Am 30. April veröffentlicht Apple die Quartalszahlen für Januar bis März 2026. Die Wall Street hat klare Erwartungen – und die Messlatte liegt hoch.
Nach einem historisch starken ersten Quartal mit 143,8 Milliarden US-Dollar Umsatz stellt sich die Frage: Kann Apple das Niveau halten? Die Analysten sind zuversichtlich – aber nicht uneingeschränkt.
Was Apple selbst in Aussicht stellt
Apple hat für das zweite Fiskalquartal 2026 eine ungewöhnlich präzise Guidance gegeben: CFO Kevan Parekh kündigte ein Umsatzwachstum von 13 bis 16 Prozent im Jahresvergleich an. Bezogen auf den Q2-2025-Wert von 95,4 Milliarden US-Dollar bedeutet das eine Spanne zwischen rund 107,8 und 110,7 Milliarden US-Dollar. Die erwartete Bruttomarge liegt bei 48 bis 49 Prozent – nahe dem oberen Ende von Apples historischem Bereich.
Der Konsens der Wall-Street-Analysten liegt laut Benzinga bei rund 109 Milliarden US-Dollar Umsatz und einem Gewinn je Aktie von 1,93 US-Dollar. TipRanks nennt für den EPS-Wert 1,94 US-Dollar. Apple hat die Gewinnschätzungen in den vergangenen acht Quartalen in Folge übertroffen – die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch.
iPhone bleibt das Fundament
Das iPhone dominiert Apples Zahlen – und soll es auch diesmal tun. Im Vorquartal war der iPhone-Umsatz um 23 Prozent auf 85,3 Milliarden US-Dollar geklettert, getrieben von der iPhone-17-Familie und einem starken China-Comeback (+38 % YoY). Für Q2 rechnen Analysten mit einer Normalisierung, nicht mit einem Einbruch. Morgan Stanley hat in einer Umfrage ermittelt, dass 37 Prozent der globalen iPhone-Nutzer ein Upgrade planen – ein Rekordwert, der auf eine anhaltende Austauschzyklusdynamik hindeutet.
Gleichzeitig warnte Apple bereits in der Q1-Telefonkonferenz, dass Lieferengpässe bei fortschrittlichen SoC-Chips im März-Quartal stärker zu Buche schlagen werden. Tim Cook sprach von einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, dessen Ende schwer vorherzusagen sei. Das könnte den iPhone-Umsatz leicht unter das theoretische Maximum drücken.
Services: Der verlässlichste Wachstumsmotor
Der Bereich Services ist Apples Renditemaschine. Im ersten Quartal erzielte Apple hier 30 Milliarden US-Dollar – ein neues Allzeithoch. Für Q2 erwartet Apple ein Services-Wachstum in ähnlicher Größenordnung wie im Dezember-Quartal, was rund 14 Prozent entspräche. Analysten bestätigen diese Einschätzung und verweisen auf das wachsende Apple-One-Abo-Geschäft, steigende App-Store-Einnahmen und den Start der Formel-1-Übertragungen auf Apple TV in den USA.
Morgan Stanley sieht zudem langfristig erhebliches Potenzial in einem kostenpflichtigen Apple-Intelligence-Abo – und spricht von möglichen Milliardenumsätzen, sobald die Plattform ausgereift genug ist. Für Q2 ist das noch kein Faktor, zeigt aber, wohin die Reise geht.
Mac: Erster Impuls durch das MacBook Neo
Das Mac-Segment ist der Unsicherheitsfaktor schlechthin. Im Vorquartal brach der Mac-Umsatz um 7 Prozent auf 8,39 Milliarden US-Dollar ein – schwierige Vergleichsbasis, weil M4-MacBooks ein Jahr zuvor stark angelaufen waren. Nun gibt es einen neuen Faktor: das MacBook Neo, Apples günstigstes Notebook aller Zeiten, das gegen Ende des Quartals auf den Markt kam.
Erste Absatzdaten deuten auf einen Rekordstart hin – Tim Cook sprach von der besten Launcher-Woche für Erstnutzer eines Mac überhaupt. Ob das für eine Trendwende beim Mac-Umsatz reicht, bleibt abzuwarten. Analysten sind optimistisch, aber die niedrigere Preisstruktur des Neo könnte den Gesamtumsatz im Segment trotz höherer Stückzahlen dämpfen.
Zölle und Margen unter Druck
Ein Thema, das Anleger und Analysten gleichermaßen bewegt: Apples Zollbelastung. Im abgelaufenen Weihnachtsquartal zahlte Apple 1,1 Milliarden US-Dollar an Zöllen – für das März-Quartal hatte das Unternehmen bereits mit rund 1,4 Milliarden gerechnet. Wie hoch die tatsächliche Belastung ausfiel, wird Apple am 30. April offenlegen. Hinzu kommen gestiegene Speicherpreise, die auf die Hardwaremargen drücken.
Die guidance-konforme Bruttomarge von 48 bis 49 Prozent würde dennoch eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Dass Apple trotz dieser Belastungen am oberen Ende seiner historischen Margenspanne operiert, zeigt die strukturelle Stärke des Geschäftsmodells.
Stimmungsbild der Analysten
Die Wall Street bleibt klar konstruktiv. Laut Tickernerd bewerten 29 von 49 Analysten die AAPL-Aktie als Kauf, 16 als Halten, nur vier als Verkauf. Das mittlere Kursziel liegt bei 300 US-Dollar – rund 16 Prozent über dem aktuellen Kurs. Den höchsten Zielpreis nennt Wedbush-Analyst Dan Ives mit 350 US-Dollar. Den konservativsten Ausblick liefert Loop Capital mit 215 US-Dollar.
Der Ausblick auf die kommenden Monate spielt bei der Einschätzung eine große Rolle: Die WWDC 2026 am 8. Juni wird voraussichtlich eine überarbeitete Siri und neue Apple-Intelligence-Funktionen zeigen – Katalysatoren, die Analysten bereits in ihre Modelle einpreisen. Dazu kommt das erwartete iPhone Fold im Herbst 2026, das laut Morgan Stanley innerhalb von 18 Monaten nach dem Launch zwischen 40 und 60 Milliarden US-Dollar Umsatz einbringen könnte.
Apple Q2 2026: Das erwartet die Wall Street
Die Erwartungen sind hoch, aber nicht unrealistisch. Apple selbst hat eine Guidance ausgegeben, die Stärke signalisiert – trotz Lieferkettenproblemen und Zollbelastungen. Die Konsensschätzung von rund 109 Milliarden US-Dollar Umsatz läge komfortabel im selbst gesteckten Zielkorridor. Entscheidend wird sein, wie stark das iPhone trotz Engpässen abschneidet, ob Services den Wachstumskurs bei über 14 Prozent hält und welche Signale Apple für das laufende Quartal ausgibt. Die Telefonkonferenz am 30. April um 23:00 Uhr MESZ dürfte spannender werden als üblich. (Bild: Shutterstock / Garun .Prdt)
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