Apple feiert heute seinen 50. Geburtstag – und CEO Tim Cook nutzt das Jubiläum, um über Steve Jobs, unveränderte Werte und den Umgang mit der Politik zu sprechen.
Am 1. April 1976 wurde Apple gegründet. Genau 50 Jahre später befindet sich das Unternehmen auf dem Höhepunkt seiner Geschichte – als wertvollstes Unternehmen der Welt mit über 2,5 Milliarden aktiven Geräten weltweit. Bereits vor wenigen Wochen hatte Cook in einem offenen Brief auf die Geschichte und Zukunft von Apple geblickt. Nun hat er sich zusätzlich für ein ausführliches Interview mit dem Esquire-Magazin zusammengesetzt. Das Gespräch mit Redakteur Ryan D’Agostino zeigt einen ungewöhnlich nachdenklichen Apple-CEO, der über seinen Vorgänger reflektiert und gleichzeitig Apples Kurs in politisch turbulenten Zeiten verteidigt.
Steve Jobs ist bei Apple allgegenwärtig
Wer gehofft hatte, Tim Cook würde zum 50-jährigen Bestehen ausschließlich über Apples Zukunft sprechen, wird überrascht sein. Der CEO widmet einen großen Teil des Gesprächs dem Mann, der das Unternehmen einst in einer Garage in Los Altos mitgegründet hat: Steve Jobs. Dessen Lebensweg – von den Anfängen über die zwölf Jahre im Exil abseits von Apple bis hin zur triumphalen Rückkehr – beschäftigt Cook nach eigener Aussage bis heute.
Cook beschreibt, wie die Vorbereitungen auf das Jubiläum dazu geführt haben, dass er noch häufiger als sonst an seinen verstorbenen Mentor denkt. Jobs habe an die Kraft der Einfachheit geglaubt – nicht an Komplexität. Und er habe großen Wert auf Teamarbeit gelegt: Eine kleine, gut zusammengestellte Gruppe könne gemeinsam weit mehr erreichen, als es ein einzelnes Mitglied je schaffen würde.
Besonders emotional wird es, als Cook verrät, dass er nach Jobs‘ Rücktritt als CEO im August 2011 fest davon ausgegangen war, dieser würde als Executive Chairman dauerhaft an Bord bleiben. Rückblickend räumt Cook ein, dass diese Überzeugung angesichts der damaligen Umstände naiv gewirkt haben mag – doch genau so habe er in jenem Moment empfunden. Jobs verstarb nur wenige Wochen später, am 5. Oktober 2011.
Die vielleicht bemerkenswerteste Aussage des gesamten Interviews: Cook bezeichnet Apple als definitiv immer noch Steve Jobs‘ Unternehmen. Eine Haltung, die zeigt, wie tief der Einfluss des Mitgründers auch fast 15 Jahre nach seinem Tod im Konzern verankert ist.
Apples Drahtseilakt in der Politik
Das Esquire-Gespräch dreht sich allerdings nicht nur um Nostalgie. Cook äußert sich auch zum Verhältnis zwischen Apple und der aktuellen US-Regierung – ein Thema, das in den vergangenen Monaten immer wieder für Diskussionen gesorgt hat, insbesondere nach Cooks persönlicher Spende von einer Million Dollar für die zweite Amtseinführung von Präsident Trump.
Cook beschreibt die Trump-Regierung als besonders zugänglich. Man könne den eigenen Standpunkt vortragen und werde angehört, auch wenn am Ende nicht immer Einigung erziele. Für ihn sei dieses Engagement essenziell – nicht nur in den USA, sondern weltweit. Jedes Land habe eigene Gesetze, Gepflogenheiten und kulturelle Besonderheiten, die nur im direkten Dialog wirklich erfasst werden können.
Passend dazu verweist Cook auf ein Zitat von Theodore Roosevelt, das in seinem Konferenzraum im Apple Park hängt: „Nicht der Kritiker zählt.“ Vom Seitenrand zu rufen, ob etwas gut oder schlecht sei, bringe nichts – die Stimme gehe im Wind verloren.
Werte, die sich nicht ändern
Auf die Frage, wie Apple angesichts des politischen Klimas das Vertrauen seiner Nutzer bewahre, gibt Cook eine klare Antwort: durch beständige Werte. Datenschutz, Barrierefreiheit, Bildung, Umweltschutz und der respektvolle Umgang mit jedem Einzelnen – all das seien keine verhandelbaren Positionen, sondern fester Bestandteil der Unternehmens-DNA.
Direkt gefragt, ob sich seine Werte seit seinem Amtsantritt als CEO verändert hätten, antwortet Cook unmissverständlich: Nein. Absolut nicht. Sie seien exakt dieselben wie am ersten Tag.
Kultur als stärkster Wettbewerbsvorteil
Das Esquire-Interview reiht sich in eine ganze Serie von Mediengesprächen ein, die Cook rund um das Jubiläum geführt hat – begleitet von weltweiten Feierlichkeiten mit Konzerten und kreativen Events. In einem Interview mit David Pogue für CBS Sunday Morning betonte er kürzlich, dass Apples wichtigstes Kapital weder Patente noch Produkte seien, sondern Menschen und Unternehmenskultur. Geistiges Eigentum sei zwar bedeutend, doch es seien die Mitarbeiter, die es erschaffen – und die Kultur, die Innovation überhaupt erst ermögliche.
Eine Unternehmenskultur wie die von Apple sei nahezu unmöglich zu kopieren, so Cook. Es brauche die richtigen Leute, die wiederum die richtigen Leute einstellen – ein Prozess, der Jahrzehnte dauere und ständig gepflegt werden müsse.
Ein CEO zwischen Erbe und Eigenständigkeit
Tim Cooks Esquire-Interview zeigt einen CEO, der sich seiner Rolle als Verwalter eines außergewöhnlichen Erbes bewusst ist. Die Bereitschaft, Apple auch nach 50 Jahren noch als Steve Jobs‘ Unternehmen zu bezeichnen, ist bemerkenswert – und sagt viel über die Philosophie aus, mit der Cook den Konzern führt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Cook, der mittlerweile länger als CEO amtiert als Steve Jobs selbst, seinen eigenen Führungsstil längst etabliert hat: pragmatisch, dialogbereit und konsequent werteorientiert. Wer das vollständige Interview lesen möchte, findet es auf der Website des Esquire-Magazins. (Bild: Shutterstock / Anton_Ivanov)
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