Apple plant für iOS 27 eine neue Genmoji-Funktion, die das Erstellen eigener Emojis grundlegend verändert. Statt jedes Mal eine Beschreibung eintippen zu müssen, soll das System künftig automatisch passende Vorschläge generieren – auf Basis der eigenen Fotomediathek und häufig getippter Sätze. Das berichtet Bloomberg-Journalist Mark Gurman in seinem aktuellen Newsletter.
Genmoji ist eine der sichtbarsten Apple-Intelligence-Funktionen, gleichzeitig aber auch eine derjenigen, die im Alltag nur sporadisch genutzt wird. Apple sucht offenbar gezielt nach Wegen, das zu ändern. Bereits mit iOS 26 hatte das Unternehmen Genmoji deutlich erweitert und einen größeren Funktionssprung gebracht. Die nun für iOS 27 geplante Stufe greift einen anderen Hebel: Sie soll die Hürde senken, überhaupt erst ein neues Genmoji zu erzeugen.
So funktionieren die vorgeschlagenen Genmoji
Im Kern der Neuerung steht ein Schalter, der in den Tastatur-Einstellungen von iOS 27 und iPadOS 27 auftaucht. Sein Text beschreibt das Funktionsprinzip präzise: Vorgeschlagene Genmoji werden aus den eigenen Fotos und häufig getippten Phrasen erstellt. Das bedeutet, das System analysiert lokal, welche Motive, Personen oder Themen regelmäßig in der eigenen Kommunikation auftauchen, und bietet darauf zugeschnittene Emoji-Vorschläge an.
Wer also häufig über einen bestimmten Haustier-Namen schreibt, könnte beim nächsten Tippen ein passendes Genmoji vorgeschlagen bekommen, ohne den Genmoji-Generator manuell zu öffnen. Auch wiederkehrende Redewendungen oder Motive aus der Fotomediathek können zu Vorschlägen führen. Wie weit Apple den Kontext einbezieht – etwa ob ein Vorschlag passend zum gerade getippten Satz auftaucht oder als allgemeine Empfehlung in der Tastatur – geht aus dem Bericht nicht hervor.
Optional und abschaltbar
Apple hat die Funktion bewusst als opt-in beziehungsweise abschaltbar konzipiert. Der entsprechende Schalter in den Tastatur-Einstellungen lässt sich jederzeit deaktivieren. Damit reagiert das Unternehmen auf eine offensichtliche Sorge: Eine Funktion, die automatisch Inhalte aus Fotos und Tastatureingaben analysiert, klingt zunächst nach einem tiefen Eingriff in persönliche Daten.
Wie bei den bisherigen Apple-Intelligence-Funktionen dürfte die Verarbeitung lokal auf dem Gerät stattfinden. Im Bericht von Gurman gibt es keinen Hinweis auf ein größeres Bildmodell-Update, was darauf schließen lässt, dass Apple weiterhin auf On-Device-Modelle setzt. Damit verlassen weder Tastatureingaben noch Foto-Inhalte das iPhone, was zum bisherigen Datenschutz-Narrativ von Apple Intelligence passt.
Genmoji als Test der Apple-Intelligence-Akzeptanz
Die Funktion fügt sich in eine größere Strategie ein. Apple braucht für iOS 27 Argumente, mit denen die KI-Erweiterungen im Alltag spürbar werden. Eine Sprachassistenz-Generalüberholung mit Gemini-Anbindung wird zwar das medienwirksamste Element des Updates, die Siri-Erneuerung soll außerdem mit Beta-Label und auto-löschenden Chats starten. Doch ohne kleinere, alltagsnahe Funktionen wie die Genmoji-Vorschläge bliebe ein großer Teil der iPhone-Nutzer von den KI-Neuerungen unberührt.
Die Schwierigkeit liegt im Detail. Vorgeschlagene Genmoji wirken nur dann sinnvoll, wenn die Modelle den Kontext tatsächlich verstehen. Erscheinen Vorschläge willkürlich oder ohne Bezug zur gerade laufenden Konversation, dürfte der Schalter schnell wieder deaktiviert werden. Wenn die Modelle dagegen treffsicher arbeiten und etwa bei einer Nachricht über einen Geburtstag automatisch ein passendes Genmoji anbieten, wäre das ein konkreter Anwendungsfall, der die Nutzung der Funktion deutlich erhöhen könnte.
Der Weg von iOS 18.2 bis iOS 27
Genmoji feierte sein Debüt mit iOS 18.2 als Teil des initialen Apple-Intelligence-Rollouts. Damals war die Mechanik simpel: kurzer Prompt eintippen, das System erzeugt ein Emoji im passenden Stil. Mit iOS 26 wurde die Funktion deutlich vielseitiger – etwa durch die Möglichkeit, zwei vorhandene Emojis zu kombinieren oder Frisuren, Brillen und Gesichtsausdrücke nachträglich anzupassen.
Mit iOS 27 dreht Apple den Hebel ein weiteres Mal. Statt mehr Anpassungsmöglichkeiten für den manuellen Workflow zu schaffen, geht es nun darum, den manuellen Schritt ganz wegzulassen. Wer mag, lässt sich Vorschläge anzeigen. Wer nicht, deaktiviert den Schalter.
Premiere am 8. Juni
Die offizielle Vorstellung dürfte auf der WWDC 2026 am 8. Juni erfolgen, wenn Apple iOS 27 erstmals zeigt. Wie genau die Genmoji-Vorschläge in der Praxis wirken, wird sich erst in der ersten Developer-Beta beurteilen lassen. Bis dahin steht fest: Apple versucht weiter, die niedrigschwellige Nutzung seiner KI-Funktionen zu erhöhen – und macht aus einer optionalen Spielerei einen Vorschlag, den das System aktiv anbietet. (Bild: Shutterstock / Stockinq)
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