Apple hat die Vision Products Group nicht aufgelöst und arbeitet weiter an der Apple Vision Pro. Das geht aus mehreren neuen Berichten hervor, die der Darstellung von Ende April 2026 widersprechen, Apple habe sein Headset-Projekt aufgegeben. Die Realität liegt offenbar zwischen den Extremen: Talente wandern in andere Bereiche ab, das Kernprojekt bleibt aber bestehen – inklusive visionOS 27 zur WWDC am 8. Juni.
Wenige Apple-Themen werden derzeit so widersprüchlich berichtet wie die Zukunft der Vision Pro. Während ein Bericht Ende April nahelegte, Apple stelle die Entwicklung weitgehend ein, kontern aktuelle Quellen mit einem klaren Widerspruch. Der Hintergrund ist komplex – mit Personalverschiebungen, einer überarbeiteten Strategie und der Verlagerung des Fokus in Richtung Smart Glasses. Wer den Stand bei Apples Headset-Plattform nüchtern bewerten will, kommt um die parallel laufende Roadmap für die gesamte Vision-Familie bis 2028 nicht herum. Genau in dieses Bild fügt sich nun die Klarstellung ein, dass Apple weder das Team noch die Plattform aufgegeben hat.
Widersprüchliche Berichte zur Vision Products Group
Den Auslöser der jüngsten Diskussion bildete ein anonymer Leak vom 29. April 2026, demzufolge die Vision Products Group vollständig aufgelöst und die Vision Pro abgeschrieben sei. Mark Gurman griff diese Linie in seinem Bloomberg-Newsletter teilweise auf, ordnete sie aber differenzierter ein: Mehrere Köpfe des Teams seien in andere Bereiche verschoben worden, das Projekt selbst aber nicht beendet.
John Gruber wiederum widerspricht in seinem Daring-Fireball-Blog deutlicher und berichtet, die Vision Products Group existiere in irgendeiner Form weiterhin bei Apple. Sein Argument: Das Vision-Pro-Team hätte von einer Auflösung kaum aus Online-Berichten erfahren – ein solches Vorgehen wäre für Apple völlig untypisch. Bei vergleichbaren Entscheidungen – etwa der Einstellung des Apple Car-Projekts – informierte Apple intern in einer All-Hands-Versammlung. Das Vision-Pro-Team selbst soll laut Berichten von dem angeblichen Ende der Gruppe sogar überrascht gewesen sein.
Was wirklich passiert sein dürfte
Die scheinbar widersprüchlichen Darstellungen lassen sich plausibel auflösen. Apple ist intern selten in dauerhaften Spezialteams organisiert – die Vision Products Group und das frühere Apple Car-Projekt waren bekannte Ausnahmen. Solche Gruppen werden aufgelöst oder umstrukturiert, sobald ein Produkt in der nächsten Phase nicht kurzfristig realisierbar ist.
Genau das scheint nun zu passieren: Da ein deutlich leichterer und günstigerer Vision-Pro-Nachfolger sowie die ersehnten Apple Glasses kurzfristig nicht umsetzbar sind, verlagert Apple Schlüsselpersonal in dringendere Projekte – allen voran die Siri-Generalüberholung unter Mike Rockwell. Was bleibt, ist ein kleinerer Kern, der weiter an der Vision-Plattform arbeitet und mittelfristig vermutlich auch die Apple Glasses als zweite Generation der Vision-Familie entwickelt.
Die Chronologie der Vision Pro
Wer die Entwicklung einordnen will, findet eine bemerkenswert konsistente Linie. 2016 startet Mike Rockwell ein Sonderteam zur Entwicklung von Augmented-Reality-Produkten. Im Juli 2023 wird die Vision Products Group nach der ersten Vision-Pro-Vorstellung formal etabliert. Im Februar 2024 erscheint die Vision Pro – verkauft in den ersten zwölf Monaten rund 600.000 Einheiten.
Im Frühjahr 2025 wird Mike Rockwell in die Siri-Verantwortung versetzt, John Giannandrea verliert dort Einfluss. Im Oktober 2025 erhält die Vision Pro ein Hardware-Refresh mit M5-Chip – vor allem, um die Plattform mit aktuellem Silizium am Leben zu halten. Im April 2026 äußert sich Marketing-Chef Greg Joswiak zurückhaltend: Die Vision Pro sei ein Blick in die Zukunft, der genaue Zeitpunkt für den Durchbruch des räumlichen Computings aber schwer abzuschätzen.
Erst zwei Wochen später folgt der erwähnte Leak zur angeblichen Auflösung – und nun, weitere zwei Wochen später, die Klarstellung mehrerer Quellen, dass diese Darstellung übertrieben war.
visionOS 27 zur WWDC bestätigt
Für aktuelle Vision-Pro-Besitzer gibt es keinen Grund zur Sorge: visionOS 27 wird zur WWDC 2026 am 8. Juni vorgestellt und soll mehrere Verfeinerungen mitbringen. Apple wird die Plattform nicht abrupt einstellen – schon weil das Headset zunehmend in professionellen Kontexten Fuß fasst. Erst kürzlich wurde die erste mit der Vision Pro durchgeführte Katarakt-Operation weltweit bekannt – ein Beispiel dafür, wie Apple das Headset zunehmend als Werkzeug für Spezialisten positioniert.
Die Zukunft der Apple Vision Pro: Aus unserer Sicht
Die widersprüchliche Berichterstattung der vergangenen Wochen zeigt vor allem eines: Die Vision-Pro-Strategie ist im Umbruch, nicht am Ende. Apple verschiebt offensichtlich Ressourcen aus einer technisch ausgereizten Hardware-Generation in dringendere Bereiche – allen voran KI und Smart Glasses. Das ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar und produktstrategisch sogar geboten.
Was den Lärm um die angebliche Auflösung erklärt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ungeschickte Quellenlage: Wer aus einem Team in eine andere Abteilung verschoben wurde, fühlt sich subjektiv abgesägt – auch wenn das Projekt selbst bestehen bleibt. Genau aus solchen frustrierten Einzelstimmen entstehen Leaks, die das Gesamtbild verzerren.
Für die Apple-Community bedeutet das: Die Vision Pro wird nicht zum nächsten Apple Car. Sie wird sich aber stärker spezialisieren – als Werkzeug für Profis, als Plattform für räumliche Inhalte, und mittelfristig als Wegbereiter für die wirklich massentaugliche Apple Glasses. Wer heute eine Vision Pro besitzt, wird sie über Jahre weiter nutzen können. Wer auf den großen Konsumenten-Hit wartet, sollte sich allerdings bis 2027 oder 2028 gedulden. (Bild: Shutterstock / Michael Gordon)
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