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Amazon übernimmt auch Apples 20-Prozent-Anteil an Globalstar

by Milan
28. Mai 2026
in News
Amazon Globalstar

Bild: Amazon

Ein neues FCC-Filing macht es offiziell: Amazon greift nicht nur nach Globalstar selbst, sondern auch nach Apples Beteiligung an dem Satellitenbetreiber. Damit verlieren die iPhone-Satellitendienste ihre direkte finanzielle Verbindung zu Apple – die Funktionalität bleibt aber zugesichert.

Die Übernahme von Globalstar durch Amazon hatte sich seit Wochen abgezeichnet, und die offizielle Ankündigung Mitte April hatte bereits die Eckdaten geliefert: 11,57 Milliarden US-Dollar Kaufpreis, ein paralleler Wechsel der iPhone-Satellitendienste auf Amazon Leo, eine langfristige Vereinbarung mit Apple. Offen blieb damals die Frage, was aus der 20-Prozent-Beteiligung wird, die Apple sich an Globalstar gesichert hat. Ein jetzt eingereichter Antrag bei der US-Telekomaufsicht FCC liefert die Antwort: Amazon übernimmt auch diesen Anteil und schließt damit eine offene Flanke der Transaktion (via PCMag).

Was im FCC-Antrag steht

Amazon hat bei der FCC einen „Application for Consent to Assign and Transfer Control of Licenses and Authorizations“ eingereicht. Im Antrag wird ausdrücklich festgehalten, dass Apples 20-prozentige Beteiligung an Globalstar Licensee LLC im Zuge der Transaktion an Amazon übergeht. Konkret läuft das über eine neu gegründete Tochtergesellschaft mit dem Namen Grapefruit Acquisition Sub II, LLC, die nach dem eigentlichen Merger zwischen Amazon und Globalstar im zweiten Schritt der Transaktion auch Apples Anteile übernimmt.

In Zahlen heißt das: Apple hatte 400.000 Class-B-Aktien gehalten, die seinen 20-Prozent-Anteil verbriefen. Diese Position wandert vollständig in den neuen Konzernverbund unter Amazon. Der Gesamt-Deal liegt bei rund 11,6 Milliarden US-Dollar – Globalstars Geschäft und Apples Anteil daran bilden zusammen das Paket, das die FCC nun genehmigen soll.

Wie Apple zum Globalstar-Investor wurde

Apples Beteiligung war nie ein klassisches Finanzinvestment, sondern Teil einer Infrastruktur-Vereinbarung. Ende 2024 hatte ein FTC-Filing offengelegt, dass Apple sein Engagement bei Globalstar von ursprünglich 300 Millionen auf 1,1 Milliarden US-Dollar ausweitet. Im Gegenzug verpflichtete Globalstar 85 Prozent seiner Satellitenkapazität exklusiv für Apple und stellte damit die technische Grundlage für Funktionen wie Notruf SOS via Satellit, Nachrichten über Satellit, Find My via Satellit und Pannenhilfe.

Der 20-Prozent-Anteil war Teil dieses ausgeweiteten Pakets. Apple war damit nicht nur Großkunde, sondern auch direkter Miteigentümer der Infrastruktur, die seinen Satellitendienst trägt. Genau diese ungewöhnliche Doppelrolle endet mit dem Vollzug der Amazon-Übernahme.

Was sich für iPhone-Nutzer ändert

Amazon hat im FCC-Filing erneut bekräftigt, dass die bestehende Zusammenarbeit mit Apple durch den Eigentümerwechsel nicht gestört wird. Notruf SOS via Satellit, Nachrichten und die übrigen Dienste sollen unverändert weiterlaufen und sind über die im April geschlossene Vereinbarung langfristig auf Amazon Leo migriert. Für iPhone- und Apple-Watch-Nutzer ändert sich auf der Funktions-Ebene damit kurzfristig nichts.

Apple bleibt parallel dazu nicht ausschließlich auf einen Anbieter angewiesen. Schon Anfang 2025 hatte das Unternehmen erste Tests des Satelliten-Notrufs über Starlink in den USA gestartet, zunächst gemeinsam mit T-Mobile. Apple verfügt damit über eine zweite Infrastruktur-Schiene, die das Risiko einer zu starken Abhängigkeit von einem einzelnen Partner reduziert.

Amazons Plan reicht weit über Apple hinaus

Im Antragstext macht Amazon deutlich, dass die Übernahme strategisch viel breiter angelegt ist als nur die Fortführung der Apple-Verbindung. Das Unternehmen will mit Globalstar ein „Next-Generation“-D2D-Netz aufbauen – also Direct-to-Device-Satellitenverbindungen für Smartphones und andere Mobilgeräte, die plattform- und carrier-übergreifend funktionieren. Damit positioniert sich Amazon Leo direkt gegen SpaceX‘ Starlink, das in diesem Markt bislang die dominierende Rolle einnimmt.

Apple ist in dieser Logik der wichtigste Anker-Kunde, aber bewusst nicht der einzige. Amazon kann das Globalstar-Netz für eigene Geräte und für andere Smartphone-Hersteller nutzen und sich damit eine Position im D2D-Markt sichern, die auch unabhängig von Apple Bestand hat.

Die strategische Verschiebung im Satellitenmarkt

Mit dem vollständigen Übergang von Globalstar inklusive Apples Anteil an Amazon entsteht im Satellitenmarkt eine neue Konstellation. Apple bleibt zwar dauerhafter Kunde und kann sich weiterhin auf die bestehende Infrastruktur verlassen, gibt aber den Mit-Eigentümer-Status auf. Im Gegenzug wandert ein zentraler Baustein der iPhone-Satellitendienste in den Konzernverbund eines direkten Konkurrenten – Amazon ist mit Alexa, Fire-Geräten und einer eigenen Mobile-Strategie in mehreren Märkten ein Wettbewerber von Apple.

Wie sich das Verhältnis entwickelt, hängt davon ab, wie eng die vertragliche Bindung zwischen Apple und Amazon Leo tatsächlich ausgestaltet ist und wie schnell Apple parallele Optionen wie Starlink ausbaut. Das aktuelle FCC-Filing markiert in diesem Prozess vor allem einen Punkt: Die letzte direkte Eigentumsverbindung zwischen Apple und seiner Satelliten-Infrastruktur ist mit dem Vollzug der Transaktion Geschichte. (Bild: Amazon)

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