Indien hat sich im vergangenen Jahr zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte für Smartphones entwickelt – nicht zuletzt dank Apples massivem Ausbau der iPhone-Fertigung vor Ort. Doch der Krieg im Iran droht nun, den Exportboom zu bremsen. Ein Bericht von Nikkei Asia zeigt allerdings: Apple ist von den Störungen weniger betroffen als kleinere Hersteller.
Indiens Smartphone-Exporte boomen – bis jetzt
Indiens Aufstieg als Elektronik-Exporteur war in den letzten Monaten beeindruckend. Laut offiziellen Daten exportierte das Land allein in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2025/26 Smartphones im Wert von rund 11 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von etwa 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung passt zu den Anreizprogrammen der indischen Regierung, die internationale Unternehmen gezielt nach Indien locken sollen.
Doch der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die Handels-Drehkreuze im Nahen Osten – insbesondere die Vereinigten Arabischen Emirate – könnten dieses Wachstum empfindlich bremsen. Analysten warnen laut Nikkei Asia, dass die Smartphone-Exporte aus Indien in den kommenden Wochen um 22 bis 25 Prozent einbrechen könnten, falls sich die Krise weiter zuspitzt.
Apple besser aufgestellt als kleinere Exporteure
Der Bericht unterscheidet dabei deutlich zwischen großen, organisierten Marken und kleineren Händlern. Apple gehört zur ersten Kategorie und ist nach Einschätzung der Analysten weniger anfällig für die Störungen. Der Grund: Große Hersteller wie Apple können ihre Lieferrouten umleiten und so die betroffenen Drehkreuze im Nahen Osten umgehen.
Das ist kein Zufall. Apple hat in den vergangenen Jahren seine gesamte Lieferkette gezielt diversifiziert – von der Steuerreform, die neue Investitionen in Indien erleichtert, über Bildungs- und Robotikinvestitionen in der indischen Lieferkette bis hin zur Verlagerung ganzer Produktionslinien weg von der Abhängigkeit von China. Diese strategische Breite zahlt sich jetzt aus.
Kleinere und mittelgroße Händler, die ihre Exporte über regionale Drehkreuze wie Dubai und Doha abwickeln, trifft es dagegen deutlich härter.
Nachfrage bisher stabil – Logistik ist das Problem
Ein wichtiger Lichtblick: Die Nachfrage nach Smartphones aus Indien ist bisher nicht eingebrochen. Ahmed Shehab, ein in Dubai ansässiger Analyst von Counterpoint, betont laut Nikkei Asia, dass die Auswirkungen bisher vor allem die Logistik betreffen. Unternehmen weichen demnach vorübergehend auf direktere Versandrouten aus und meiden Umschlagplätze wie Dubai und Doha.
Solange die Störungen an den Drehkreuzen im Nahen Osten anhalten, dürften die Exportströme allerdings volatil bleiben. Ob eine weitere Eskalation des Konflikts letztlich auch die Nachfrage selbst trifft, bleibt abzuwarten.
Apples Lieferkette im Vorteil – aber kein Grund zur Entwarnung
Der Iran-Krieg zeigt einmal mehr, wie empfindlich globale Lieferketten auf geopolitische Krisen reagieren. Für Apple ist die Situation weniger dramatisch als für viele andere Akteure – die jahrelange Arbeit an einer diversifizierten Produktions- und Logistikstrategie erweist sich als Vorteil. Indien bleibt ein zentraler Baustein in Apples globaler Fertigungsstrategie, auch wenn der Exportboom vorerst ins Stocken geraten könnte. (Bild: Shutterstock / Ringo Chiu)
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