Apple arbeitet offenbar an einer zweiten Bluthochdruck-Funktion für die Apple Watch. Ein neuer Bericht aus Asien spricht von einem Feature, das sich aktuell im FDA-Prüfverfahren befindet und sich von den bekannten Hypertonie-Warnungen unterscheiden soll. Hinweise auf den Launchtermin gibt es bisher kaum – wohl aber auf Apples nächste große Gesundheits-Wette.
Mit watchOS 26 hat Apple im vergangenen Herbst die ersten Hypertonie-Hinweise eingeführt: Die Apple Watch wertet Bewegungs- und Pulssensorik über längere Zeiträume aus und meldet, wenn Muster auf chronisch erhöhten Blutdruck hindeuten. Diese Funktion ist seit Monaten verfügbar und liefert nur eine grobe Tendenz – keine Messwerte. Jetzt berichtet Digitimes, dass Apple parallel an einer weiteren Bluthochdruck-Funktion arbeitet, die offenbar deutlich darüber hinausgehen soll. Das Feature befindet sich aktuell in der Prüfung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA und ist noch nicht freigegeben. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung könnte zum Launch der nächsten Apple-Watch-Generation passen, also zur erwarteten Apple Watch Series 12 oder Apple Watch Ultra 4 im Herbst.
Was der Bericht konkret sagt
Der Digitimes-Bericht von Autorin Siu Han ist knapp gehalten und nennt zwei klare Punkte: Apple habe eine neue Bluthochdruck-Benachrichtigung in die Apple Watch integriert, und diese Funktion sei noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben, weil die FDA-Prüfung noch laufe. Wie sich das Feature konkret von den bisherigen Hypertonie-Warnungen aus watchOS 26 unterscheidet, lässt der Bericht offen – ein wichtiger Punkt, weil genau diese Abgrenzung über die Tragweite der Meldung entscheidet.
Denkbar wären mehrere Szenarien. Die neue Funktion könnte präzisere oder häufigere Warnungen liefern, sie könnte erstmals konkrete Messwerte ausgeben statt nur Tendenzen, oder sie könnte für andere medizinische Indikationen zugelassen werden. Solange die FDA-Prüfung läuft, wird Apple zur Funktionsweise keine Stellungnahme abgeben – das ist bei Gesundheits-Features auf Apple-Geräten ein etabliertes Muster.
Der FDA-Prozess als Indikator
Dass Apple das Feature überhaupt der FDA zur Prüfung vorlegt, ist die eigentlich aussagekräftige Information. Die bestehenden Hypertonie-Hinweise aus watchOS 26 sind als allgemeine Wellness-Funktion eingestuft und benötigen keine separate FDA-Freigabe. Ein neues Verfahren bei der Behörde deutet darauf hin, dass Apple diesmal eine Funktion mit medizinischem Anspruch plant – also etwas, das näher an einer diagnostischen Messung liegt als an einem Lifestyle-Hinweis.
Damit reiht sich das Feature in eine Reihe medizinisch zertifizierter Apple-Watch-Funktionen ein, von der EKG-Messung bis zur Schlafapnoe-Erkennung. Jede dieser Funktionen brauchte einen FDA-Durchlauf, bevor sie an Endkundinnen und Endkunden ausgespielt wurde. Apple hat die nötige Erfahrung mit diesem Verfahren, aber der Zeitrahmen ist nie exakt vorhersehbar.
Bezug zur Apple Watch Ultra 4
Auffällig ist, dass Digitimes das neue Bluthochdruck-Feature im selben Bericht erwähnt, in dem auch zwei größere Upgrades für die Apple Watch Ultra 4 angesprochen werden. Das kann Zufall sein, ergibt aber strategisch Sinn: Apple bündelt neue Gesundheitsfunktionen gerne mit dem Marktstart einer neuen Generation, weil das eine prominente Bühne und einen klaren Marketing-Anker liefert. Für die Series 12 gilt das analog – auch dort werden inkrementelle Verbesserungen erwartet, die sich in der Hauptsache an der erweiterten Sensorik orientieren. Eine vollständige Übersicht zu den erwarteten Funktionen der Apple Watch Series 12 ist bereits zusammengetragen.
Der genaue Veröffentlichungszeitpunkt der neuen Bluthochdruck-Funktion ist im Bericht nicht genannt. Der Kontext lässt aber den Schluss zu, dass sie mit der nächsten Apple-Watch-Generation oder dem dazugehörigen watchOS-27-Update ausgerollt werden könnte – sofern die FDA bis dahin ihre Freigabe erteilt.
Apples nächste Gesundheits-Wette: nicht-invasive Blutzuckermessung
Im Digitimes-Text steht direkt nach der Erwähnung der FDA-Prüfung ein Satz, der über die aktuelle Funktion hinausweist: Die nächste Entwicklungsstufe konzentriere sich auf nicht-invasive Blutzuckermessung und ähnliche Funktionen, ebenfalls vorbehaltlich behördlicher Zulassung.
