Ein neuer Bericht von Wired zeichnet ein ernüchterndes Bild vom Verkaufsstart der Apple Vision Pro in den Apple Stores. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben unzureichende Vorbereitung und strukturelle Probleme im Retail-Bereich.
Die Apple Vision Pro war bei ihrer Markteinführung im Februar 2024 das ambitionierteste Apple-Produkt seit Jahren – eine völlig neue Gerätekategorie, die im Apple Store erklärt, vorgeführt und verkauft werden musste. Nun liefert ein Bericht des Magazins Wired, basierend auf Auszügen aus einem kommenden Buch, einen Blick hinter die Kulissen. Die Darstellungen ehemaliger Mitarbeiter legen nahe, dass der Start in vielen Stores deutlich chaotischer verlief als nach außen sichtbar.
Apple hatte auf dem Papier einen durchdachten Plan: Hunderte Retail-Mitarbeiter wurden nach Cupertino geflogen, um mehrtägige praktische Schulungen mit der Vision Pro zu absolvieren. Diese sollten anschließend in ihre Stores zurückkehren und vierstündige Workshops für ihre Kollegen leiten, die danach zusätzliche Übungs- und Demozeit erhalten sollten. In der Praxis lief es offenbar anders.
Apple Vision Pro: Zu wenig Zeit, zu viel Komplexität
Laut Wired hatten viele Mitarbeiter nur rund eine Stunde Zeit, um eine komplexe Demo einzuüben und sich mit einem Skript vertraut zu machen, das über ein Dutzend Bildschirmseiten umfasste. Offiziell waren zwei Probedurchläufe mit Kollegen vorgesehen, bevor die erste Demo mit echten Kunden stattfand – doch in der Praxis bekamen viele nicht einmal das.
Ein ehemaliger Mitarbeiter eines Flagship-Stores in Chicago beschrieb die Situation so, dass er eine 20-minütige Demo erhalten habe, etwa 30 Minuten das Skript durchgehen konnte, eine Demo an einem Kollegen machte, der in Cupertino gewesen sei, und danach direkt an Kunden eingesetzt wurde.
Ein anderer Mitarbeiter wies darauf hin, dass viele Verkäufer erst kurz zuvor von Zeitarbeit auf Festanstellung gewechselt hatten und kaum Erfahrung mit einem Apple-Produktlaunch mitbrachten. Für sie war es das erste Mal, dass sie ein Verkaufsskript lernen mussten.
Ein tieferliegendes Problem
Der Bericht macht deutlich, dass die Vision-Pro-Probleme nicht isoliert betrachtet werden können. Vielmehr sind sie Symptom einer langfristigen Entwicklung: Unter Steve Jobs war rund die Hälfte des Retail-Personals für Kundentrainings, Einzelgespräche mit sogenannten Creatives und Workshops eingeteilt. Dieses Verhältnis wurde über die Jahre immer weiter reduziert.
Die individuellen One-to-One-Sessions und kleinen Hands-on-Workshops kehrten nach der Pandemie nie zurück. An ihre Stelle traten die „Today at Apple“-Veranstaltungen, die zwar öffentlichkeitswirksam sind, aber weniger tiefgehend und stärker auf Produktwerbung ausgerichtet als auf tatsächliche Nutzerschulung.
Die Folge: Als mit der Vision Pro ein erklärungsbedürftiges Produkt auf den Markt kam, fehlte vielen Stores die nötige Tiefe in der Mitarbeiterschulung und die Erfahrung mit komplexen Produktdemos.
Was das für Apples Retail-Strategie bedeutet
Die Berichte werfen Fragen auf, die über die Vision Pro hinausgehen. Apple steht vor einem anspruchsvollen Produktherbst 2026 mit dem iPhone Fold – einem Gerät, das ebenfalls eine neue Kategorie darstellt und intensive Beratung im Store erfordern wird. Die Erfahrungen mit der Vision Pro könnten Apple dazu veranlassen, die Vorbereitung beim nächsten Mal deutlich gründlicher anzugehen.
Gleichzeitig bleibt die grundsätzliche Frage, ob Apple bereit ist, wieder stärker in Retail-Personal zu investieren. Die Vision Pro hat gezeigt, dass ein revolutionäres Produkt nicht nur technisch überzeugen muss – es braucht auch Menschen, die es kompetent vermitteln können. (Bild: Shutterstock / Ringo Chiu)
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