Wer einmal ein iPhone hat, bleibt dabei: Die Markentreue der iPhone-Nutzer hat einen neuen Höchstwert erreicht. Zugleich zeigen die Zahlen, wie wenige Android-Nutzer noch zu Apple wechseln – und dass sie für den deutschen Markt nur eingeschränkt gelten.
Das Marktforschungsunternehmen CIRP hat die iPhone-Loyalität für das erste Quartal 2026 auf 87 Prozent beziffert – den höchsten Wert seit Jahren. Gemeint ist damit der Anteil der iPhone-Käufer, die zuvor bereits ein iPhone besaßen. Nur 12 Prozent der Neukäufer im März-Quartal kamen von einem Android-Gerät, das verbleibende Prozent von einem Tastenhandy, einer anderen Plattform oder als Erstkäufer. Für Apple ist die hohe Bindung ein zentraler Grund, warum sich der Konzern trotz eines schrumpfenden Gesamtmarkts behaupten kann. Wichtig zur Größenordnung: Die Erhebung stammt aus den USA.
Was die Zahlen zeigen
Ein Jahr zuvor lag die Loyalität im selben Quartal noch bei 84 Prozent, damals wechselten 14 Prozent der Käufer von Android. Anfang 2024 waren es 13 Prozent bei einer Treuequote von 85 Prozent. Der Anteil der Android-Umsteiger bewegt sich seit geraumer Zeit in einer schmalen Spanne zwischen 11 und 15 Prozent – deutlich weniger als in den frühen iPhone-Jahren, als Apple durch die Ausweitung auf neue Mobilfunkanbieter noch massenhaft Neukunden gewann. CIRP ermittelt die Werte, indem das Unternehmen iPhone-Käufer nach dem zuvor genutzten Gerät befragt. Andere aktuelle Umfragen kommen bei abweichender Methodik zu einem ähnlichen Bild.
Die Kehrseite der hohen Treue
Eine Treuequote von 87 Prozent ist für Apple Stärke und Grenze zugleich. Sie sichert einen stabilen Kern an Wiederkäufern und macht die Umsätze planbar. Gleichzeitig bedeutet der schmale Zustrom von Android-Seite, dass Apples Wachstum im Smartphone-Geschäft überwiegend aus der eigenen Basis kommt – aus Nutzern, die von einem älteren iPhone auf ein neues wechseln. Der Markt hat sich weitgehend sortiert: Wer sich für eine Plattform entschieden hat, bleibt meist dabei. Neue Käuferschichten in großem Umfang zu erschließen, wird damit schwieriger.
Warum die Zahlen für Deutschland nur bedingt gelten
Die CIRP-Erhebung bildet den US-Markt ab – und der unterscheidet sich deutlich vom deutschen. Während das iPhone in den USA einen überdurchschnittlich hohen Anteil hält, dominiert in Deutschland Android den Markt; iOS kommt hier traditionell auf rund ein Drittel. Die Wechseldynamik sieht entsprechend anders aus: Der Pool potenzieller Android-Umsteiger ist größer, und die Treuequote lässt sich nicht eins zu eins übertragen. Hinzu kommt, dass Apple in der EU mit regulatorischen Vorgaben konfrontiert ist, die den US-Markt nicht betreffen – eine Reihe von Funktionen fehlt hierzulande ganz.
Welche Hebel Apple bei der Kundenbindung bleiben
Zwei kommende Neuerungen könnten die Bindung weiter stärken. Mit iOS 27 bringt Apple später in diesem Jahr Siri AI, die überarbeitete KI-Assistenz, die bestehende Nutzer im Ökosystem halten soll. Für den deutschen Markt hat das jedoch einen Haken: Siri AI startet in der EU wegen des DMA vorerst nicht, sodass genau dieser Bindungshebel Nutzer in Deutschland und Österreich vorerst nicht erreicht. Die Schweiz gehört nicht zur EU und ist vom DMA nicht erfasst – dort greift die Einschränkung nicht. Den zweiten Hebel bildet das erste faltbare iPhone: Das iPhone Ultra führt eine neue Bauform ein, die auch Umsteiger von Android-Foldables ansprechen könnte.
Wo Apples Wachstum künftig herkommt
Die Rekord-Loyalität bestätigt, wie fest Apple seine Kundschaft an sich bindet – und macht zugleich sichtbar, dass große neue Käufergruppen kaum noch hinzukommen. Das künftige Wachstum dürfte weniger von Android-Wechslern abhängen als davon, wie konsequent Apple die eigene Basis zu neuen Geräten bewegt und mit Funktionen wie Siri AI oder neuen Formfaktoren im Ökosystem hält – dort, wo diese Funktionen verfügbar sind. (Bild: Shutterstock / Tatjana Meininger)
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