Amazon übernimmt den Satellitenbetreiber Globalstar für 11,57 Milliarden US-Dollar. Apple, bisher mit 20 Prozent an Globalstar beteiligt, wird seine Satellitendienste für iPhone und Apple Watch künftig über Amazons Leo-Netzwerk beziehen.
Apples Satellitenfunktionen – von Notruf-SOS über Nachrichten per Satellit bis hin zu Pannenhilfe – basieren seit dem iPhone 14 auf dem Netzwerk von Globalstar. Das ändert sich jetzt grundlegend: Amazon hat heute die Übernahme von Globalstar angekündigt und gleichzeitig eine Vereinbarung mit Apple bekanntgegeben, wonach Amazon Leo künftig die Satelliteninfrastruktur für iPhone und Apple Watch bereitstellen wird. Für Apple-Nutzer soll sich kurzfristig nichts ändern – langfristig verspricht der Deal schnellere Innovation und breitere Abdeckung.
Die Übernahme kommt nicht völlig überraschend. Anfang April hatte es bereits Berichte über Verhandlungen zwischen Amazon und Globalstar gegeben. Apples 20-Prozent-Beteiligung an Globalstar galt damals als komplizierender Faktor, der Drei-Parteien-Verhandlungen erforderte. Offenbar waren diese erfolgreich: Amazon zahlt 11,57 Milliarden US-Dollar für die Übernahme und hat parallel die Vereinbarung mit Apple geschlossen.
Was sich für Apple-Nutzer ändert
Kurzfristig: nichts. Amazon wird die bestehenden und geplanten Globalstar-Satellitenkonstellationen weiterhin für aktuelle iPhone- und Apple-Watch-Modelle betreiben. Notruf-SOS via Satellit, Nachrichten per Satellit, „Wo ist?“-Standortfreigabe und Pannenhilfe funktionieren wie gewohnt.
Langfristig soll der Wechsel zu Amazon Leo jedoch spürbare Verbesserungen bringen. Amazon verspricht, durch die Kombination seines eigenen LEO-Satellitennetzwerks (Low Earth Orbit) mit Globalstars Infrastruktur und Frequenzlizenzen eine schnellere Bereitstellung von Direct-to-Device-Konnektivität zu ermöglichen. Das könnte bedeuten: bessere Abdeckung in abgelegenen Gebieten, höhere Datenraten und zuverlässigere Verbindungen.
Warum Apple von dem Deal profitiert
Apple hatte in den vergangenen Jahren Kapazitätsgrenzen bei Globalstar erreicht. Berichte deuteten darauf hin, dass Apple sogar einen Wechsel zu Elon Musks Starlink in Betracht gezogen hatte, um die wachsende Nachfrage nach Satellitendiensten zu bedienen. Mit Amazon Leo bekommt Apple nun Zugang zu einem deutlich größeren und moderneren Satellitennetzwerk – ohne sich von SpaceX abhängig machen zu müssen.
Apples Marketing-Chef Greg Joswiak betonte in einer Stellungnahme die bisherigen Erfolge der Satellitenfunktionen: Von einer Pfadfindergruppe, die auf einer Winterwanderung in British Columbia gerettet wurde, bis hin zu einer Frau, die nach einem Unfall an einer 75-Meter-Klippe in Colorado per Hubschrauber geborgen werden konnte. Joswiak beschrieb die langjährige Zusammenarbeit zwischen Apple und Amazon als bewährt und betonte, dass man sich auf die erweiterte Kooperation über Amazon Leo freue.
Die strategische Dimension
Der Deal hat Auswirkungen über Apple hinaus. Amazon baut mit der Übernahme seine Position im Satellitenkommunikationsmarkt massiv aus und tritt in direkte Konkurrenz zu SpaceX und Starlink. Für Apple bedeutet die Partnerschaft, dass ein finanzstarker Technologiekonzern die Satelliteninfrastruktur betreibt und weiterentwickelt – statt eines spezialisierten, aber finanziell begrenzten Unternehmens wie Globalstar.
Ob die Übernahme auch dazu führt, dass Amazon Leo seine Direct-to-Device-Technologie für eigene Produkte nutzt – etwa für Alexa-fähige Geräte oder Fire Phones – bleibt abzuwarten. Für Apple-Nutzer zählt zunächst: Die Satellitendienste bleiben erhalten und sollen mittelfristig besser werden. (Bild: Amazon)
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