzeuge auf Basis von Expertenrat Eltern erlauben sollen, den digitalen Weg ihrer Kinder individuell anzupassen und gesunde Gewohnheiten zu entwickeln.

Der Kinderaccount als Ausgangspunkt

Den wichtigsten ersten Schritt sieht Apple in der Einrichtung eines Kinderaccounts. Er aktiviert systemweite, auf das Alter zugeschnittene Schutzmaßnahmen – etwa das Einschränken nicht jugendfreier Webseiten, das Zulassen ausschließlich altersgerechter Medien und altersbasierte Beschränkungen im App Store. Beim Einrichten eines neuen Geräts werden Eltern durch das Anlegen eines Kinderaccounts geführt, ein Ablauf, der sich eng an die bestehende Einrichtung eines iPhone für Kinder per Familienfreigabe anlehnt. Verpflichtend ist ein Kinderaccount für Kinder unter 13 Jahren, wobei die Mindestaltersgrenze je nach Land variiert; nutzbar ist er für Kinder bis 18 Jahre.

Welche Inhalte Kinder sehen

Ist ein Kinderaccount eingerichtet, können Eltern gezielt festlegen, welche Apps auf dem Gerät verfügbar sind. Möglich ist ein fokussierter Start mit nur wenigen wesentlichen Apps, einer kuratierten Auswahl oder genau den Apps, die Eltern für angemessen halten. Weitere Apps lassen sich nach und nach ergänzen, ohne die Kontrolle abzugeben.

Bild: Apple

Mit „Ask to Buy“ konnten Eltern bereits bisher verlangen, dass ihr Kind vor dem Download einer App aus dem App Store – ob kostenlos oder kostenpflichtig – oder vor einem In-App-Kauf um Zustimmung bittet. Neu hinzu kommt „Ask to Browse“: Damit lässt sich festlegen, dass Kinder auch um Erlaubnis fragen müssen, bevor sie eine neue Webseite in Safari aufrufen. Die Funktion arbeitet plattformübergreifend auf iPhone, iPad und Mac.

Mit wem Kinder kommunizieren

Von Anfang an können Eltern steuern, mit wem ihre Kinder über Nachrichten, FaceTime und Telefon in Kontakt treten. Möchte ein Kind mit einem neuen Kontakt kommunizieren, lässt sich eine vorherige Zustimmung der Eltern verlangen.

Bild: Apple

Die Kommunikationssicherheit verschwimmt bereits heute erkannte Nacktheit in Nachrichten und FaceTime-Anrufen und ist für Nutzer unter 18 Jahren standardmäßig aktiviert. Künftig schreitet sie zusätzlich ein, wenn in geteilten Bildern oder Videos Gewaltdarstellungen oder blutige Inhalte erkannt werden, und blockiert diese.

Wann Kinder Apps nutzen

Zeitkontingente (Time Allowances) geben Eltern flexiblere Wege an die Hand, um die Zeit zu steuern, die ihre Kinder in App-Kategorien wie Unterhaltung, Spiele und soziale Medien verbringen. Beim Festlegen erhalten Eltern eine auf das Alter des Kindes zugeschnittene Orientierung, die auf Expertenforschung beruht und als Ausgangspunkt dient – anpassen lässt sich alles nach eigenem Ermessen.

Zusätzlich lassen sich tägliche Zeitpläne einrichten, die regeln, auf welche Apps Kinder zu welchen Tageszeiten und über die Woche hinweg zugreifen können. So bleibt etwa während der Schulzeit der Fokus gewahrt.

Die neu gestaltete Bildschirmzeit

Die Bildschirmzeit ist neu gestaltet und zeigt Eltern auf einen Blick die durchschnittliche Gerätenutzung ihrer Kinder sowie die am häufigsten genutzten Apps. Anpassungen am Zugriff auf Apps und das Web lassen sich mit einem Tippen direkt im Moment vornehmen – etwa um den Zugriff während des Essens, beim Spielen im Freien oder zu anderen Momenten voller Aufmerksamkeit kurz einzuschränken. Braucht ein Kind noch etwas Zeit, um in einer App etwas abzuschließen, lässt sich der Zugriff ebenso unkompliziert verlängern. Wer das Werkzeug bislang vor allem für sich selbst nutzt, findet im Umgang mit der Bildschirmzeit bereits viele der Stellschrauben wieder, die nun auch die Steuerung für Kinder übersichtlicher machen.

Expertenrat und bewährte Werkzeuge

Apple verweist darauf, seit Jahren Erkenntnisse aus klinischer und entwicklungspsychologischer Forschung sowie von Fachleuten für Online-Sicherheit in seine Produkte einzubinden. Gemeinsam mit der American Academy of Pediatrics (AAP) passt der Konzern deren Family Media Plan zu einem Leitfaden an, den Eltern bei der Nutzung von Apple-Produkten heranziehen können. Zur Orientierung hat Apple zudem eine eigene Webseite für Eltern gestartet, die aktuelle Werkzeuge, Ratgeber und Antworten auf häufige Fragen bündelt.

Daneben bestehen bewährte Funktionen weiter. Mitteilungen zum Bildschirmzeit-Code informieren Eltern, wenn ihr Code auf dem Gerät des Kindes eingegeben wurde. Meldewerkzeuge, mit denen sich schädliche Inhalte direkt an Apple melden lassen, sind bislang in bestimmten Ländern verfügbar und sollen weltweit ausgeweitet werden. Die Apple Watch für Kinder bringt Konnektivität, Fitness-, Gesundheits- und Sicherheitsfunktionen auf Geräte von Kindern, die kein eigenes iPhone besitzen: Eltern können ihr Kind erreichen und seinen Standort über „Wo ist?“ bestimmen, während Kinder über Anrufe und Nachrichten mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben, Aktivitätsziele verfolgen und Funktionen wie Apple Maps und Apple Music nutzen. Die in diesem Zusammenhang genannte Bezahlfunktion Apple Cash steht in Deutschland allerdings nicht zur Verfügung. Der Schulzeit-Modus hilft Kindern, konzentriert zu bleiben, indem er Mitteilungen blockiert und Apps deaktiviert.

Werkzeuge für Entwickler

Auch Entwickler sollen ihren Teil zu altersgerechten Erlebnissen beitragen. Dafür stellt Apple mehrere Werkzeuge bereit: SensitiveContentAnalysis hilft, Kinder vor unangemessenen Inhalten wie Gewalt oder Nacktheit zu schützen, während PermissionKit sicherstellt, dass Eltern neue In-App-Kontakte freigeben. Über die Declared Age Range API lässt sich zudem die Altersspanne eines Kindes abfragen, um das App-Erlebnis darauf abzustimmen – datenschutzfreundlich und ohne das Geburtsdatum des Kindes preiszugeben.

Apples Kinderschutz wächst mit dem Alter mit

Die neuen Funktionen erscheinen nach der Installation des Bildschirmzeit-Updates in iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 im Herbst; Änderungen behält sich Apple bis dahin vor. In Summe verschiebt Apple den Schwerpunkt weg von starren Verboten hin zu einem mitwachsenden System, das sich am Alter und an der Reife des Kindes orientiert und Eltern die Kontrolle Schritt für Schritt in die Hand gibt. Statt eines einmaligen Setups entsteht so ein Rahmen, der sich mit dem Kind weiterentwickelt – und der die Verantwortung bewusst bei den Eltern belässt, statt sie an einen Automatismus abzugeben. (Bild: Apple)

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