John Giannandrea, Apples langjähriger Leiter für künstliche Intelligenz, verlässt Apple diese Woche endgültig. Sein Abgang markiert das Ende einer Ära, die von der enttäuschenden Einführung von Apple Intelligence und den Siri-Verzögerungen geprägt war.
Der Abschied kommt nicht überraschend, aber er hat sich hingezogen. Bereits im März 2025 hatte Apple Giannandreas Rolle drastisch beschnitten, nachdem der Launch von Apple Intelligence hinter den Erwartungen zurückgeblieben war und die versprochene Siri-Überarbeitung immer wieder verschoben werden musste. Ende 2025 machte Apple den Abgang offiziell und kündigte an, dass Giannandrea 2026 in den Ruhestand gehen werde. Laut Bloombergs Mark Gurman fällt sein letzter Arbeitstag auf diese Woche – passend zum nächsten Vesting-Termin seiner Aktienoptionen am 15. April.
Giannandrea kam 2018 von Google zu Apple und übernahm die Verantwortung für Apples gesamte KI- und Machine-Learning-Strategie, einschließlich Siri, Robotik und den hauseigenen Foundation Models. Acht Jahre später fällt die Bilanz gemischt aus: Unter seiner Leitung investierte Apple massiv in On-Device-KI und Private Cloud Compute, doch die sichtbaren Ergebnisse für Endnutzer – vor allem bei Siri – blieben weit hinter denen der Konkurrenz zurück.
Was nach John Giannandrea kommt
Giannandreas verbliebene Zuständigkeiten wurden bereits auf mehrere Schultern verteilt. Software-Chef Craig Federighi, Services-Leiter Eddy Cue und Chief Operating Officer Sabih Khan teilen sich die Bereiche Foundation Models, KI-Testing und weitere Funktionen. Eine direkte Nachbesetzung der Rolle als KI-Chef gibt es nicht – stattdessen integriert Apple die KI-Verantwortung tiefer in die bestehende Führungsstruktur.
Giannandrea selbst plant laut Gurman keinen Wechsel zu einem anderen großen Technologiekonzern. Stattdessen werde er sich auf Aufsichtsratsmandate und Beratungstätigkeiten bei Startups konzentrieren.
Warum es nicht funktionierte
Gurman liefert in seinem Newsletter eine bemerkenswerte Einordnung. Er widerspricht der verbreiteten These, dass Tim Cook generell ein Problem mit externen Führungskräften habe. Das eigentliche Problem sei struktureller Natur: Apples Führungsebene funktioniere wie ein kleines Familienunternehmen mit wenigen Entscheidungsträgern. Wer nicht zum inneren Zirkel gehöre – und das sei nahezu unmöglich -, habe schlicht nicht genug Einfluss, um echte Veränderungen durchzusetzen.
Für Apple Intelligence und Siri bedeutet das: Die Technologie war da, aber die organisatorische Durchsetzungskraft fehlte. Ob die neue Aufteilung auf Federighi, Cue und Khan besser funktioniert, wird sich spätestens auf der WWDC im Juni zeigen, wenn Apple voraussichtlich die nächste Generation von Apple Intelligence und die lang erwartete Siri-Überarbeitung präsentiert.
Was das für Apple-Nutzer bedeutet
Für Nutzer ändert sich kurzfristig nichts. Die Produkte, an denen Giannandrea mitgearbeitet hat – Apple Intelligence und Private Cloud Compute – bleiben bestehen und werden weiterentwickelt. Langfristig könnte die Umstrukturierung jedoch dazu beitragen, dass KI-Features schneller und konsequenter in Apple-Produkte integriert werden, weil die Verantwortung jetzt bei Führungskräften liegt, die bereits die jeweiligen Plattformen steuern. (Bild: Shutterstock / PixieMe)
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