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Apple legt im Indien-Kartellstreit die Umsatzzahlen offen

by Milan
3. Juni 2026
in News
Apple Indien

Bild: Shutterstock / StockImageFactory.com

Lange hat sich Apple geweigert, seine Finanzdaten in Indien preiszugeben – jetzt lenkt der Konzern ein. Die Offenlegung erlaubt der dortigen Wettbewerbsbehörde erstmals, eine konkrete Strafe zu berechnen. Im Raum stand zuletzt eine Summe, die zur höchsten Kartellstrafe der Welt geworden wäre.

Apple hat zugestimmt, seine in Indien erzielten Umsätze offenzulegen, damit die Regierung die Höhe einer möglichen Kartellstrafe bemessen kann. Hintergrund ist ein Schuldspruch aus dem Jahr 2024, bei dem dem Unternehmen die Ausnutzung seiner marktbeherrschenden Stellung bei iPhone-Apps zur Last gelegt wurde. Zunächst verweigerte Apple die Herausgabe der Finanzdaten – und riskierte damit eine potenzielle Strafe von bis zu 38 Milliarden Dollar. Der Konflikt hatte sich in den vergangenen Wochen merklich zugespitzt, als Apple den Streit mit Indiens Kartellbehörde eskalieren ließ, statt die geforderten Zahlen vorzulegen.

Der App-Store-Kern des Streits

Apple sieht sich weltweit mit Kartellgesetzen, Untersuchungen von Wettbewerbshütern und Klagen konfrontiert. Im Kern geht es dabei fast immer um denselben Punkt: In den meisten Ländern lassen sich iPhone-Apps – Sonderfälle ausgenommen – ausschließlich über den offiziellen App Store beziehen. Das erlaubt Apple, eigene Provisionssätze festzulegen, die Entwickler akzeptieren müssen, wenn sie ihre Apps auf dem iPhone anbieten wollen. Zahlreiche Länder werten dies als Missbrauch der dominanten Marktstellung.

Genau dieser Mechanismus steht auch andernorts auf dem Prüfstand, etwa in den USA, wo Apple und Epic einen Zeitplan für neue Provisionsverhandlungen festlegten. Apple selbst hält dem entgegen, im gesamten Smartphone-App-Markt gar nicht dominant zu sein, da Android das größere Segment darstelle als iOS. Regulierer kommen jedoch meist zu dem Schluss, dass schon das iPhone für sich genommen einen ausreichend großen Markt bildet, um eine beherrschende Position zu begründen.

Indiens Besonderheit: ein niedriger Marktanteil

In Indien gibt es allerdings eine Eigenheit, die den Fall vom üblichen Muster abhebt: Apples Marktanteil im Land ist nach wie vor vergleichsweise gering. Zum Zeitpunkt des Schuldspruchs lag er bei lediglich 4 Prozent, inzwischen ist er auf 9 Prozent gestiegen.

Damit stellt sich die Frage nach der Marktdominanz hier anders als in Märkten, in denen das iPhone einen Großteil der Nutzerschaft ausmacht. Dass die Behörde dennoch von einer beherrschenden Stellung im App-Geschäft ausging, zeigt, wie eng die Definition von Marktmacht im konkreten Segment ausgelegt wird.

Wie aus dem Streit eine 38-Milliarden-Drohung wurde

Wie in vielen Ländern bemisst sich die Obergrenze einer Kartellstrafe in Indien als Prozentsatz des Umsatzes. Genau dafür forderte die Regierung die Finanzdaten an – und Apple verweigerte die Herausgabe.

Im April reagierte die Behörde mit einer deutlichen Ansage: Sollte Apple weiter nicht kooperieren, werde man auf eigene Schätzungen zurückgreifen, und die Strafe könne dann bis zu 38 Milliarden Dollar betragen. Das wäre die höchste Kartellstrafe weltweit gewesen. Laut einem Bericht von Reuters hat der Konzern nun eingewilligt, die verlangten Informationen vorzulegen, nachdem ein Richter im Vormonat die Kooperation angeordnet hatte. Damit rückt das lange verzögerte Verfahren einen Schritt näher an eine mögliche Strafentscheidung heran.

Warum Apple gerade die Inlandszahlen schützen wollte

Auf den ersten Blick wirkte der Streit ungewöhnlich. Ursprünglich verlangte die indische Regierung Apples weltweiten Umsatz – eine Zahl, die ohnehin öffentlich bekannt ist. Warum die Behörde diese Daten überhaupt anforderte und warum Apple sich weigerte, blieb zunächst schwer nachvollziehbar.

Die Auflösung liefert der jüngste Bericht: Im Verlauf des Verfahrens fragte die Regierung an einem bestimmten Punkt nach dem inländischen Umsatz – also den konkret in Indien erzielten Erlösen. Es war aller Wahrscheinlichkeit nach diese Information, die Apple zu schützen versuchte. Anders als die globale Bilanz sind die Landeszahlen eines einzelnen Marktes ein sensibler Datenpunkt, der Wettbewerbern und Regulierern detaillierte Einblicke in die Geschäftslage vor Ort gewährt. Mit dem Einlenken gibt Apple genau diese Einsicht nun frei. (Bild: Shutterstock / StockImageFactory.com)

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