Apple plant, den Rechtsstreit mit Epic Games vor das höchste US-Gericht zu bringen. Bis dahin soll die aktuelle gebührenfreie Regelung für App-Store-Links bestehen bleiben.
Der seit 2020 andauernde Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games erreicht eine neue Eskalationsstufe. Apple hat bei einem Berufungsgericht beantragt, ein laufendes Verfahren zur Festlegung einer App-Store-Gebühr zu pausieren, um gleichzeitig den U.S. Supreme Court anzurufen. Der Schritt zeigt, wie entschlossen Apple darum kämpft, die Kontrolle über sein Geschäftsmodell im App Store zu behalten.
Im Kern geht es um eine Frage, die das gesamte App-Ökosystem betrifft: Darf Apple eine Provision auf Käufe erheben, die über externe Links in Apps getätigt werden – und wenn ja, wie hoch darf diese sein? Der Fall hat seit Jahren weitreichende Auswirkungen auf Entwickler weltweit und steht exemplarisch für die Debatte um Apples Marktmacht im digitalen Vertrieb.
Apple vs. Epic Games: Der bisherige Verlauf
Der Rechtsstreit begann 2020, als Epic Games gegen Apples App-Store-Richtlinien klagte. Apple gewann den Fall weitgehend – das Gericht stellte kein Monopol fest. Allerdings ordnete Richterin Yvonne Gonzalez Rogers 2021 an, dass Apple Entwicklern erlauben muss, in ihren Apps auf externe Kaufoptionen zu verlinken.
Apple implementierte daraufhin neue Regeln, senkte die Provision aber nur geringfügig – von 15 bis 30 Prozent auf 12 bis 27 Prozent für Käufe über externe Links. Da zusätzlich Zahlungsgebühren der Drittanbieter anfielen, nutzten kaum Entwickler die Option. Epic Games klagte erneut und warf Apple vor, die gerichtliche Anordnung bewusst zu unterlaufen.
Im April 2025 stellte das Gericht fest, dass Apple die Anordnung vorsätzlich verletzt habe, und untersagte Apple das Erheben jeglicher Gebühren auf Link-basierte Käufe. Apple legte sofort Berufung ein und strich die Gebühren.
Im Dezember 2025 folgte ein gemischtes Urteil des Berufungsgerichts: Die Verletzung der Anordnung wurde bestätigt, aber die Reaktion des Unterrichts als möglicherweise zu weitgehend eingestuft. Das Berufungsgericht verwies die Frage zurück und beauftragte das Bezirksgericht, eine angemessene Gebühr festzulegen.
Apples Strategie: Pause bis zum Supreme Court
Genau diesen Schritt will Apple jetzt verhindern. In einem Antrag vom 3. April bittet Apple das Berufungsgericht, das Verfahren zur Gebührenfestlegung auszusetzen, bis der Supreme Court über eine mögliche Anhörung entschieden hat. Apples Argument: Es sei nicht sinnvoll, eine Gebührenstruktur festzulegen, die der Supreme Court anschließend möglicherweise komplett aufhebt.
Konkret schlägt Apple vor, die aktuelle gebührenfreie Regelung beizubehalten, bis eine endgültige Entscheidung vorliegt. Entwickler können derzeit Links zu externen Kaufoptionen in ihren Apps platzieren, ohne dass Apple eine Provision erhebt.
Apple hat den Supreme Court noch nicht formal angerufen. Es gibt auch keine Garantie, dass das Gericht den Fall annimmt – 2024 hatte der Supreme Court bereits einen Antrag beider Seiten abgelehnt. Diesmal will Apple jedoch gezielt die Verachtungsstrafe und den Umfang der ursprünglichen Anordnung anfechten. Besonders die Frage, ob Apple gegen den Geist oder den Wortlaut der Anordnung verstoßen hat, könnte den Supreme Court interessieren.
Was das für Entwickler bedeutet
Solange das Verfahren läuft, profitieren Entwickler von der aktuellen Situation: Externe Links in Apps sind erlaubt, und Apple erhebt keine Provision darauf. Sollte der Supreme Court den Fall annehmen und Apple Recht geben, könnte sich das ändern. Sollte das Gericht den Fall ablehnen, würde das Bezirksgericht eine Gebühr festlegen – vermutlich deutlich niedriger als Apples ursprüngliche 27 Prozent.
Unabhängig vom Ausgang in den USA hat der Fall bereits Auswirkungen auf andere Märkte gehabt. In der EU hat Apple im Rahmen des Digital Markets Act sein Gebührenmodell im App Store grundlegend überarbeitet – auch als Reaktion auf regulatorischen Druck, der durch den Epic-Fall zusätzliches Gewicht bekam.
Ein Rechtsstreit mit Signalwirkung
Der Fall Apple vs. Epic Games ist weit mehr als ein Streit zwischen zwei Unternehmen. Er definiert die Spielregeln für digitale Marktplätze und die Frage, wie viel Kontrolle Plattformbetreiber über Zahlungswege ausüben dürfen. Apples Gang vor den Supreme Court – sofern das Gericht den Fall annimmt – könnte die Antwort darauf für Jahre festschreiben. (Bild: Shutterstock / AnnaStills)
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