Taiwans Geheimdienst warnt vor gezielten Versuchen Chinas, TSMC-Mitarbeiter abzuwerben, Technologie zu stehlen und in die Wahlen des Landes einzugreifen. Für Apple verschärft das eine ohnehin heikle Abhängigkeit.
Die Bedrohungslage für Apples wichtigsten Chipfertiger TSMC spitzt sich weiter zu. Ein neuer Reuters-Bericht beschreibt mehrere parallele Strategien, mit denen China offenbar versucht, Taiwans technologischen Vorsprung in der Halbleiterproduktion zu untergraben. Der Bericht folgt auf die Enthüllung, dass Apple-CEO Tim Cook nach einem geheimen CIA-Briefing über die Taiwan-Lage nur noch „mit einem offenen Auge“ schlafe.
TSMC produziert rund 90 Prozent der weltweit fortschrittlichsten Halbleiter – darunter sämtliche Custom-Chips, die Apple für iPhone, iPad und Mac entwickelt. Ohne TSMC wäre Apples gesamte Produktstrategie nicht umsetzbar. Die zunehmenden Bedrohungen aus China betreffen damit nicht nur Taiwan, sondern direkt das Herzstück von Apples Hardware-Ökosystem.
Drei Bedrohungsebenen
Taiwans National Security Bureau identifiziert in seinem aktuellen Bericht drei zentrale Angriffsvektoren:
Erstens: gezieltes Abwerben von TSMC-Fachkräften. China nutzt laut dem Geheimdienst indirekte Kanäle, um taiwanesische Talente anzuwerben und Technologie zu stehlen. Ziel sei es, Schlüsseltechnologien für die Fertigung hochmoderner Chips zu erlangen – also genau das Know-how, das TSMCs Vorsprung bei den 2-Nanometer- und künftig 1,4-Nanometer-Prozessen ausmacht.
Zweitens: massive Cyberangriffe. Allein im ersten Quartal 2026 verzeichnete Taiwans Regierungsnetzwerk über 170 Millionen Einbruchsversuche. Obwohl sich die genannte Zahl auf staatliche Netzwerke bezieht, gilt TSMC als ebenso wahrscheinliches Ziel solcher Angriffe.
Drittens: mutmaßliche Wahleinmischung. Der taiwanesische Geheimdienst schließt nicht aus, dass China die anstehenden Wahlen des Landes beeinflussen will, um die Nachrichtengewinnung und Überwachung auszuweiten.
Warum das für Apple relevant ist
Apple ist wie kein anderes Technologieunternehmen von TSMC abhängig. Früher teilte sich Apple die Chipproduktion zwischen TSMC und Samsung, doch seit Jahren ist TSMC der einzige Hersteller, der Apples modernste Chips fertigen kann. Der A20-Chip im 2-Nanometer-Verfahren, der für das iPhone 18 Pro vorgesehen ist, wird ausschließlich bei TSMC produziert.
Apple hat auf diese Verwundbarkeit reagiert und TSMCs Expansion in Arizona aktiv unterstützt. Tim Cook sagte im vergangenen Jahr Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in den USA zu. Allerdings hinken die US-Fabriken der modernsten Fertigung in Taiwan technologisch noch eine Generation hinterher. Eine vollständige Verlagerung der Spitzenfertigung ist auf absehbare Zeit nicht realistisch.
Gleichzeitig hat Apple bei TSMC seine Spitzenposition als größter Kunde an Nvidia verloren – eine Folge des KI-Booms, der die Nachfrage nach Nvidias Rechenzentrumschips massiv gesteigert hat. Das verändert zwar nichts an Apples technischer Abhängigkeit, reduziert aber möglicherweise den strategischen Hebel, den Apple bei TSMC hat.
Geopolitik als Geschäftsrisiko
Die Situation verdeutlicht, wie eng wirtschaftliche Interessen und geopolitische Risiken im Halbleiterbereich verwoben sind. Für Apple gibt es derzeit keine Alternative zu TSMC für die Fertigung seiner modernsten Chips – und die Bedrohungen für Taiwan nehmen eher zu als ab. Die CIA-Einschätzung, dass China bis 2027 militärisch gegen Taiwan vorgehen könnte, bleibt im Raum. (Bild: Shutterstock / IM Imagery)
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