Apple-Forscher haben SQUIRE vorgestellt – ein experimentelles KI-Werkzeug, mit dem Entwickler Benutzeroberflächen schrittweise und kontrolliert entwerfen können. Der Ansatz unterscheidet sich deutlich von herkömmlichen KI-Coding-Tools.
KI-gestützte Programmierung boomt – doch wer schon einmal versucht hat, mit einem KI-Tool eine Benutzeroberfläche zu entwerfen, kennt das Problem: Ein Prompt verändert oft mehr als gewünscht, das Ergebnis ist schwer vorhersagbar, und der Entwickler verliert schnell die Kontrolle über den Prozess. Apple-Forscher haben nun eine Studie veröffentlicht, die einen anderen Ansatz vorschlägt – und ihn mit einem funktionsfähigen Prototyp belegt.
Die Studie trägt den Titel „SQUIRE: Interactive UI Authoring via Slot QUery Intermediate REpresentations“ und beschreibt ein visuelles Werkzeug, mit dem Entwickler Benutzeroberflächen Schritt für Schritt aufbauen können. Statt einer KI, die auf einen einzigen Prompt hin eine komplette Oberfläche generiert, setzt SQUIRE auf gezielte, abgegrenzte Änderungen – und gibt dem Entwickler bei jedem Schritt mehrere Alternativen zur Auswahl.
Wie SQUIRE funktioniert
Der Workflow beginnt mit einer Beschreibung des gewünschten Ergebnisses und Beispieldaten. SQUIRE baut daraus eine Baumstruktur von UI-Komponenten auf, in der einzelne Bereiche als Platzhalter markiert sind. Entwickler können diese Platzhalter gezielt per Prompt füllen lassen – etwa mit einer Schaltfläche, einer Bildergalerie oder einer Navigationsliste.
Für jeden Platzhalter generiert SQUIRE mehrere Vorschläge, die sich sofort in einer Live-Vorschau anzeigen lassen. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen KI-Coding-Tools: Änderungen betreffen nur den ausgewählten Bereich. Der Rest der Oberfläche bleibt unberührt. Das vermeidet den typischen Kreislauf aus Prompt, unerwünschter Änderung und erneutem Prompt, der bei vielen KI-Tools zu Frustration führt.
Unter der Haube nutzt SQUIRE eine eigene Zwischenrepräsentation namens SquireIR, die die Benutzeroberfläche als Baum mit benannten Slots modelliert. Aus dieser Darstellung wird anschließend funktionsfähiger Code in HTML, CSS und JavaScript erzeugt. Als KI-Modell kommt OpenAIs GPT-4o zum Einsatz.
Ergebnisse der Nutzerstudie
Apple hat SQUIRE mit elf Frontend-Entwicklern getestet. Die Ergebnisse der Studie sind vielversprechend: Die Teilnehmer nutzten das Tool nicht nur als Code-Beschleuniger, sondern experimentierten aktiv mit verschiedenen Design-Varianten. Die Möglichkeit, Änderungen gezielt und risikolos auszuprobieren, führte dazu, dass Entwickler auch ungewöhnliche Designentscheidungen wagten – in dem Wissen, dass sich jeder Schritt problemlos rückgängig machen lässt.
Die Teilnehmer bewerteten sowohl die Benutzerfreundlichkeit als auch die Qualität des generierten Codes und der visuellen Ergebnisse als hoch. Besonders positiv wurde die Vorhersagbarkeit der Änderungen bewertet – ein Punkt, bei dem herkömmliche KI-Coding-Tools oft schwächeln.
Was das für Apples Entwickler-Strategie bedeutet
SQUIRE ist derzeit ein Forschungsprojekt und nicht öffentlich verfügbar. Dennoch gibt die Studie einen Hinweis darauf, wie Apple über die Zukunft von KI-gestützter Softwareentwicklung nachdenkt. Statt maximale Automatisierung anzustreben, setzt Apple auf einen Ansatz, bei dem die KI als Assistent fungiert und dem Entwickler die Kontrolle überlässt.
Das passt zu Apples bisheriger Strategie im Bereich Entwickler-Tools: Xcode wurde kürzlich um Unterstützung für Coding-Modelle und Agenten erweitert, bleibt aber ein Werkzeug für technisch versierte Nutzer. SQUIRE könnte ein Baustein für künftige Xcode-Features sein – oder als eigenständiges Prototyping-Tool in Apples Entwickler-Ökosystem Einzug halten. (Bild: Shutterstock / LALAKA)
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