Meta zieht den Vorhang weg: Drei kostenpflichtige Abos für die größten eigenen Apps gehen heute global an den Start. Damit wird ein Modell, das bisher nur in kleinen Beta-Kreisen sichtbar war, zum offiziellen Bestandteil der Meta-Plattformen.
Schon im Januar war erkennbar, dass Meta sein Geschäftsmodell breiter aufstellen will – damals hieß es noch, dass Premium-Abos für Instagram, Facebook und WhatsApp in Vorbereitung sind. Nun ist der Schritt vollzogen: Facebook Plus, Instagram Plus und WhatsApp Plus sind ab heute weltweit als optionale Abonnements verfügbar. Alle drei Pakete sind in eine übergeordnete Marke namens „Meta One“ eingebettet, unter der weitere Abos für KI-, Creator- und Business-Funktionen folgen sollen. Für Nutzer entsteht damit erstmals die Wahl, ob sie ihre tägliche App-Nutzung um zusätzliche Funktionen erweitern wollen.
Preise und Verfügbarkeit
Meta hat die Konditionen für alle drei Abos klar abgestimmt. Instagram Plus und Facebook Plus kosten jeweils 3,99 US-Dollar pro Monat, WhatsApp Plus liegt bei 2,99 US-Dollar pro Monat. Der Start erfolgt global, die Funktionen tauchen schrittweise in den jeweiligen Apps auf. Die kostenlose Nutzung aller drei Plattformen bleibt unverändert bestehen – die Plus-Abos schalten ausschließlich zusätzliche Funktionen frei und ändern nichts am Kern-Erlebnis der Apps (via TechCrunch).
Instagram Plus: Story-Funktionen im Fokus
Instagram Plus setzt vor allem auf Werkzeuge für Vielnutzer von Stories. Abonnenten erhalten Einsicht in aggregierte Statistiken darüber, wie oft die eigenen Stories erneut angesehen wurden. Hinzu kommt die Möglichkeit, unbegrenzt viele Zielgruppen-Listen für Stories anzulegen – also über die bekannte „Enge-Freunde“-Liste hinaus. Stories lassen sich einmal pro Woche zusätzlich „spotlighten“, um mehr Reichweite zu erzielen, und können über die übliche 24-Stunden-Frist hinaus verlängert werden.
Dazu kommen Funktionen, die für Creator und Power-User relevant sein dürften: Eine Story-Vorschau lässt sich ansehen, ohne in der Viewer-Liste aufzutauchen, die eigene Viewer-Liste wird durchsuchbar, und Inhalte können direkter an bestimmte Ziele veröffentlicht werden.
WhatsApp Plus: Personalisierung im Vordergrund
WhatsApp Plus folgt einem schlankeren Konzept. Im Mittelpunkt stehen Personalisierungs-Funktionen, die ähnlich aus den Beta-Phasen bekannt waren. Abonnenten können Premium-Sticker verschicken, das App-Theme anpassen, ein eigenes App-Icon auswählen und Premium-Klingeltöne nutzen. Außerdem lassen sich zusätzliche Chats anpinnen und die Chat-Listen aufwerten.
An den Grundfunktionen von WhatsApp ändert sich durch das Abo nichts. Wer den Messenger zum reinen Schreiben, Telefonieren und Datei-Austausch nutzt, bekommt mit der kostenlosen Version weiterhin den vollen Funktionsumfang. Die offizielle Startphase deckt sich mit dem Beta-Test, den Meta bereits im April über WABetaInfo angekündigt hatte – damals war der Rollout auf wenige Tester begrenzt, jetzt erfolgt die globale Ausrollung.
Facebook Plus als dritter Baustein
Facebook Plus ist die dritte Komponente in Metas Abo-Offensive und liegt preislich auf demselben Niveau wie Instagram Plus. Welche konkreten Funktionen Meta für Facebook-Nutzer freischaltet, hat das Unternehmen zum Start nur in Teilen kommuniziert. Klar ist die Stoßrichtung: Auch hier sollen vor allem Power-User, Creator und Personen mit hoher Aktivität auf der Plattform zusätzliche Werkzeuge erhalten, ohne dass das Grunderlebnis für die Mehrheit der kostenlos nutzenden Menschen verändert wird.
„Meta One“ als Dach für weitere Abos
Der bemerkenswerteste Teil der Ankündigung steckt im Kleingedruckten: Meta bündelt die drei neuen Abos unter dem Begriff „Meta One“ und macht damit deutlich, dass weitere Pakete folgen sollen. Konkret testet das Unternehmen bereits weitere Abos für KI-Funktionen, Creator-Werkzeuge und Business-Angebote. Mit dieser Marke positioniert sich Meta strukturell ähnlich wie Apple, das mit Apple One ebenfalls ein App- und Service-Bundle als Sammelmarke etabliert hat.
Für Nutzer in Deutschland bedeutet das vor allem eines: Die Frage, ob sich ein Plus-Abo lohnt, wird sich künftig nicht mehr nur bei einzelnen Apps stellen, sondern bei einem ganzen Ökosystem. Solange die Kern-Funktionen aller Meta-Apps kostenlos bleiben, bleibt die Entscheidung optional – die Richtung, in die Meta sein Geschäftsmodell entwickelt, ist mit dem heutigen Tag aber unmissverständlich gesetzt.
Metas Abo-Strategie nimmt Kontur an
Mit dem gleichzeitigen Start von drei Abos und der Einführung der Meta-One-Marke vollzieht Meta einen strategischen Schwenk, der über die einzelnen Funktionen weit hinausgeht. Der Konzern, der seit Jahren fast vollständig von Werbeeinnahmen abhängig ist, baut sich damit ein zweites Standbein aus wiederkehrenden Umsätzen auf. Wie groß dieses Standbein wird, hängt davon ab, wie viele der über drei Milliarden Nutzer Metas Plattformen für die zusätzlichen Funktionen zahlen werden – und welche KI- und Creator-Funktionen unter der Meta-One-Dachmarke noch hinzukommen. (Bild: Shutterstock / fireFX)
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