Apple arbeitet seit Jahren an einer Möglichkeit, Glukosewerte ohne Nadelstich über die Apple Watch zu erfassen – ein technisches Problem, das auch andere Hersteller bisher nicht gelöst haben. Der Digitimes-Bericht klingt so, als sei dieses Projekt der nächste logische Schritt nach der Bluthochdruck-Erweiterung. Ein konkreter Durchbruch wird aber nicht behauptet. Bemerkenswert ist eher die Reihenfolge: Erst Bluthochdruck, dann Blutzucker – ein Hinweis darauf, dass Apple die Apple Watch schrittweise von einer Wellness-Uhr zu einem medizinisch zertifizierten Gerät weiterentwickelt.
Wie viel Substanz steckt im Bericht?
Der Bericht selbst ist knapp und lässt mehr Fragen offen, als er beantwortet. Zwei Aussagen sind belastbar: Apple plant ein neues Bluthochdruck-Feature, und es liegt bei der FDA. Alles weitere – Art der Funktion, Unterschied zur bisherigen Hypertonie-Warnung, Launchtermin – bleibt im Bereich der Spekulation. Apple selbst kommentiert solche Berichte grundsätzlich nicht, und auch die FDA macht laufende Verfahren nicht öffentlich.
Trotz dieser Unschärfe ergibt sich ein klares Muster: Apple investiert seit Jahren systematisch in Gesundheitsfunktionen, die juristisch wasserdicht und medizinisch belastbar sind. Die kürzlich gewonnene gerichtliche Auseinandersetzung um Blutsauerstoff-Sensorik zeigt, wie viel das Unternehmen bereit ist, dafür zu investieren – im Frühjahr endete der jahrelange Streit mit Masimo, der die US-Importsperre für die Apple Watch beendete. Jede neue Gesundheitsfunktion, die durch eine FDA-Prüfung kommt, festigt diese Position weiter – und macht die Apple Watch in einem zunehmend gesättigten Smartwatch-Markt zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal.
Was Käufer realistisch erwarten dürfen
Für Nutzer der aktuellen Apple Watch heißt das vorerst: abwarten. Ein konkretes Datum gibt es nicht, und auch die genaue Funktionsweise bleibt offen. Realistisch ist, dass die neue Bluthochdruck-Funktion entweder mit watchOS 27 im Herbst oder mit der nächsten Hardware-Generation startet – vorausgesetzt, die FDA-Freigabe kommt rechtzeitig. Wer aktuell überlegt, sich eine Apple Watch zuzulegen, sollte einplanen, dass neue Gesundheitsfunktionen in der Regel auf bestehende Modelle zurückgespielt werden, sofern die Sensorik mitspielt – Apple hat in den vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, dass auch ältere Modelle von solchen Updates profitieren können. (Bild: Shutterstock / Hadrian)
- iPhone Ultra: Scharnier-Problem bremst die Probeproduktion
- Apple Watch Series 12 dürfte nur ein Mini-Update werden
- Genmoji in iOS 27 sollen sich selbst vorschlagen
- Neue Siri-App startet mit Beta-Label und auto-löschenden Chats
- iPhone 20: Bericht warnt vor möglicher Bildverzerrung beim ersten randlosen Display
- Apple wirbt für Siri-Integration – Entwickler haben eine konkrete Sorge
- Apple plant App-Store-Öffnung für KI-Agenten
- iOS 27: Komplett neue Siri mit eigener App und systemweiter Such-Geste
- iOS 27: Apple feilt an Liquid Glass und macht die Kamera-App frei anpassbar
- iPhone 18 Pro: Deutlich helleres Display bleibt Zukunftsmusik
- iPhone 18 Pro: Aggressive Preisstrategie trotz Speicherkosten-Druck
- visionOS 27: Was die Apple Vision Pro 2026 wirklich erwartet
- Apple Watch ohne Touch ID: Leaker dämpft Erwartungen für 2026
- Apple Vision Pro: Entwicklung läuft weiter – trotz Umstrukturierung
- Safari 27: Tabs sollen sich per KI selbst gruppieren
- macOS 27: Apple plant Designanpassungen am Liquid-Glass-Look
- Apples Pendant: Entwicklung läuft weiter, Launch frühestens 2027
- AirPods mit Kameras: Apples Entwicklung erreicht entscheidende Phase
- Holografisches iPhone? Samsung-Display könnte den Weg ebnen
- MacBook Neo: Apple verdoppelt Produktion und prüft Preisstrategie
- iPhone Ultra: Apples Foldable soll am einfachsten reparierbar werden



