Anthropic hat mit „Project Glasswing“ eine Cybersecurity-Initiative gestartet, an der Apple als Partner beteiligt ist. Das neue KI-Modell Claude Mythos hat bereits Tausende schwerwiegende Schwachstellen in allen großen Betriebssystemen und Browsern gefunden.
KI wird zunehmend nicht nur zum Programmieren eingesetzt, sondern auch zum Absichern von Software. Anthropic – das Unternehmen hinter der KI-Plattform Claude – hat eine neue Initiative namens Project Glasswing vorgestellt, die genau darauf abzielt. Apple gehört neben Amazon, Google, Microsoft, Nvidia und weiteren Technologiekonzernen zu den Gründungspartnern. Im Zentrum steht ein neues, bisher nicht öffentlich verfügbares KI-Modell: Claude Mythos.
Project Glasswing verfolgt ein klares Ziel: Die weltweit wichtigste Software soll sicherer werden, bevor hochleistungsfähige KI-Modelle in die Hände potenziell böswilliger Akteure gelangen. Anthropic stellt dafür eine Vorschau von Claude Mythos ausgewählten Partnern zur Verfügung – darunter Apple, AWS, Broadcom, Cisco, CrowdStrike, Google, JPMorganChase, die Linux Foundation, Microsoft, Nvidia und Palo Alto Networks. Über 40 weitere Organisationen, die kritische Software entwickeln oder warten, haben ebenfalls Zugang erhalten.
Was Claude Mythos bereits gefunden hat
Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Laut Anthropic hat Claude Mythos bereits Tausende schwerwiegende Sicherheitslücken identifiziert – in jedem großen Betriebssystem und jedem großen Webbrowser. Einige dieser Schwachstellen hatten jahrzehntelange menschliche Prüfungen und Millionen automatisierter Sicherheitstests überstanden, ohne entdeckt zu werden.
Als konkretes Beispiel nennt Anthropic eine Schwachstelle im Linux-Kernel, die Claude Mythos nicht nur gefunden, sondern auch mit anderen Lücken verkettet hat – mit dem Ergebnis, dass ein Angreifer theoretisch die vollständige Kontrolle über eine Maschine hätte erlangen können.
Warum Apple dabei ist
Für Apple ist die Teilnahme an Project Glasswing aus mehreren Gründen relevant. Das Unternehmen betreibt mit macOS, iOS, iPadOS, watchOS, tvOS und visionOS gleich mehrere Betriebssysteme, die zusammen auf über zwei Milliarden Geräten laufen. Sicherheitslücken in diesen Systemen können weitreichende Folgen haben – von Datenverlust über Überwachung bis hin zu finanziellen Schäden.
Apple hat in der Vergangenheit bereits auf KI-gestützte Sicherheitstests gesetzt und betreibt ein eigenes Bug-Bounty-Programm, das externe Sicherheitsforscher für das Melden von Schwachstellen belohnt. Die Zusammenarbeit mit Anthropic erweitert dieses Arsenal um ein KI-Modell, das offenbar in der Lage ist, Lücken zu finden, die bisherige Methoden übersehen haben.
Claude Mythos: Mehr als Cybersecurity
Claude Mythos ist nicht ausschließlich auf Sicherheitsforschung ausgelegt. Das Modell zeigt laut Anthropic auch deutliche Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Spitzenmodell Claude Opus 4.6 in den Bereichen Reasoning, agentische Suche, Computer Use und insbesondere agentisches Coding. Anthropic hat eine System Card mit detaillierten Benchmarks veröffentlicht.
Allerdings plant Anthropic derzeit nicht, Claude Mythos öffentlich verfügbar zu machen. Das langfristige Ziel sei es, Modelle dieser Leistungsklasse sicher und skalierbar einsetzen zu können – nicht nur für Cybersecurity, sondern für eine breite Palette von Anwendungen.
Was das für Apple-Nutzer bedeutet
Direkte Auswirkungen auf Apple-Produkte wird es kurzfristig nicht geben. Langfristig könnte die Initiative jedoch dazu beitragen, dass Sicherheitslücken in iOS, macOS und den zugehörigen Frameworks schneller entdeckt und geschlossen werden – bevor sie von Angreifern ausgenutzt werden können. In einer Zeit, in der KI-Werkzeuge auch offensiv eingesetzt werden, ist die defensive Nutzung solcher Modelle ein logischer und notwendiger Schritt. (Bild: Shutterstock / Stockinq)
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